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Die Sturmabteilung SA Referat

Inhaltsverzeichnis

Die Gründung der Sturmabteilung SA bis hin zum Wehrverband

Die Anfänge der SA lassen sich bis zum Januar 1920 zurückverfolgen. Zu der Zeit hatte die DAP (ab Februar 1920 "NSDAP") in Bayern begonnen, sich mit Massenveranstaltungen an die Öffentlichkeit zu wenden. Da diese Massenveranstaltungen häufig in sehr lauten Biersälen Münchens stattfanden, und da es damals so üblich für eine Partei war, stellte man einen Ordnungsdienst auf. Dieser hatte die Aufgabe, für Ruhe und Ordnung zu sorgen und somit den Rednern der Partei Gehör zu verschaffen.
Laut Berichten der Münchner Polizei soll dieser Ordnungsdienst sich im September 1920 erstmals durch Hakenkreuzbinden kenntlich gemacht haben.
Die Organisation wurde offiziell, als im November 1920 die "Turn- und Sportabteilung" der NSDAP unter der Leitung des Uhrmachers Emil Maurice gegründet wurde.
Als Hitler im Juli 1921 die Führung der Partei übernahm, war die Ausweitung der "Turn- und Sportabteilung" eine logische Folge, da Hitler mit der hierarchischen und an militärischen Vorbildern angelehnten Organisation seinen Führungsanspruch durchsetzen wollte.
Innerhalb der Parteitruppe bekam man allmählich das Bewußtsein, einer herausgehobenen Gruppe anzugehören.
Im Sommer 1921 erhielten die geheimen Nachfolgeorganisationen der Einwohnerwehren immer stärkeren Zulauf (Nach dem Ende des 1.Weltkrieges entstanden ab 1919 Einwohnerwehren. Diese Freikorps lösten sich allerdings auf Druck der Alliierten 1921 auf). So z.B. der "Bund Oberland" und die "Reichsflagge", die derzeit unter der Leitung Ernst Röhms stand.
So versuchte auch Hermann Ehrhardt, der zuvor die rechte und undurchschaubare "Organisation Consul" aufgebaut hatte, einen neuen Wehrverband aufzubauen. Er schloß im August 1921 ein Abkommen mit Hitler und ließ ehemalige Angehörige seiner Marinebrigade in die NSDAP-Truppe eintreten, stellte Offiziere unter der Leitung von Leutnant Klintzsch zur Ausbildung ab und finanzierte die Organisation.
Noch im Sommer 1921 startete Klintzsch einen Aufruf im "Völkischen Beobachter" (=NSDAP-Tageszeitung) "an die deutsche Jugend", der Turn- und Sportabteilung beizutreten. Das maximale Alter war vorerst auf 23 Jahre begrenzt.
Die anfängliche Ausbildung bestand in erster Linie aus Sport (hauptsächlich Boxen), Märschen, Exerzieren und Geländeübungen. 1922 begann man dann auch, Scharfschießen in die Ausbildung zu integrieren.
In diesem Zeitraum setzte sich die Bezeichnung "Sturmabteilung" durch.
Im November 1921 bestand die SA aus 300 Mann, die in 21 Gruppen unterteilt über ganz München verteilt waren.
Nach einer Saalschlacht im Münchner Hofbräuhaus am 4.11.1921, bei der marxistische Versammlungsstörer aus dem Saal geprügelt wurden, wurden bei einem weiteren Aufruf im "Völkischen Beobachter" die Ziele der SA schon deutlicher: der Kampf gegen den "Terror der Juden". Deshalb sollten die "jungen, schaffenden Genossen des Volkes" ihre "Jugendkraft" in den Dienst der SA stellen.
Am 14. und 15. Oktober 1922 bot sich beim "Deutschen Tag" in Coburg erstmals die Chance für die SA, außerhalb Münchens aufzutreten. Mit einem Sonderzug angereist, marschierten die rund 800 SA-Leute, mit aggressiven Parolen provozierend, in Coburg ein und lieferten sich während der gesamten Veranstaltung zahlreiche Straßenkämpfe mit den politisch Linken. Diese und weitere Aktionen verliehen ihnen reichsweit den Ruf einer sehr durchsetzungsfreudigen Truppe und schafften Respekt.
Bei einem späteren Demonstrationszug der SA durch München zeigte sich einerseits, erkennbar durch Polizeiberichte, Sympathien von seiten der Polizei, andererseits Anerkennung durch das Publikum auf der Straße aufgrund der Ordnung und Disziplin und der freudigen Stimmung der Teilnehmer.
Auf dem großen NSDAP-Parteitag am 27./28. Januar 1923 überreichte Hitler die ersten Standarten an die vier aktivsten SA-Hundertschaften, während die "Sturmmänner" einen "Eid der Treue" ablegten. So kam die enge Bindung der SA an den "Führer" gut zum Ausdruck.

