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Das Scheitern der Weimarer Republik Referat

Inhaltsverzeichnis

Folgend sind die wichtigsten Meinungen von Historikern zu den Ursachen des Scheiterns der Weimarer Republik als Referat in Stichpunkten überblicksmäßig einsehbar. Mein Referatsteil zum Thema ist hauptsächlich zu finden, den Rest kann man bei diesem Handout zum Referat über das Scheitern der Weimarer Republik (Zusammenfassung) rekonstruieren. 

1.) Einleitung

- Frage nach Scheitern : Eine der wichtigsten + umstrittensten …
- dabei : etliche Historiker verschiedenste Theorien & Lösungsversuche
- unsere Aufgabe :  diese Meinungen zu untersuchen, vergleichen, analysieren + zus. zustellen

- ihr großer Verdienst :
- haben neuartige Zus.hänge gesehen & als solche erfasst,

- diese dann in Beziehung zueinander gesetzt &

- bereits aufgedeckte/uns bekannte Ursachen einer Gewichtung unterzogen
(also stellten sich die Frage: wie viel Priorität verdient eine Ursache?)


- auffällig :  Historiker setzen viel Wissen voraus,  spekulieren gerne + lassen oftmals nötige Erläuterungen weg
-> eigenständige Erläuterungen + Bewertungen nötig um Zus.hänge…

- Weiterhin wichtig : alle Historiker einig, dass komplexes Ursachenbündel Grund für Scheitern
-> polykausale Gliederung mit 3 Orientierungspunkten...
- dabei:  Unterschiede besonders wichtig um keine Wdh.
- restlichen Gliederungspunkte erklären sich von selbst

3.1.1 Gemeinsamkeiten  zum Scheitern der Weimarer Republik

- 2 weitere Gemeinsamkeiten : in linkem Flügel zu finden
- es wird Meinung vertreten :  Spaltung der Sozialdemokratie (in SPD & KPD)  & deren gegenseitiger Blockade/Konflikte (zb. Niederschlagung der Rätebewegung) führte zu dauerhafter Schwächung des linken Spektrums
- außerdem: Selbstüberschätzung und Unterschätzung der rechten Fähigkeiten

- „Parteienpatriotismus“ erschwert die Stabilisierung Weimars

(egozentrisch, nicht kompromiss- & koalitionsbereit) -> Zusammenhang zu partikularen Gewalten (sind auch Politische Macht & ordnen auch eigenen Bedürfnisse der der Mehrheit über)

3.1.2 Unterschiede zum Scheitern der Weimarer Republik

- neben Gem. auch viele ~
- Hagen Schulze: WR hatte grundsätzlich Alternative und Chance
- antirepublikanische Tendenzen & Strömungen in Exekutive und Judikative grundsätzlich kontrollierbar, Regierung fehlt aber Autorität & Machtbewusstsein -> Akkumulation (Anhäufung) dieser Tendenzen -> kontinuierliche Schwächung des labilen Staates

- Mehrheitswahlrecht günstiger als Verhältniswahlrecht
-> führt zu eindeutigen Mehrheitsverhältnissen im Parlament & verhindert den „Parteienkuchen“

- Versailler Vertrag wird überschätzt; inhaltliche Bestimmungen fallen nicht gravierend, umso gravierender jedoch die psychologische Wirkung (Volksdiskriminierung) 

- Bürokratie: republikfreundlich & hinter Regierungsentscheidung (blieben während Kappputsch Regierungstreu)
- Erich Mathias dagegen: Bürokratie: wesentlicher Entwicklungshemmer der sich entw. Demokratie (da komplett aus Kaiserszeit übernommene Beamtenschaft..)

- Reinhard Kühnel führt desweiteren an:
- Gewerkschaften & SPD hatten Illusion, Sozialismus mittels parlamentarischem Beschluss einzuführen (also Real.verlust)

- Erwähnenswert auch die Überlegung v. Hans Mommsen:
- Überwindung des Reparationsproblems ebnet Rechten jederzeit den Weg
->  leider keine Erläuterung gegeben, auch Gruppe kA, IHR- -> wenn nicht dann Disk.

