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Die Märzrevolution von 1848 Zusammenfassung (Referat)

Inhaltsverzeichnis

Dieses in Sätzen ausformulierte Referat zur Märzrevolution im Rahmen der Deutschen Revolution der Jahre 1848 und 1849 in Deutschland beschreibt dieses Ereignis in einer allgemeinen Zusammenfassung und zeigt konkrete Folgen  der Märzrevolution auf die Städtchen Neustadt / Orla in diesem Zeitraum (Vormärz).

Gliederung des Märzrevolution Referats:

-Einleitung: kurz über die bürgerliche Revolution von 1848/49 erzählen (in Deutschland allgemein)
-Hauptteil: die bürgerl. Rev. auf Neustadt/Orla bezogen
-Ende: kurzer Vergleich vorher-nachher

1. Die März-Revolution von 1848/49 - Zusammenfassung

Das Thema meines Referates lautet: die bürgerliche Revolution von 1848/49 und ihre Ergebnisse am Beispiel von Neustadt und Umgebung.
Die Revolution von 1848 ist eine der bedeutendsten und wichtigsten Revolutionen in der deutschen Geschichte. Doch was war der Grund für diesen Volksaufstand, der sich gleich in mehreren Länder vollstreckte?
Eine Ursache, die besonders wichtig in der damaligen Zeit war, ist dass die Industrialisierung gehemmt wurde. Daraus folgt wiederrum der Aspekt, dass sich das Bürgertum, insbesondere die Unternehmer bzw. Kapitalisten, nicht entfalten kann. Es gab in Deutschland außerdem keinen Kaiser, keinen Zentralstaat und keine politische Mitbestimmung des Bürgertums, woraus sich eine Zersplitterung Deutschlands ergab. Zusätzlich war es so, dass der Feudalismus nur sehr langsam überwunden wurde. Die Lage in Deutschland war sehr angespannt und doch führten all diese Ereignisse noch nicht zur Revolution. Der wirkliche Anlaß war der Ausbruch einer revolutionären Bewegung in Paris am 23.Februar 1848.

Auf diese französische Februarrevolution folgte mit dem Kampfruf " Ein Gedanke durchzuckt Europa" die Märzrevolution in Deutschland und Österreich. Bei dieser zogen feudale Bauern mit Sensen und Äxten vor die Schlösser der Gutsherren und zwangen sie auf ihre Vorrechte zu verzichten. Darauf beriefen viele Landesherren liberale Politiker aus dem Bürgertum in ihre Regierungen, genannt "Märzminister". Ein weiteres Problem, das ebenfalls bei der Märzrevolution gelöst werden sollte, war dass jeder Staat ein einheitlicher Staat werden sollte.
So war Österreich beispielsweise ein Vielvölkerstaat und bestand somit aus mehreren verschiedenen Nationalitäten.

Am 13.März forderten demonstrierende Studenten gewaltsam den Rücktritt Metternichs, geboren 1773, seit 1821 östr. Staatskanzler.
Dieser dankte ab und floh nach England.
Zusätzlich gab es Verfassungsversprechen in fast allen Staaten.
Am 18.Mai 1848 treffen sich Vertreter aus allen deutschen Staaten in der Frankfurter Paulskirche, um über Deutschland zu beraten.

Bei dieser Nationanlversammlung ging es darum, dass das neue Parlament die Aufgabe hatte einen Nationalstaat zu gründen und diesem eine Verfassung zu geben.
Es kamen außerdem folgende Fragen auf: sollte ein Zentralstaat gebildet werden; konnte der Vielvölkerstaat Österreich dem neuen Staat angehören und preußischer König an die Spitze?
Somit wurde also beschlossen eine Verfassung auszuarbeiten, Deutschland zu einer parlamentarischen Monarchie zu machen und eine provisorische Regierung zu bilden.
1849 wurde des weiteren noch ein Grundrechtskatalog hinzugefügt.
Die Nationalversammlung bot daraufhin im April 1849 dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. die deutsche Kaiserkrone an. Dieser lehnte jedoch ab, weil er die Kaiserwürde nicht dem Volk und der Revolution verdanken wollte, und erkannte auch die inzwischen fertiggestellte Verfassung nicht an. Die Nationalversammlung scheiterte somit, sowohl an der Ablehnung der deutschen Kaiserkrone von Friedrich Wilhelm IV., als auch an der Uneinigkeit der Parlamentarier und an dem Gegensatz zwischen Preußen und Österreich.
Im Frühjahr 1849 fanden in Rheinland, Pfalz und Baden die Reichsverfassungskämpfe statt. Die dazugehörige Revoltuionsarmee bestand aus Freiwilligen und Heer-insgesamt waren es um die 30000 Personen. Diese wurde allerdings durch preuß. Truppen niedergeschlagen.
Der Fall der Festung Rastatt am 23.7.1849 ist das Ende der bürgerlichen Revolution.