Die SA als Wehrverband

Anfang 1923 wurde Hermann Göring zum neuen Kommandeur der SA ernannt. Dieser militarisierte die SA endgültig, strukturierte sie um und machte sie zu einem Wehrverband. Er schuf ein SA-Oberkommando, das unter seiner Leitung stand. Die Hundertschaften wurden durch "Sturmkompanien" ersetzt, die wiederum zu "Sturmbataillonen" und "Sturmregimenten" zusammengefaßt wurden. Zudem wurde die SA aus dem organisatorischen Rahmen der Partei herausgetrennt. Die SA wurde in die Arbeitsgemeinschaft eingegliedert. Dadurch verlor Hitler aber auch sein Machtmonopol über die SA. Deshalb dürfte er im Sommer 1923 den "Stoßtrupp Hitler" ins Leben gerufen, der gänzlich seinem Befehl unterstand.
Als Folge der angespannten Stimmung aufgrund der Hyperinflation wurde Anfang September auf einem "Deutschen Tag" in Nürnberg der "Deutsche Kampfbund" aus SA, Bund Oberland und der Reichsflagge zusammengeschlossen. Am 25.9.1923 kann Hitler die Leitung des Kampfbundes durch Hilfe von Ernst Röhm übernehmen. (Röhm hatte seinen Posten als Leiter der "Reichsflagge" auf Verlangen der Reichswehr aufgeben müssen, mußte allerdings auch kurz darauf seinen Posten bei der Reichswehr verlassen, da er die Einwohnerwehren illegalerweise mit Waffen versorgt hatte.)
Am 8./ 9. November 1923 kam es dann "Hitler-Putsch" durch den Kampfbund, der allerdings scheiterte. Die NSDAP und die SA wurden verboten und viele NSDAP-Führer wurden verhaftet.

Das Ende für die SA (Sturmabteilung)?

