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Das Konzentrationslager Sachsenhausen Referat

Inhaltsverzeichnis

Der Aufbau des Stammlagers Sachsenhausen

Sachsenhausen ist ein kleiner Vorort im Nordosten Oranienburgs, etwa 35 Kilometer nördlich von Berlin. Während im Sommer 1936 die "Jugend der Welt" in Berlin die Olympischen Spiele feierte, begann die SS hier mit ersten Vorbereitungen für die Errichtung eines Stammkonzentrationslagers. Die ersten fünfzig Häftlinge aus dem KZ Elsterwerder wurden um die Pläne Himmlers zu verwirklichen, unter den Schlägen der Aufseher, für die ersten Fundamente des neuen KZ- Komplex es eingesetzt. Die SS hatte nicht zufällig den Standort für ein Konzentrationslager im nahen Oranienburg gewählt. Bereits im Februar 1933 wurde im stillgelegten Keller einer Brauerei eines der ersten "wilden" KZ Deutschlands von der Berliner SA eingerichtet. Durch Auflösung vieler unorganisierten Lager sicherte der Oranienburger Kommandant, SA-Führer Schäfer, zunächst die Existenz seines Lagers, indem er beim Innenministerium die staatliche Anerkennung seines KZ' s durchsetzte.
Anschließend brachte Himmler dies neue Stammkonzentrationslager ins Gespräch. Der Zweck dieses KZ' s war vor allem, die Hauptstadt Berlin und ihr Hinterland von politischen Gegnern freizuhalten. Zum anderen bot sich die ländliche, waldreiche Lage zur Tarnung des Lagers an. Die Leitung der SS entschied deshalb, in Sachsenhausen nicht nur ein Stammkonzentrationslager zu errichten, sondern sogar die zentrale Leitung aller Lager in Deutschland nach Oranienburg zu verlegen. Theodor Eicke, der Inspekteur der Konzentrationslager, sollte in jedem Teil des Reiches mindestens ein großes KZ errichten.

Das KZ Sachsenhausen sollte als ein Musterobjekt für weitere Stammkonzentrationslager dienen. Himmler, der als Reichsführer der SS für den Aufbau der Stammkonzentrationslager verantwortlich war, ließ eine der wichtigsten Ausbildungsstätten der SS nach Sachsenhausen legen. In den später insgesamt 2000 KZ' s, mussten die Männer in den schwarzen Uniformen für ihren "speziellen" Dienst als Blockleiter, Rapportführer (Berichtführer) oder Lagerkommandanten in Außenlagern und Außenkommandos vorbereitet werden. Durch den Antrieb der SS ging der Aufbau des Lagers mit Hilfe zusätzlicher Gefangener zügig voran.
Das Schutzhäftlingslager Elsterwerder wurde in diesem Zusammenhang bereits 1936 ganz aufgelöst, nachdem alle Gefangenen nach Sachsenhausen verlegt worden waren. Ende 1936 befanden sich 2000 Gefangene in Sachsenhausen. Dennoch war die KZ-Anlage nur von einem einfachen Stacheldraht umzäunt, der die Inhaftierten von der Flucht hindern sollte. Wegen der immer wachsenden Gefangenenzahl stellten die Häftlinge den ersten Barackenzaun fertig. Aber die Lagerstätte wuchs 1937 um weitere 750 Schutzhäftlinge, sodass bis zum Dezember 1937 der Lagerkomplex auf 51 Baracken erweitert wurde. Zur Anlage gehörte neben den Wohnbaracken für die Gefangenen, den Kasernen und Unterkünften der SS-Aufseher auch ein lagereigenes Gefängnis, indem Häftlinge aus Berliner Gefängnissen eingeliefert wurden. Die Zahl der Bewachungsmannschaften belief sich schon im August 1937 auf mehr als 1000 SS-Männer. Allein im Juli 1938 wurden mehr als 6000 Personen zwangsweise nach Sachsenhausen gebracht. In der Reichskristallnacht wurden mehr als 500 jüdische Bürger, die wie Vieh auf Güterwaggons zusammengepfercht wurden, eingeliefert. Erstmals tauchten ausländische Gefangene auf wie Österreicher, tschechische Studenten und Professoren, die gewagt hatten, der Unrechtspolitik des NS-Regimes in ihrer Heimat entgegenzutreten.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges und der Besetzung einer wachsenden Zahl europäischer Länder durch deutsche Truppen wurden schließlich immer mehr Ausländer in national-
sozialistische Konzentrationslage eingeliefert. Da das Lager aufgrund des ständigen Zustroms von Häftlingen bereits 1939 stark überbelegt war, entschied sich die SS-Führung nochmals zu einer Erweiterung des Komplexes. Das Lager, das 1936 auf einer Fläche von 31 Hektar errichtet worden war, wurde bis 1944 über fast 400 Hektar vergrößert. Nach Auschwitz war das KZ Sachsenhausen das größte Lager überhaupt.

