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Deutschlands Kolonialisierung Referat

Inhaltsverzeichnis

Imperialismus und Kolonialismus - allgemein

Die Epoche des Imperialismus beinhaltet die Zeitspanne von ca. 1880 bis 1918. Sie war das Zeitalter, in der die europäischen Länder Frankreich, Großbrittanien, das Deutsche Reich, Italien und Russland, aber auch asiatische Länder in einen Konkurrenzkampf gerieten, der auf der Errichtung von Kolonien basierte.
Der Kolonialismus (lat. Kolonie = Ansiedelung von Menschen außerhalb ihrer Heimat; auswärtiger Territorialbesitz eines Staates) ging einher mit dem Imperialismus, dem sogenannten Groß- oder Weltmachtstreben. Der Begriff Imperialismus (lat. Imperium = Weltreich) ist sowohl politisch als auch ideologisch zu verstehen: Er beschreibt eine politische Haltung von Staaten, die auf Unterwerfung und Beherrschung fremder Territorien abzielt, mit welcher die Macht- und Einflussbereiche dieser Staaten ausgedehnt werden soll.

Deutsche Kolonialbestrebungen

Das Deutsche Reich, welches 1871 gegründet wurde und dessen Reichskanzler zur Zeit des Kolonialismus Otto Fürst von Bismarck war, steckte Ende des 19. Jahrhunderts in einem Strudel von Problemen: Die Wirtschaft war von periodischen Aufschwüngen und folgenden Rezessionen geprägt, die Industrialisierung hatte eine enorme Zunahme der Bevölkerung mit sich gebracht; niedrige Löhne, Preisstürze, die Landflucht und die, aufgrund dem Zuviel an billigen Arbeitskräften, zunehmende Massenarbeitslosigkeit bildeten zusammen mit dem Fakt, dass die Produktion in manchen Bereichen nicht mehr der Nachfrage nachkommen konnte, während anderenorts ein Produktionsüberschuss verzeichnet wurde, eine immense Belastung.
An genau dieser Stelle nun trat die Idee, im Ausland Kolonien zu erwerben, in den Vordergrund. Sie böten die Chance, neue Rohstoffgebiete zu erschließen, mit der eine preisgünstige und anhaltende Versorgung gesichert wäre. Gleichzeitig wäre eine Kolonie aber auch Platz für einen neuen Absatzmarkt, in dem der Produktionsüberschuss profitabel vermarktet werden könne. Durch solch einen Handelsstützpunkt würde dann Krisen vorgebeugt.
Die Kolonie wäre natürlich auch gutes Siedlungsland, mit dessen Hilfe man die heranwachsende Überbevölkerung in den Griff bekommen könnte.

Gründe der deutschen Kolonialisierung

Doch es darf nicht vergessen werden, das nicht nur wirtschaftliche und soziale Gründe für die Kolonialisierung relevant waren, vielmehr standen auch, gerade in der Zeit ab 1890, ideologische Ideen dahinter.
Das Deutsche Reich sollte eine Großmacht werden, das war die Devise. Allerdings hatten England und Frankreich einen absoluten Kolonisierungsvorsprung; sie “besaßen” große Länder, wie z.B. Indien. Im Wettlauf um noch unverteilte Länder (zu finden in Afrika, Ozeanien, Asien) kam das Dt. Reicht schon fast zu spät. Zu dem Willen, das nationale Prestige zu erhöhen (Nationalismus) und die deutsche Lebensart (System, Sprache) zu verbreiten, fügte sich auch eine gute Portion rassistischen Gedankenguts hinzu. Die Einwohner Afrikas galten als durchweg unzivilisiert, heidnisch und hilflos. Der weiße Mann nun sollte ihnen die Zivilisation bringen.
Afrika bot sich als Ort für Kolonien an, es war z.B. reich an Bodenschätzen wie Diamanten oder Gold. Es waren Verbände und Organisationen gegründet worden, so auch 1882 der Deutsche Kolonialverein. Diese forderten lautstark die Errichtung von Kolonien. Und der, eigentlich eher unwillige, Reichskanzler Bismarck ließ sich, auch weil die Idee der Kolonisierung großen Anklang in der Bevölkerung fand, darauf ein, bestimmte Gebiete in Afrika als Schutzgebiete zu erklären.