Am 1.April 1924 wurde Röhm aus der Haft entlassen. Er besaß ein Schriftstück, auf dem ihm Hitler die militärische Leitung der jetzt illegalen SA übertrug. Göring ernannte Röhm von seinem österreichischen Exil aus zum stellvertretenden Kommandeur der SA. Auf einer Tagung in Salzburg konnte Röhm sich zum Führer der SA durchsetzen. So kam es dann auch zum Neuaufbau und zur Reorganisation: Zuerst wurden Richtlinien für die Uniformierung erlassen und somit die einem jeden heute bekannten "Braunhemden" eingeführt.
In den folgenden Wochen wollte Röhm einen "Frontbann" aufbauen, eine reichsweite Wehrbewegung aus allen nationalsozialistischen Verbänden mit der SA als Kern, der einer zentralen Leitung unterliegen sollte.
Hitler aber wollte seine vorzeitige Entlassung aus der Festung Landsberg nicht gefährden und zog sich von der Führung der SA zurück. Jetzt hatte Röhm nur noch General Ludendorffs Unterstützung.
Im August 1924 hatte Röhm es geschafft. Seine Organisation umfaßte bald 30000 Anhänger. Allerdings wurden im September 1924 Mitglieder der Führung durch die bayrische Regierung verhaftet. Zudem wurde Hitlers Haftentlassung, vorgesehen für 10. Oktober, verschoben, was zu starken Vorwürfen gegen Röhm aus dem NS-Lager führte.
Mittlerweile hatte sich der Trend in der sich langsam stabilisierenden Republik gegen die Putschisten, also auch gegen Röhms "Frontbann", entwickelt. Hitler, der am 20. Dezember entlassen wurde, hatte das bereits erkannt. Nach Aufhebung des NSDAP-Verbots am 25.2.1925, sollte nach Aussagen Hitlers "die Umwandlung der SA in einen Wehrverband rückgängig gemacht werden" und "Zweck der neuen SA soll die Stählung des Körpers der Jugend, Erziehung zur Disziplin und Hingabe an das gemeinsame große Ideal, Ausbildung im Ordner- und Aufklärungsdienst der Bewegung sein".
Hitler wußte nun, dass es wichtig war, nur durch Mobilisierung der Massen an die Macht zu gelangen. Also mußten sich die SA, genauso wie die Organisationen der anderen Parteien, den politischen Spielregeln unterwerfen.
Hitler bot Röhm die Leitung der SA an, wenn er der Forderung nach "bedingungsloser Anerkennung seiner Befehle" folgen würde. Röhm war allerdings immer noch von seinem militärischen Wehrverband überzeugt und nahm die Stelle nicht an. Er gab auch die Leitung des gezwungenermaßen entmilitarisierten Frontbanns ab. 1928 übernahm er dann einen Posten als Offizier in der bolivianischen Armee.

Die SA unter von Pfeffer

Ohne Führung zerfiel die SA nun in kleine Grüppchen. Für Hitler stand an erster Stelle der Wiederaufbau der Partei, bevor die Parteitruppe in Angriff genommen werden sollte.
Am 1. November 1926 wurde eine neue SA-Führung eingerichtet mit Berufsoffizier Franz von Pfeffer als "Oberster SA-Führer". Die im November 1925 gegründete SS, die HJ und der NS-Studentenbund unterstanden ebenfalls seiner Führung.
Wie Hitler in "Mein Kampf Band II" über die SA schrieb, sollte sie kein Wehrverband und kein Geheimbund sein. Die SA sollte "ein Instrument zur Vertretung und Stärkung des Weltanschauungskampfes der Bewegung" sein.
So instruiert, begann v. Pfeffer, die SA wieder neu zu organisieren. Dies wurde in "SA-Befehlen" (="SABE") geregelt. So wurde eine Überorganisation gegründet, da die SA nicht immer nur auf lokaler Ebene agieren sollte. Die Überorganisation hatte allerdings nur Aufgaben wie z.B. Inspektionen oder Statistiken. Ferner wurde das Verhältnis SA/SS geregelt, indem man der SA einen bestimmten Verantwortungsbereich zuteilte. Es konnten nur Parteimitglieder in die Truppe aufgenommen werden und man durfte keinem Wehrverband angehören.
Der "SABE 3" machte klar, dass der einzelne SA-Mann eher unbedeutend wäre. Deshalb dürfe man nur geschlossen in der Öffentlichkeit auftreten. Außerdem wurde jede Art von eigenständiger Propaganda untersagt. Im "SABE 5" wurde die Uniformierung festgelegt: Nach wie vor ein "Braunhemd", dazu eine SA-Mütze, eventuell braune Hosen und Stiefel.
Die SA wurde in Gruppen, Trupps, Stürme und Standarten gegliedert. Später kamen noch Brigaden und Gaustürme hinzu.