- Historiker der RLS sind sich einig, dass
-  der oft genannte Zusammenschluss von KPD & SPD als Alternative nicht haltbar
-> SPD= Gründungspartei & Glaube an Demokratie hoch; KPD = Weltrevolution nach Stalins Vorbild und ein kommunistisches Rätedeutschland
- außerdem: Kompromisslosigkeit der SPD bei Arbeitslosenversicherung verantw. für späteren Präsidialkabinette (also ermöglichten sie erst)

3.2.2 Unterschiede Wirtschaft

- weitere sehr unterschiedliche Meinungen:
-
Frage nach finanz. Unterstützung Hitlers durch Industriekonzerne
-> während die einen dem keine Große Bedeutung,
sprechen andere von primärem Faktor (Schwerindustrieelle wie Thyss und Krupp erhebliche Gelder in Wahlkampf; auch aus Angst vor erstarken des Linksextremismus) -> mehr Wählerstimmen mobilisiert sodass NSDAP eigentliche Gewinner der späten Reichstagswahlen


- Eigentliche Verlierer einer jeden Wahl: Bevölkerung,
da auf ihren Schultern der politische Machtkampf ausgetragen wurde & sie viel Leid einstecken musste -> Punkt 3.3.

3.3 Bevölkerung

3.3.1 Gemeinsamkeiten

- alle Historiker darin einig, dass
- Bevölkerung lehnte amtierende politische Ordnung grundlegend ab
-> u.a. weil Versailler Vertrag als Schmach und Strafe empfunden

- weitere Gemeinsamkeit sehen die Historiker
in dem weit verbreiteten Wunsch bzw. der Sehnsucht nach einer starken, Stabilität schaffenden Führungspersönlichkeit (explizit in Wahl Hindenburgs 1925 ausgedrückt)
- anderer Missstand d. Bev. : Armut und Massenarbeitslosigkeit

4. Eigene Überlegungen zum Scheitern der Weimarer Republik

- Bev. war Demokratie nicht gewohnt & Grundgedanke der Demokratie völlig unklar -> dadurch leichter irritier- und manipulierbar

- nächste ist Art These, die besagt: „In Hitler findet der Wunsch der Bevölkerung nach konservativer Innovation Ausdruck“
-> Bev. wünscht sich die alte stabile Ordnung wieder,  die aber moderne Elemente und gesellschaftliche Solidarität besitzen soll -> das finden sie zunächst in Führerprinzip und Hierarchie

- Linke Extrem im Gegensatz zu rechtem Extrem nicht brutal und „dreist“ genug ( verließen sich auf richtige Überzeugung der Wähler anstatt mit Lüge und Terror zu überzeugen)

- Dt. Volk außerordentlich verantwortungslos und leichtgläubig/naiv -> wählten Mann an Macht wo Absichten erkennbar (Putschversuch, Gefängnis, Mein Kampf, ..)

- Reichspräsident musste eig. immer konservative Kraft sein da Mindestalter 35J und so Demokratiefeindlich da monarchisch sozialisiert

- zum Schluss: Name hat kein Bezug zur Staatsform „Deutsches Reich“ -> Begriffe wie Demokratie oder Republik fehlen (gleiche Problem bei Parteien: nur SPD und DDP)

5.) Diskussion

Was für Lehren können aus Weimar gezogen werden?

- Verfassung ändern! (blaues abi buch, zusamm erläutern)
- 5% Klausel
- kein Reichpräsident mit starker Stellung mehr
- Bund-Länder-Verhältnis- …
- Extreme verbieten, kontrollieren, aufklären, Präventivmaßnahmen einleiten (welche?..)

Die Weimarer Republik war von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Stimmt ihr zu? - Hagen Schulze meint ja WR hatte immer Chance (siehe TV..)
- Andere: Nee da Staatsform Diktat durch Siegermächte

Die Weimarer Republik kann als Versuch gesehen werden, den Bismarckstaat mit 1848 & 1789 zu verbinden.