1 Eingang des KZ
2 Standort des Galgens
3 Baracken 38 39 (jüd. Häftlinge)
4 Fächerförmige Lage der Baracken
5 Baracken des "Kleinen Lagers"
6 Desinfektion/Entlausung
7 Isolierung der Verhafteten; Häftlinge durch die Sonderkommission des
Reichsicherheitshauptamtes
8 Fälscherwerkstatt
9 Strafkompanie
10 Kriegsgefangenenarbeitslager für
sowjetische Soldaten/Offiziere
11 Krankenbau und Pathologie
12 Zellenbau
13 Sonderhäuser für Gefangene
"besonderer Art"
14 Sonderlager für kriegsgefangene
Offiziere und Soldaten/Offiziere der
Westlichen Alliierten
15 Häftlingsküche
16 Wäscherei
17 Gärtnerei der SS und Schweinestall
18 Krematorium und Station "Z"
19 Erschießungsgraben

Unterkünfte und Lagerorganisationen Sachsenhausen

Der Grundriss der Anlage besaß die Form eines gleichschenkligen Dreiecks, dessen Länge an jeder Seite 680 Meter betrug. Die Häftlingsblöcke waren durchnumeriert, An Block 9 war eine weithin sichtbare Tafel angebracht, die einen anmutenden Ausspruch Himmlers enthielt:

Es gibt einen Weg zur Freiheit
Seine Meilensteine heißen:
Gehorsam, Fleiß, Ehrlichkeit,
Ordnung, Sauberkeit, Nüchternheit, Wahrhaftigkeit, Opfersinn und
Liebe zum Vaterland!