"Maulkorb" für die SA

Im November 1926 übernahm Joseph Goebbels den Posten des Gauleiters. Dieser wollte in Berlin den Zustand der Partei verbessern. Dabei sollte die SA eine wichtige Rolle spielen. Zuerst wurde die SA der Gauleitung unterstellt. Es gab Propagandamärsche durch das "rote" Neukölln, eine Großveranstaltung in Spandau (bei der ein kommunistischer Diskussionsredner ohne Widerstand des kommunistischen Publikums hinausgeprügelt wurde) und eine Propagandafahrt nach Cottbus, die in einer blutigen Schlägerei endete. So heizte Goebbels das politische Klima an. Es folgten weitere extreme Schlachten mit kommunistischen Gegnern, so z.B. die Schlacht am Bahnhof Lichterfelde Ost gegen den kommunistischen Rotfrontkämpfer-bund, der zufällig im gleichen Zug saß. Dabei gab es so viele Verletzte, dass die Polizei kurz darauf, am 5. Mai, die NSDAP verbieten ließ. Goebbels dazu: "Der Siegeslauf der jungen nationalsozialistischen Bewegung in der Reichshauptstadt hat nun vorläufig ein kurzes und jähes Ende genommen."
Mit dem Verbot zeigte sich, dass die Taktik von Hitler und Goebbels nicht aufging. Der Staat war noch zu sehr in der Lage, sich dem Terror der SA entgegenzustellen. Aus Angst Hitlers vor einer Radikalisierung der SA forderte Hitler diese auf, ihren Aktivismus zu zügeln.
Die NSDAP zielte jetzt mehr auf ernsthaftes Werben um Wählerstimmen aufgrund der am 20.5.1928 anstehenden Reichstagswahlen.

Der Aufstieg und Entwicklung der Sturmabteilung SA

Bei den Reichstagswahlen am 20.5.1928 hatte die NSDAP unverhofft schlecht abgeschnitten. Der Wahlkampf sollte sich von nun an nicht mehr an die städtischen Arbeiter richten, sondern mehr auf die ländliche Bevölkerung
1929 begann also die Partei und die SA, die ländlichen Gebiete mit Wahlkampfveranstaltungen zu überschütten. So fanden z.B. im Gau Hessen-Darmstadt 50 NSDAP-Veranstaltungen in nur einem Monat statt.
Schließlich kam der politische Durchbruch der NSDAP bei den Reichstagswahlen am 14. September 1930.
Der Durchbruch 1929/30 der NSDAP führte bei der SA zu schnellem Wachstum und enormem Ausbau. Menschen aus allen sozialen Schichten strömten in die SA, der Großteil von ihnen war unter 30 (manche Angaben sprechen von 70%, andere von 84%).
Das Wachstum erforderte natürlich organisatorische Änderungen (bis zum Herbst 1930 ca.60000 Mitglieder).Zum Beispiel ernannte man 1929 sieben "OSAF-Stellvertreter", die die regionalen Vertreter des Obersten SA-Führers sein sollten. Es wurden neue Spezialeinheiten wie "Reiter- und Marinestürme" und das "nationalsozialistische Automobilkorps" gegründet. Eine "Reichszeugmeisterei" wurde gegründet, wo SA-Männer ihre Bekleidung, Zigaretten der Marke "Sturm" oder andere derartige Produkte mit den Namen "Trommler", "Alarm", "Neue Front" erwerben konnten. Dadurch wurde ein stark von der SA beeinflußter Wirtschaftsbereich geschaffen.
Die Entwicklung der NSDAP zur Massenbewegung führte zu erhöhtem Einsatz der SA. Die Gewalttätigkeiten der SA steigerten sich in so hohem Ausmaß, dass die Polizei der Ansicht war, die SA sei eine Bedrohung der allgemeinen Sicherheit. So begann die SA, das öffentliche Leben zu beherrschen.
Als Folge des permanenten und radikalen SA-Terrors gegen Linke gab es im Juni 1930 in Bayern, Preußen und Baden ein Uniformverbot. Das traf die SA an einer empfindlichen Stelle, da bei militärischen Aufmärschen die Uniform ein wichtiger Bestandteil war. Man fand aber bald Abhilfe und schuf ein bürgerliches Kleidungsstück, das "weiße Verbotshemd".