2. Einfluss der deutschen März-Revolution auf Neustadt / Orla

Viel Einfluß hatte die bürgerliche Revolution von 1848/49 auch auf Neustadt an der Orla und Umgebung.
In der Mitte des 19.Jahrhunderts gab es in Neustadt/Orla bereits erste Tendenzen einer industriellen Produktion, wobei Tuchmacherei und Gerberei in besonders beträchtlichem Umfang betrieben wurden.
Zu grundlegenden Veränderungen der Bevölkerungsstruktur und der kommunalen Verhältnisse kam es am Vorabend der Revolution jedoch nicht.

Allerdings spürte man auch in Neustadt und Umgebung die Folgen der Mißernten in den Jahren 1845 und 1846, die zur Knappheit und drastischen Verteuerung der Lebensmittel führten. Am 23.März 1848 stellte der Landrat von Taube mit Blick auf den gesamten Neustädter Kreis fest, dass die Stimmung in sämtlichen Städten gut ist und nur der Mangel an Verdienst der vielen armen Menschen immer fühlbarer wird.
Man versuchte mit Spenden die drückende Not zu lindern, was auch relativ gut gelang.
Die Ernte von 1847 fiel in der Umgebung Neustadts wieder besser aus als in den Jahren zuvor. Doch die Abgabenlast und sonstigen Bedrückungen der feudal abhängigen Bauern waren immernoch außerordentlich hoch.
So kam es, dass sowohl bei der ländlichen, als auch bei der städtischen Bevölkerung immer mehr Bereitschaft zur Revolution entstand. Die Einen wegen der politischen Ideen und die Anderen wegen der wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Ideen der Revolution.
Die überwältigende Nachricht, dass eine Revolution in Frankreich ausgebrochen war, verbreitete sich auch in Thüringen schnell.

Der Geist der Revolution hatte nun auch das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach erreicht.
In Neustadt an der Orla war die Lage zwar kompliziert, jedoch aber nicht riskant. In Neustadt selbst blickte man in die Hauptstadt Weimar und in die hervorstechenden Zentren der deutschen Revolution wie Berlin und Frankfurt am Main. Frühzeitig äußerte man aber auch eigene Forderungen.
Die Großherzogliche Landesdirektorin entschloß sich am 28.November, dem Stadtrat von Neustadt "die Öffentlichkeit der Stadtratsitzungen (...) " zu gestatten, die Verwaltungssitzungen jedoch davon auszunehmen.
Daraufhin gab sich der Stadtrat 1849 eine neue Geschäftsordnung, die festlegte, dass von jetzt an monatlich ein Mal eine öffentliche Ratsitzung gehalten werden soll. Diese Festlegung des Stadtrats von Neustadt wurden in ihren Absichten von der Frankfurter Nationalversammlung beschlossenen Reichsverfassung bestätigt.
Friedrich Wilhelm Schubert, Pfarrer in Oppurg, äußerte 1848/49 den Gedanken, dass viele Probleme im Zusammenhang mit der Revolution gelöst werden können, wenn man den Feudalismus abschafft und die Bauern von ihrer Last befreit.
Größere Versammlungen und Kundgebungen fanden in Neustadt zunächst im Vorfeld der Wahlen zur Frankfurter Nationalversammlung statt.