In den Blöcken, die ursprünglich für 146 Personen gedacht waren, hausten oft mehr als 250 Menschen. In den Schlafblöcken standen lange Tische und Bänke aus Holz, dazu unverschließbare Spinde, in denen die Häftlinge ihre wenigen Habseligkeiten unterbringen konnten. Zum Schlafen dienten mehrstöckige, in Zweierreihen übereinander liegende Betten.
Oft mussten sich mehrere Personen unter schlechten Bedingungen ein 70 cm breites Bett teilen. In den sogenannten "Judenblocks" gab es jedoch überhaupt keine Betten; hier mussten aufgeschüttete Strohhaufen genügen. Hunderte von Menschen mussten sich drei Latrinen (Toiletten) teilen. Geheizt wurde im Aufenthaltsraum aber nur am Tag und mit ausdrücklicher Genehmigung der Wachhabenden. Oft waren die Nächte kalt, die Kleidung feucht am nächsten Tag, sodass die Gefangenen ihr feuchtes Drillich-Zeug wieder anziehen mussten. Jeder Lagerinsasse war in einer bestimmten Gruppe untergebracht. Vor allem sowjetische Soldaten und jüdische Bürger wurden in Isolierhaft gehalten, wo sie unter verringerter Essenszuteilung und Schikanen der Bewacher wenig Überlebenschancen besaßen. An Flucht dachte niemand der Gefangenen. Das Lager war von 18 Wachtürmen umgeben, auf denen Männer mit Maschinengewehren standen, und einem Todesstreifen der rings um das Lager führte. Wagte jemand in die "neutrale" Zone zu gehen, wurde er von den Wachtürmen aus sofort erschossen. Das Lager wurde von einer 2,70 Meter hohen Backsteinmauer, Stolperdraht, spiralförmig gelegtem Stacheldraht und einem hochspannungs-geladenen Zaun gesichert. Immer wieder kamen mit Deutschland verbündete Journalisten und Offiziere, denen vorgeführt wurde, wie mustergültig das "Schutzlager" Sachsenhausen funktionierte. Zur Vorkehrung wurde eine gesamte Sperre über den Häftlingsbereich verhängt, so dass keiner der Gefangenen sich blicken lassen durfte. Bestimmte Häftlingsbaracken wurden speziell vorbereitet, vor allem die Krankenstation. Die Schwer-
kranken wurden fortgeschafft, die Innenausstattung neu hergerichtet. Was nur wenige Meter entfernt geschah- in der Todesstation, den Verbrennungsöfen, im Erschießungsgraben, erfuhren die Besucher nie. Und die entwürdigen Bedingungen, unter denen die Gefangenen leiden mussten, blieben ihnen ebenfalls verborgen.

Ankunft in Sachsenhausen

Die Inhaftierung erfolgte meist überraschend: Die Gestapo (Geheime Staatspolizei) gestattete seinen Opfern nicht einmal, seinen Verwandten oder Freunden eine Nachricht zu hinterlassen.
Nur das Nötigste dürften die "Schutzhäftlinge" zusammenpacken, sodass immer wieder Leute in Schlafanzug und Pantoffeln im Lager eintrafen. Die Opfer fuhren in Lieferwagen, Güterwagen oder Viehwaggongs, ohne Essen, Trinken oder Toilette, zusammengepfercht mit Hunderten anderer Menschen zusammen. Wer die anstrengende Fahrt überstand, fand sich in einem Konzentrationslager wieder- etwa in Sachsenhausen. Wie in Sachsenhausen stand über dem Eingangstor das Schild: "Schutzhaftlager". Viele ahnungslose Neuankömmlinge machten sich noch Hoffnung. Auch das schmiedeeiserne Gittertor, auf dem "Arbeit macht frei" stand und die Ansprache des Lagerkommandanten, der darauf hinwies, dass es sich hier nicht um ein Gefängnis oder Zuchthaus, sondern um eine "Erziehungsanstalt besonderer Art" handle, ließ sie in dem Glauben, dass es nicht so schlimm werden würde. Dann hieß es stundenlang warten mit verschränkten Armen hinter dem Kopf und in Hockstellung bei Wind und Wetter. Nach ersten Eindrücken vom Lagerleben wurde ihnen die wichtigste Grundregel genannt: Unbedingter Gehorsam dem SS-Wachpersonal gegenüber. Anschließend mussten sie in Reihe auf den Appellplatz antreten. Die Wachmänner ließen die gerade eingetroffenen Häftlinge um den Appellplatz Kniebeuge machen. Anschließend mussten sich alle auf den Boden werfen und sich zur Aufnahmebaracke wälzen.
Nun war ihnen deutlich geworden, was es hieß, ein Schutzhäftling zu sein. Alles wurde ihnen genommen: Der Name, persönliche Gegenstände und das individuelle (einzigartige) Aussehen.
Statt des Namens wurde ihnen eine Nummer zugeteilt, anstelle der Kleidung bekamen sie gestreifte Drillich-Einheitsanzüge.