Was will uns Karl Dietrich Bracher damit sagen? - was waren die Ziele 48 und 89? …

Der vieldiskutierte Historiker Ernst Nolte vermerkt folgende provokante These:

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten sei zu verstehen, als eine Reaktion  auf die sozialistische November-Revolution in Russland und der entsprechenden Folgeereignisse!
Nehmt Stellung dazu!
- Unternehmer hatten Angst und wollten lieber Nazideutschland als Lenindeutschland…
- Deutschland steht vor Entsch: entweder kapitalismus oder kommunismus

Historikermeinungen zum Untergang / Scheitern / Ende / Niedergang auf einen Blick

1) Hagen Schulze

- Bevölkerungsmehrheit akzeptierte System nicht

- Parteien und Gruppen ließen Weimar scheitern

- gab Alternativen außer Hitler

- wichtigste Gründe dafür auf Feld der Mentalitäten, der Einstellung und des Denkens

- Gruppenmentalitäten auf das Regierungssystem wurde durch Wahlrechtmodus begünstigt

+ braune buch s110

2) Karl-Dietrich Bracher

- Hauptproblem: deutsche Demokratie

- undeutsche, importierte Staatsform

- Schuld am deutschen Elend: - Kapitalistenklassen

                                                - Novemberverbrecher

- verfassungspolitische Konstruktion – höchstmögliche Perfektion angestrebt

- Grundgedanke: exzessive Parlamentsherrschaft

- Instabilität des Vielparteisystems

3) Otto Dann

- Nation der Republik – gespaltene Nation

- zentrale Rolle Klassengegensätze

- 2 gegensätzlich Konzepte: Demokratie – Nationalismus

4) Knut Borchardt

- Hitler Teil des Ergebnisses der Wirtschaftskrise

- unterstützt durch Industrie

5) Hans Mommsen

- Druck von außen auf Weimar zu groß um den Staat zu stabilisieren

- Ziel: - Ausschaltung der Sozialdemokratie

           - Isolierung der christlichen Gewerkschaften

           - Rückgängigmachung der sozialistischen Konzession von 1918/19

6) Erich Matthias

- Parole: „die Republik ist nicht viel, der Sozialismus t das Ziel“

- Überforderung des Parteisystems durch 2 Schritte zu gleich

- Demokratie Chance in Deutschland wäre nicht Wirtschaftskrise gewesen

7) Horst Möller

- hohe Anforderungen an Staat – durch Kaiserreich und Kriege

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- Rolle des Staates – Schlichter durch Kompromisse

- Staat von Weimar konnte das nicht leisten, was Deutsche von ihm wollten

8) Reinhard Kühnl

- Illusion: Sozialismus mit parlamentarischer Demokratie könne Probleme lösen

- viele wandten sich zu den Rechten – Nationalismus

9) Eberhard Kolb

- sind sich alles einig: - es war ein sehr komplexes Ursachenbündel

   - institutionelle Rahmenbedingungen( verfassungsmäßige Rechte u. a.)

   - ökonomische Entwicklung mit Auswirkung auf politische Machtverhältnisse

   - Besonderheiten der politischen Kultur in Dt.

   - Veränderung im sozialen Gefüge

   - ideologische Faktoren

   - extremer Nationalismus

   - Führererwartungen

   - massenpsychologische Momente

   - Rolle einzelner Persönlichkeiten ( Hindenburg, Schleicher, Papen)

- deren Wichtung ist unterschiedlich und wird verschieden von Historikern bewertet

10) Heinrich August Winkler

- Hindenburg – parlamentarische Demokratie zerbrach daran

- hatte demokratische Parteien nicht mehr hinter sich

- Republik keinen Rückhalt in der Bevölkerung

- Radikalisierung Reaktion auf wirtschaftliche Depression und Machtveränderungen

11) Detlev J. K. Peukert

- 4 zerstörerische Prozesse

    - Verengung der Handelsspielräume

    - sukzessive Zurücknahme dieser Basiskomponente – Legitimationsverlust der Ordnung

       vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise - politisches System der Republik in Krise

   - Konzeption einer autoritären Wende – Machtverhältnisse des Bismarckreiches restaurieren

   - Autoritätsverlust der alten Eliten und ihrer liberalen und konservativen Traditionsverbände

Biographische Daten der Historiker:

Hagen Schulze

- 1943 geboren

- Historiker mit Schwerpunkt Neuere Geschichte

- 1976 arbeitete für Stiftung Preußischer Kulturbesitz

- 2000-2006 Direktor des Deutschen Historischen Instituts in London

- Lehr- und Forschungsschwerpunkte Geschichte Europas und Nationalismus

Detlev Peukert

- geboren 1950 und gestorben 1990

- deutscher Historiker und Professor für neuere Geschichte

- einer der weltweit ersten Historiker, Verfolgung der Roma durch Nazis beschäftigte