Konflikte zwischen NSDAP und SA

Wenige Monate vor der Reichstagswahl im September 1930 kam es in Berlin zu Konflikten zwischen der SA und der NSDAP. Die SA wollte Leute der SA-Spitze auf die NSDAP-Reichstagswahlliste bringen. Hitler weigerte sich. Von Pfeffer war mit der Entscheidung einverstanden, doch drei OSAF-Stellvertreter wollten nicht von der Idee ablassen. Als Folge des Drucks reichte von Pfeffer sein Abschiedsgesuch ein.
Der OSAF-Stellvertreter Stennes wollte, dass die Forderung angenommen wird und boykottierte am 30. August eine Wahlveranstaltung im Sportpalast, indem er die SA nicht zum Schutz abstellte. Die Ereignisse erreichten ihren Höhepunkt, als die SA einen Überfall auf eine Gaugeschäftsstelle ausübten. Nach ihren Aussagen wollten sie nur die SS-Männer "von der Wache ablösen".
Am 31. August begab sich Hitler nach Berlin, um sich persönlich um die Probleme zu kümmern. Einen Tag später konnte er bei einer Rede vor der Berliner SA die Lage wieder beruhigen, da er ankündigte, die Führung der SS und der SA selbst zu übernehmen, was großen Jubel auslöste.
Die Geschäfte der SA übernahm vorübergehend der bisherige Stabschef Dr. Otto Wagener. Für Ruhe innerhalb der SA war allerdings immer noch nicht gesorgt. Also entschied man sich, Röhm ab Anfang Januar 1931 zum Stabschef zu machen. Trotzdem blieb Hitler Oberster SA-Führer.

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Röhmputsch und die SA

Röhms erste große Aufgabe war die Anpassung der SA-Organisation an die schnell wachsende Zahl der Mitglieder. Röhm ließ neue Spezialformationen gründen, und zwar die SA-Motorstürme (allerdings mit privaten Motorrädern und Kraftwagen) und 1932 die Flieger-stürme.
Ernst Röhm liebte das exakte Organisieren. So wurde die SA immer weiter gegliedert, Formalismen immer weiter perfektioniert und bürokratisiert.
Seine Vorstellung, dass ein anständiger Truppenführer sich oft an der "Front" sehen lassen sollte, führte dazu, dass er pausenlos durchs Land reiste, um SA-Heime zu besuchen, an "Kameradschaftsabenden" teilzunehmen usw.
Er wollte die Vergrößerung und Festigung der SA, was nach seiner Vorstellung nur durch eine Militarisierung geschehen konnte. Im März 1931 traf er ein Abkommen mit dem Reichswehr-ministerium, dass die SA gemeinsam mit der Reichswehr Grenzschutz betreiben konnte.

Die SA kurz vor der Machtergreifung

Im Frühjahr konnte Hitler bei den Reichspräsidentenwahlen nicht gegen Hindenburg gewinnen. Nach den Wahlen wurde die SA reichsweit in Alarmbereitschaft versetzt. Diese Alarmierung und das Material, das später bei einer Hausdurchsuchung entdeckt und das den umstürzlerischen Charakter der Parteitruppe zeigte, führten dazu, dass die SA am 13. April 1932 verboten wurde.
Hitler trat nun in geheime Verhandlungen mit von Papen über die Auflösung des Reichstags und Aufhebung des SA-Verbots. So geschah es dann auch am 4. Juni 1932. Die SA stürzte sich sofort in die Wahlkampfunterstützung. Doch die NSDAP schaffte den Sieg bei den Wahlen vom 31. Juli 1932 wieder nicht.
Die SA versuchte nun, den Sieg mit Gewalt zu erringen. Es kam zu Bombenanschlägen und Attentaten auf Nazi-Gegner, bewaffneten Überfällen und weiteren Terroraktionen. Das führte jedoch dazu, dass die Taktik Hitlers gestört wurde: Hindenburg lehnte ihn am 13. August 1932 als Kanzler ab.
Nach erneuter Auflösung des Reichstags machte sich Frustration in der SA breit. Man glaubte nicht mehr daran, die Wahlen gewinnen zu können. Die Mitgliederzahlen sanken von 455000 auf 427000 ab. Hinzu kam noch, dass sich die finanzielle Lage der SA verschlechterte und die Konflikte zwischen SA und SS wuchsen.
Die Lage verbesserte sich natürlich auch nicht, als die NSDAP erneut bei den Wahlen unterlag.