Alltag im KZ Sachsenhausen

Der Tagesablauf war für die Häftlinge genau geregelt. Bis auf den Sonntag verlief der Tag immer nach dem gleichen Schema. Im Sommer endete die Nachtruhe bereits um 4.15 Uhr, im Winter eine Stunde später. Jeder von ihnen hatte morgens 45 Minuten Zeit, um sich zu waschen und anzuziehen, die Latrine aufzusuchen, nach Vorschrift die Betten zu machen und eiligst das Frühstück einzunehmen, das aus einem halben Liter dünnen Kaffee und etwas Brot mit gestreckter Marmelade oder Wassersuppe bestand. Um 5.00 Uhr mussten sie zum Morgenappell antreten, um festzustellen ob jemand fehlte. Anschließend rückten sie unter Führung ihres Vorarbeiters zu ihrem Einsatzort aus, wobei sie von SS-Männern getreten oder geschlagen wurden. Die Arbeit wurde im Laufschritt und unter hartem, körperlichen Einsatz vollzogen. Zwischendurch gab es eine dreißig Minuten dauernde Mittagspause und einen kurzen Zählappell. Das Mittagessen wurde im Stehen oder im Freien, bei Regen, Schnee oder Frost eingenommen. Von Häftlingen genannte "Einbrennsuppe", bestand aus Kartoffeln oder Steckrüben, ein wenig Fett und einer undefinierbaren weißen Flüssigkeit. Bereits ab Kriegsbeginn 1939 reichten die Nahrungsmittel nicht einmal, um den größten Hunger zu stillen. Auswirkungen waren extreme Mangelerscheinung, Unterernährung und einen grauen-
erregender Anblick des Körpers.

Die schlechte Verfassung hatte Auswirkungen auf die Arbeit. Viele Häftlinge brachen unter der Belastung zusammen. Sofort brachte man den Häftling in einen "Hungerblock", in dem man ohne regelmäßige Nahrung und Wasser im dunkeln vor sich hin vegetierte. Diejenigen, die überlebten, wurden in ein Arbeitskommando oder in ein Vernichtungslager überstellt. Fehlte beim Abendappell eine Person, standen die Gefangenen solange, bis die SS ihn fanden. Meistens blieb ihnen eine Stunde Freizeit, die bis 21.00 Uhr dauerte.
Oft dauerte die Zwangsarbeit mehr als zehn Stunden, fast immer im Laufschritt. In den Augen der SS-Aufseher galt das Leben eines Häftlings nichts. Am Anfang des Krieges waren die Gründe und Methoden des Arbeitseinsatzes als Erziehungsmittel gegen "Staatsfeinde" doch vorrangig zur eigenen Bequemlichkeit und Bereicherung der Lager- SS. Die Arbeiten waren oft unsinnig- etwa wenn Gefangenen befohlen wurde, Sand von einer Ecke in die andere und wieder zurück zu schippen. Manchmal mussten 20 Häftlinge wie Pferde in Gurten, einen Lkw- Anhänger ziehen. Brach einer von ihnen zusammen, wurde er vom Wagen überrollt. Lagerinsassen taten aber auch sinnvolle Arbeit, wie im Krankenrevier, in der Schreibstube, in der Küche und Wäscherei, in den Handwerkerkommandos, der Malerei und Schreinerei. Von der SS wurden sie auch für persönliche Zwecke benutzt. So versahen Häftlinge die Haushalte der Offiziere, fertigten Schmuck, Möbel und Einrichtungsgegenstände, bauten Boote und Jagdwagen oder produzierten Geschenkartikel, wie Spielzeug, Holzschnitzereien und Grußkarten. Später kam es sogar oft vor, dass Gefangene gegen Gebühr ausgeliehen wurden. Für's Arbeiten eines Fachmannes wurden sechs und einen Hilfsarbeiter vier Reichsmark gestellt. 1944 beliefen sich die Einnahmen auf 2,37 Millionen Reichsmark, die durch die SS erzielt wurde. Folglich mussten Häftlinge in der Rüstungsindustrie arbeiten, was aber nur für Konzentrationslager, nicht jedoch für Vernichtungslager galt. Um den langen An- und Abmarsch der Arbeitskolonien zu sparen, erbauten sich Gefangene provisorische Lager auf dem jeweiligen Fabrikgelände. In den selbst gezimmerten Baracken, in denen es nur wenig Platz gab, waren 18 dieser Außenkommandos in West-Berlin eingesetzt. Mit Sicherheit sind 95 derartige Außenlager zu benennen, davon allein 64 auf dem Gebiet der früheren DDR, vier auf polnischem Gebiet und zwei sogar auf sowjetischem Territorium.