- publizierte zahlreiche Werke zur Weimarer Republik

- 1978 Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei

- danach Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

Hans Mommsen

- geboren 1930

- deutsch Historiker und bedeutende Zeitgeschichtler

- berühmte Historiker-Familie Urgroßvater: Theodor Mommsen

- erste deutsche Literaturnobelpreisträger

- stellt eine mangelnde Bereitschaft der Nation fest, ihre eigene Verstrickung in die NS-

  Organisation einzugestehen (aktuell: Günter Grass)

- Hauptarbeitsgebiet: deutsch Geschichte zwischen 1918 und 1945

- Studie über das Ende der Weimarer Republik und den Aufstieg des Nationalsozialismus

- Verschiebung der Perspektive historischer Forschung

- von Hitler zum NS-Regime

Heinrich August Winkler

- geboren 1938

- deutscher Historiker

- Winkler setzt sich mit Frage nach deutschem Sonderweg auseinander

- schildert Weg zum Nationalstaat und zur Demokratie in Deutschland

Karl Dietrich Bracher

- geboren 1922

- deutscher Historiker

- Meisterwerk der Zeitgeschichtsschreibung (Auflösung der Weimarer Republik und

  Machtverfalls der Demokratie)

- Werke über Weimarer Republik und die Zeit des Nationalsozialismus

Otto Dann

- geboren 1937

- deutscher Historiker und Schriftsteller

- Entwicklung des politischen Denkens in Deutschland am Ende des 18. Jh.

- erforschte Sozial- und Organisationsgeschichte des Nationalismus in Europa

 

 Legende (siehe Datei):

Rot: Geschichte und Geschehen Neuzeit, Sek.II, Klett Schulbuchverlag,

                               Leipzig 2005, S. 184 f.

 

                          Grün: Themen und Probleme der Geschichte, Arbeits- und Quellenhefte für

                                    die     Kollegstufe, Die Weimarer Republik, Autorenkollekt., Cornelsen

                                    Verlag, Berlin 1998, S. 102-105

 

                   Braun: Weimarer Republik und nationalsozialistische Herrschaft, Schöningh

                               Schroedel Verlag, Paderborn: 1999, S.130 f.

 

                          Blau: „Die Weimarer Republik“ Eberhard Kolb, München 1993, S. 230 f.

 

                         Lila: „Weimar 1918-1933“, Heinrich-August-Winkler, Die Geschichte der

                                   Ersten Deutschen Demokratie, München 1993 S. 609 f.

 

                         Rosa: „Die Weimarer Republik“ Detlev J. K. Peukert, Krisenjahre der

                                    Klassischen Moderne, Frankfurt/M. 1987, S. 269 ff.

 

                         Schwarz: „ Weimar“ Hagen Schulze, Deutschland 1917-1933, Berlin

                                       1994, S 425

 

Quellenliste

-          „Weimarer Republik- Nationalsozialismus“, C.C. Buchners Verlag, Bamberg 1998, S.101, S.110 f.

-          „Weimarer Republik und nationalsozialistische Herrschaft“, Schöningh Schroedel Verlag, Paderborn: 1999, S.130 f.

-          „Geschichte und Geschehen Neuzeit“, Sek.II, Klett Schulbuchverlag, Leipzig 2005, S. 184 f.

-          Themen und Probleme der Geschichte, Arbeits- und Quellenhefte für die Kollegstufe, „Die Weimarer Republik“, Autorenkollekt., Cornelsen Verlag, Berlin 1998, S. 102-105

      -     „ Weimar“ Hagen Schulze, Deutschland 1917-1933, Berlin 1994, S 425

      -    „Die Weimarer Republik“ Detlev J. K. Peukert, Krisenjahre der Klassischen Moderne,

            Frankfurt/M. 1987, S. 269 ff.

-          „Weimar 1918-1933“, Heinrich-August-Winkler, Die Geschichte der Ersten Deutschen Demokratie, München 1993 S. 609 f.

-          „Die Weimarer Republik“ Eberhard Kolb, München 1993, S. 230 f.

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  • Autor: Tom Zeddies
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 13. Klasse
  • Erstellt: 2007
  • Note: 1
  • Aktualisiert: 26.07.16

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