Die SA nach dem 30. Januar 1933

Als Hitler Reichskanzler wurde, marschierten fast alle Einheiten der SA in ganz Deutschland zu Fackelzügen und Siegesfeiern auf.
Das Versprechen an die SA, nach der Machtergreifung "24 Stunden Freizeit" zu bekommen, um die angestauten Frustrationen und Aggressionen herauszulassen, wurde hinausgezögert. Die NSDAP wollte ihren "Legalitätskurs" bis zu den Reichstagswahlen am 5. März beibehalten. Also wurden die SA-Männer zuerst erneut stark in den Wahlkampf involviert, bei dem sie schon einiges an Energie ablassen konnten.
Viele SA-Führer wurden in die Polizei eingeschleust. SA und SS durften durch Tragen einer Armbinde ihren Rachefeldzug als staatliche Aufgabe rechtfertigen.
Nach der Mehrheit bei den Wahlen kam es dann zur "nationalsozialistischen Revolution": SA und SS besetzten Partei- und Versandbüros, Rathäuser und Zeitungsverlage, erzwangen die Freigabe von nationalsozialistischen Strafgefangenen und nahmen Gegner fest, die sie auch mißhandelten. Die nicht-nationalsozialistischen Landesregierungen wurden durch die SA- Kommandos festgenommen. Die SA ging bei allen Aktionen dermaßen brutal vor, dass kurze Zeit später selbst die Polizei Angst hatte, gegen sie einzuschreiten.
Im März, im gleichen Monat, in dem Röhm zum "Staatskommissar z.b.V." ernannt wurde, wurde das erste der SA unterstehende KZ in Oranienburg eingerichtet. Es folgten eine Reihe weiterer KZ’s.
Im Sommer 1933 sah die Führung eine langsam heranwachsende Bedrohung der eigentlichen Ziele durch die SA. Die Zeit war nun gekommen, die SA wieder zu demobilisieren.
Röhm war da ganz anderer Meinung. Er wollte, dass die SA im neuen Staat die führende Rolle erhalten sollte und nicht die eines Parteihilftrupps.
Ab Mai 1933 jedoch begann die Gestapo, die KZ’s der SA zu "verstaatlichen". Eine Zentral-staatsanwaltschaft kümmerte sich ab Juli um heikle Ermittlungen gegen "Angehörige der NS-Bewegung", womit in erster Linie SA-Mitglieder gemeint waren.
Doch Röhm verfolgte weiter sein Ziel, die SA zur Nummer Eins im Reich zu machen. Also begann er, die SA weiter zu vergrößern. Bis Mitte 1934 wuchs sie bis auf 4,5 Mio. Mitglieder an.
Röhm wollte mit der SA in die staatliche Exekutivgewalt eingreifen. Eine eigene "SA-Straf-gerichtsbarkeit" konnte er allerdings nicht erlangen, dafür aber eine "SA-Feldpolizei", die Exekutivfunktionen übernahm. Außerdem schaffte er es, Daß die SA ab Anfang 1934 durch Staatsgelder finanziert wurde.
Die SA verselbständigte sich immer weiter: es entstand ein eigener Presseapparat, man fand finanzielle Unterstützung durch die deutsche Großindustrie (IG-Farben) und Röhm begann, Kontakte zum Ausland zu knüpfen.
Ab Ende 1933 begann die SA-Führung, sich vom kriminellen Image zu distanzieren. Als erste Maßnahme entließ man fast alle Kriminellen aus der SA. Hinzu kam eine große Anzahl von Anordnungen, die die Disziplin verschärfen sollten.Trotz dieser und anderer Versuche wie z.B. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen konnte die Unzufriedenheit innerhalb der SA nicht beseitigt werden.
Am 28. Februar rief Hitler die SA- und Wehrmacht-Führung zusammen. Er warnte die SA davor, ihm in dieser Zeit Schwierigkeiten zu machen. In einem Abkommen wurde die militärische Führungsstelle, wie Röhm es sich vorgestellt hatte, ausgeschlossen. Röhm wollte sich das nicht bieten lassen und verstärkte die Militarisierung der SA.
Am 30. Juni sollte es dann zur Eliminierung der SA kommen: Die SS verhaftete alle SA-Führungsmitglieder, darunter auch Röhm, und exekutierte sie. Zu der Ausschaltung kam es, da die SA das perfekte Ziel gewesen war: Sie hatte die Wehrmacht und die Konservativen als Gegner und war bei der Bevölkerung und den Parteigenossen unbeliebt. Man legte ihre Waffenkäufe und Übungen als Putschvorbereitungen aus.
Diese Aktion wurde dann auch gleich dazu genutzt, viele konservative Papen-Anhänger und zudem von Schleicher und von Bredow zu beseitigen, alles im Sinne der "Stabilität".