Krankenbehandlung und Menschenversuche in Sachsenhausen

Bei Krankmeldung eines Häftlings bei einem SS- Lagerarzt wurde ihm Täuschungsversuch und Simulantentum vorgeworfen, obwohl es offensichtliche Krankheitssymptome gab.
Selbst bei Lagerinsassen, bei denen eine ernsthafte Krankheit festgestellt wurde, schickte man in den Tod. Durch Epidemien der Kriegsjahre wurden die Krankenbaracken von zwei auf neun erweitert. Räume, wo Röntgenapparate, Operationstischen, Verbands- und Zahnarztzimmer standen, wurden nur als Vorzeigeobjekten für Besucher benutzt. Im Vergleich zu den Krankenunterkünften, waren diese ohne ärztliche Betreuung und Medikamente. Aber da Häftlinge, die einen Heilberuf erlernt hatten auf Befehl der Lagerkommandantur nicht im Krankenbau tätig werden dürften, besaßen die Pfleger meist nicht genügend medizinische Kenntnisse, um wirklich helfen zu können. In Gesprächen mit inhaftierten Ärzten, bekamen sie eine geringe medizinische Bildung. Der Ruf dieser Häftlingspfleger gelang schließlich bis zu SS-Männern, die Behandlungen von Häftlingspflegern vorzogen. Heimlich organisierte man den so wichtigen schwarzen Tee aus SS-Beständen, Blutspendeaktionen und schmuggelte dringend benötigte Arzneimittel ins Lager. Testpersonen wurden Verbrennungen am ganzen Körper zugefügt, um Brandsalben zu testen. Andere wurden der Wirkung von Granaten, Geschossen und tödlichen Gasen ausgesetzt, um militärische Kampfmittel zu erproben. Viele Menschen kamen bei diesen Versuchen ums Leben. Die Leichen wurden in einem 230qm großen Leichenkeller, der sich unterhalb des Krankenreviers befand, aufbewahrt. Dort bestimmten die Ärzte dann, welche toten Körper noch einen "Gebrauchswert" haben könnten. Besonders die Goldfüllungen in den Zähnen sollten nach Himmlers Anweisung weiterverwendet werden. In der Benachrichtigung der Angehörigen nannte man fadenscheinige Ursachen für den Tod des Opfers.

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Tod und Vernichtung in Sachsenhausen

Sachsenhausen ist kein Vernichtungslager wie Auschwitz, dennoch kamen über
100 000 der mehr als 200 000 verschleppten Häftlinge ums Leben. Des Weiteren wurden kleine Fehltritte mit Erhängen bestraft. Die Exekutionen (Hinrichtungen) waren somit ein Mittel der Lagerleitung, die Häftlinge durch zusätzliche Abschreckung zu disziplinieren und dem Willen der Aufseher zu unterwerfen. Jeder von ihnen wurde ständig daran erinnert, wenn er auf den Appellplatz den Galgen sah. Nach 1939 stieg die Zahl der Ermordeten, sodass die pathologische Abteilung mit Leichen überfüllt war. Auf Anweisung Himmlers durften KZ-Häftlinge nicht auf deutschen Boden begraben werden. Daher entschloss sich die Sachsenhausener SS- Führung zur Errichtung einer "Station Z". Das "Z" stand für die Endstation der Gefangenen und bereits 1940 wurde der erste Krematoriumsofen errichtet. Doch der gesamte Komplex wurde nochmals umgebaut. Es entstanden Erschießungsgräben, Genickschusskomplexe, ein Schützenstand, Galgen, ein Krematorium und vier Verbrennungsöfen.
Wie viele Menschen im Lager Sachsenhausen von der SS ermordet wurden, lässt sich heute nicht mehr genau feststellen. Zwar wurden die Inhaftierten bis1939 registriert, während des Krieges wurden dann aber längst nicht mehr alle eingelieferten Gefangenen in den Unterlagen der SS erfasst. Vor allem sowjetische Soldaten und Offiziere wurden meist ohne Registrierung sofort in die Vernichtungsanlage geführt.