Errichtung deutscher Kolonien und Handel

In den Jahren 1884 und 1885 nun erreichte es das Dt. Reich tatsächlich, in Afrika und Ozeanien sogenannte Kronkolonien zu erlangen. Es waren: Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia), Kamerun, Togo, Deutsch-Ostafrika (Tansania, Burundi, Ruanda), Neuguinea, die Marshall-, Karolinen-, Palau-, Samoa- und Marianeninseln. Sie alle waren nun der deutschen Krone unterworfen, die ehemaligen Stammeskönige waren mit Geschenken und Versprechungen verlockt worden, ihr Gebiet abzugeben.
Mit den Kolonien wurde Handel getrieben: Sie lieferten Rohstoffe wie z.B. Kakao, Kaffee, Baumwolle, Erze, Elfenbein (die Elfenbeinküste!), Getreide und Kautschuk, das Dt. Reich exportierte Maschinen, Eisenwaren, Anlagen zum Eisenbahn-, Brücken-, und Telegraphenbau, Zement, Münzen, Kohlen, und nicht zu vergessen: Alkohol.

Wandel der Außenpolitik nach Bismarck

Im Jahr 1890 wurde Bismarck von dem schon 2 Jahre regierenden neuen deutschen Kaiser Wilhelm 2. abgesetzt, denn dieser verfolgte eine weitaus expressivere Auslandspolitik., so ließ er z.B. stark aufrüsten, um seinem Ruf nach Weltgeltung mehr Nachdruck zu verleihen.
Letztendlich führte die wachsende Rivalität zwischen den Nationen Europas zum Ausbruch des ersten Weltkrieges, welcher gleichzeitig das Ende des imperialistischen Zeitalters markiert.

Positive und negative Aspekte der deutschen Kolonialbestrebungen und Folgen / Wirkungen

Die Kolonisierung der afrikanischen Länder hatte positive, wie auch negative Aspekte und Folgen. Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der Kolonien muss ganz klar gesagt werden, dass sie sich nicht gelohnt haben, denn die aus ihnen resultierenden Einnahmen des Dt. Reiches waren immer geringer als die geleisteten Ausgaben. Sie waren also teure Anschaffungen, die ihren gewünschten Zweck nicht erfüllten / erfüllen konnten.
Das vorhandene Siedlungsland wurde nicht ausgenutzt, und es erscheint makaber, dass 1912 in Kamerun, Afrika ganze 1359 Deutsche lebten, bei einer einheimischen Bevölkerung von 2,540 Millionen Menschen (Quelle: www.deutscher-kolonialismus.de).
Effekte der deutschen Herrschaft sind verschiedener Natur, wobei die negativen Effekte überwiegen. Die Kolonialherren beendeten den Sklavenhandel, der damals Gang und Gäbe war. Bestimmte Krankheiten wurden ausgerottet aufgrund von besserer medizinischer Versorgung.
Doch zerstörten sie auch die alten Stammesstrukturen, und zwangen den Einheimischen ihre Sitten und ihre (christliche!) Religion auf. Dies ist als negativ zu bewerten. Das Verhalten der deutschen Kolonialherren war geprägt von Gewalt und Überlegenheitsgefühl (der Massenmord an aufständischen Stämmen im sog. Herero-Aufstand 1904). Sie brachten die Militarisierung und Technik, bauten Krankenhäuser und ein Rechtssystem auf.
Aus aktueller Sicht ist es noch wichtig zu bemerken, dass der Imperialismus auch letztendlich dazu führte, dass die ehemals kolonialisierten Länder heute, obwohl sie jetzt unabhängig sind, in einer oftmals sehr schlechten finanziellen Lage festsitzen und immer noch mehr oder weniger von ihren vormaligen Besitzern abhängen. Denn die Kolonialisten bauten das System der Monokulturen auf, was zu Abhängigkeit und wieder Armut führte.

Quellen des Kolonialismus Referats:

Alter, Dr. Peter: Der Imperialismus (Grundlagen - Probleme - Theorien)
Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1979
Nestvogel, Renate & Tetzlaff, Rainer (Hg.): Afrika und der deutsche Kolonialismus (Zivilisierung zwischen Schnapshandel und Bibelstunde)
Dietrich Reimer Verlag, Hamburg 1987
Westphal, Wilfried: Geschichte der deutschen Kolonien
Ullstein Verlag, Frankfurt a. M. / Berlin 1987
Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Informationen zur politischen Bildung (Das 19. Jahrhundert: Monarchie - Demokratie - Nationalstaat)
Franzis’ print & media, München 1992
Bibliographisches Institut (Hg.): Meyers grosses Handlexikon
Bibliographisches Institut, Mannheim 1972

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5 / 5 Sternen (3 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2003
  • Note: 2
  • Aktualisiert: 10.07.16

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  • Horst schrieb am 09.12.2011:

    Eine gute Seite!!! Bin begeistert.

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