Was wurde aus der SA nach dem 30. Juni 1934?

Die Bevölkerung zeigte im nachhinein große Zustimmung zu der Aktion vom 30. Juni.
Vom 30. Juni an begann der organisatorische Abbau der SA: Führungsposten wurden auf-gelöst, das Presseamt ebenfalls. Viele Männer mußten die SA verlassen.
2 mal pro Woche Wehrsport wurde zum neuen "SA-Dienst". SA-Männer konnten nun an Sportveranstaltungen teilnehmen und das SA-Sportabzeichen erwerben. Die SA wurde auch zu Schrottsammelaktionen o.ä. herangezogen.
Die hohe Bereitschaft zur Gewalt blieb allerdings erhalten. Die SA machte sich seit dem 30. Juni 1934 nur noch durch Belästigung der Bevölkerung Luft, oder aber durch Aktionen gegen Juden.
Das Gewaltpotential sollte aber noch ein letztes Mal bei der Judenpogromnacht von 9. auf 10. November deutlich werden, in der sie noch einmal auf blutigste Weise ihren Terror demonstrierte.
Danach sollte die SA nur noch als Hilfstruppe der Wehrmacht dienen. Ab Ende 1939 sollten hier Wehrpflichtige vor Wehrmachtseintritt ihr SA-Wehrabzeichen erwerben. Später wurde die SA zu Aufräum- und Bergungsarbeiten verwendet.
80% der SA-Mitglieder traten im 2.Weltkrieg der Wehrmacht bei.

QUELLEN:

- Peter Longerich "Die braunen Bataillone - Geschichte der SA", C.H. Beck-Verlag, München 1989
- Peter Longerich "Stichwort 30. Januar 1933", Heyne-Verlag, München 1992
- Martin Broszat "Die Machtergreifung", dtv-Verlag, München 1984

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5 / 5 Sternen (3 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 13. Klasse
  • Erstellt: 2013
  • Note: 1-
  • Aktualisiert: 22.07.16

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  • Anhaltinus schrieb am 12.11.2012:

    Der Schlusssatz "80% der SA-Mitglieder traten im 2.Weltkrieg der Wehrmacht bei." ist Nonsens.
    Zum 2. Weltkrieg wurde nicht beigetreten, sondern fast alle wehrfähigen Männer wurden (zwangsweise)
    eingezogen, d.h. auch alle SA-Leute im wehrfähigen Alter (und nicht nur 80%).
    Die SA gab es ab 1944 nur noch auf dem Papier, weil sie kein Personal mehr hatte. Die Ausübung ihres
    internen Organisationslebens war schon Mitte des zweiten Weltkrieges völlig zusammengebrochen.

    ADMIN: vielen Dank für diese Ergänzung zum Referat über die Sturmabteilung SA.

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