Die Befreiung von Sachsenhausen

Bereits 1945 wurden von britischen und amerikanischen Flugzeugen Flugblätter über das Lager abgeworfen, die die Gefangenen zum Durchhalten aufriefen. In Sachsenhausen begann man nun schon belastendes Aktenmaterial zu vernichten. Ebenfalls begann man das Lager zu räumen. Einige Tage vor Kriegsende befahl Himmler nicht nur die Vernichtung von Akten, sondern auch von KZ- Häftlingen. Durch Angst vor Häftlingsaussagen sollten alle schnellstens vernichtet werden. Des weiteren kamen immer mehr Gefangenentransporte aus anderen, inzwischen aufgelösten Lagern. Da nicht genügend Zeit war, um alle KZ-Insassen zu töten, entwickelte die Lagerleitung den Plan, die Gefangenen zur Ostsee zu treiben und sie auf offener See zu ertränken. 33 000 Häftling, in jeweils 500 Truppen geteilt, machten sich auf den langen Marsch zur Ostsee. Viele kamen bei diesem Marsch vor Erschöpfung ums Leben. Diejenigen, die zurück gelassen wurden, befreite man am 22. April 1945. Keine der Marschkolonnen erreichte jemals die Ostsee, da amerikanische, britische oder sowjetische Truppen die Häftlinge aus der Gewalt der SS befreiten.

Sachsenhausen nach 1945

Aus dem ehemaligen KZ wurde nun ein Internierungslager. Diese sogenannten "Speziallager" wurden zunächst unter dem Deckmantel der Entnazifizierung betrieben. Nur in den ersten Monaten handelte es sich zum größten Teil um Nazis und Kriegsverbrecher in Übereinstimmung mit der Potsdamer Konferenz, danach füllten sich die Lager größtenteils mit Gegnern der Umgestaltung in der sowjetischen Besatzungszone.

Heute ist Sachsenhausen eine Mahn-und Gedenkstätte, die am 22. April 1961 eingeweiht wurde. Viele Überreste des einstigen Lagers sind auch in der heutigen Gedenkstätte noch immer sichtbar.

Glossar

SA - Abkürzung für Sturmabteilung

Internierungslager - Gezwungene Festhaltung von Personen
Durch eine kriegsführende Partei

NS-Regime -Nationalsozialistische Herrschaft

Entnazifizierung - Zerstörung der nationalsozialistischen Organisationen und zur
Ausschaltung von Nationalsozialisten aus allen Schlüsselstellungen

Vernichtungslager - Zur Massentötung europäischer Juden errichtet

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4.6 / 5 Sternen (9 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2007
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 05.12.16

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  • jacky schrieb am 23.04.2012:

    diesen text habe ich leider nicht durchgelesen aber wen ich ihn mit durchgelesen hatte wer er bestimmt voller informationen aber es wer besser wen er net so lang wer

  • ulf t. schrieb am 16.11.2011:

    super

  • Florian P. schrieb am 03.09.2010:

    Dieser Text bietet trotz seiner Kürze sehr umfassende Informationen! Durch den hier zitierten Ausspruch Himmlers bin ich auf ihn aufmerksam geworden. Der Text findet sich deutlich lesbar in weiß und in jeweils einzelnen Worten auf den Baracken stehend auf Fotos wieder. Daher stammt mein Interesse. Ein gelungener Text! Gruß, Florian

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