Jenaer Studenten warben am 17.April 1848 im Neustädter Schießhaus für einen Antrag gegen das Wahlgesetz vom 11.April. Es sollten nicht nur weimarische Staatsangehörige wahlberechtigt sein und es sollten außerdem anstatt indirekten Wahlen über Wahlmänner direkte Wahlen stattfinden.
Am 18.Juni fand in Neustadt auf dem Marktplatz eine Volksversammlung statt, die von 4000 Teilnehmern besucht wurde. Ein gewisser Dr.Douai erklärte die republikanische Verfassung. Danach trat Pfarrer Liebe aus Oberpöllnitz auf. Dieser warnte vor einer republikanischen Verfassung. Zuletzt sprach noch Gerbermeister Rüdel aus Triptis, welcher ebenfalls gegen eine republikanische Verfassung ist.
Noch am selben Abend mußte Douai eiligst in seine Heimatstadt Altenburg zurückkehren, da ihn die Nachricht erreicht hatte, dass man sich in Altenburg bewaffnet habe und dass Zusammenstöße mit dem Militär zu befürchten seien. Als er in Altenburg eintraf, war die Stadt verbarrikadiert. Die Revolution in Thüringen hatte ihren ersten Höhepunkt die "Altenburger Barrikadentage" erreicht.
Neben den angeführten, friedlich verlaufenen Volksversammlungen und verschiedenen Beschwerden und Anträgen gab es 1848/49 auch einen gewalthaften Protest. Mehr als 300 bewaffnete Bauern hatten sich am 14.April 1848 Einlaß in das Schloß Oppurg verschafft.

Sie forderten "gänzliche Aufhebung der den Einwohnern und Grundbesitzern aufruhenden Feudallasten".
Daraufhin verzichtete Fürst Friedrich August Carl von Hohenlohe-Oehringen auf das Jagdrecht, sowie auf Lehn-und Siegelgelder.
Wahlmänner der beteiligten Dörfer forderten sogar in einem Forderungskatalog für die Nationalversammlung die sofortige Aufhebung aller Feudallasten für ganz Deutschland.
Am 31.März traf sich in Frankfurt am Main das sogenannte "Vorparlament", um eine deutsche Nationalversammlung zu beraten und deren Wahl vorzubereiten. Die indirekte Wahl erfolgte über Wahlmänner.
Auf je 500 Einwohner gab es einen Wahlmann. Die vier Paulskirchenabgeordneten sollten in den Wahlkreisen Weimar, Eisenach, Jena und Neustadt an der Orla bestimmt werden. Sachsen-Weimar-Eisenach zählte zu jener Zeit gute 250 000 Einwohner, davon lebten reichlich 30% in der Stadt und knappe 70% auf dem Land.
Nachdem in 15 Unterbezirken des Wahlkreises N/O die wahlmänner festgelegt wurden, ging es an die Wahl des Abgeordneten für die Nationalversammlung.

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Die Wahlmänner des gesamten Wahlkreises Neustadt trafen sich am 28.April zu einer vorläufigen Beratung im Rathaus, bei der mehrere Kandidaten für die Frankfurter Nationalversammlung vorgeschlagen wurden. Außerdem sprachen Redner über politische Grundsätze und über die einzelnen Anwärter.
Die Wahl fiel auf den Jeneser Professor Gustav Eduard Fischer.
Dieses Ergebnis wurde bei der Bevölkerung mit Wohlgefallen aufgenommen. Noch am gleichen Abend sprach Fischer im Neustädter Schießhaussaale zu den Menschen. Man huldigte ihn, sowie seinen Stellvertreter anschließend noch mit einem Fackelzug.
Doch die Einigkeit zwischen Fischer und seinen Wählern sollte schon bald zerbrechen. Man stritt darüber, ob die Wahl nicht vielleicht beeinflußt wurde. Zusätzlich wollten die Bürger mit Fischer in Kontakt bleiben.
Sie wollten ihm Wünsche nach Frankfurt nachsenden und die politische Stimmung im Allgemeinen aussprechen.
Fast zeitgleich entstand eine ziemlich intensive Auseinandersetzung über den recht zurückhaltenden Kurs Fischers.
So kam es, dass es auch im Neustädter Kreis, aufgrund der allgemeinen politischen Ereignisse, zu Volksbewaffnungen kam.
Von Volksversammlungen wurden Komitees gewählt, die diese Volksversammlungen, sowie die Volksbewaffnungen leiteten.

Am 30.März beschloß der Stadtrat eine Bürgerwehr zu bilden, die gegen diese öffentlichen Unruhen vorgeht.
Passend zu dieser komplett ausgestatteten Bürgerwehr wurde von mehreren verschiedenen Frauen eine Bürgerwehrfahne angefertigt, die am 23.Juli 1848 übergeben wurde.
Am 22.Juni wurde der Demokratische Verein gegründet.
Dieser stellte vorallendingen das monarchische Prinzip und damit auch die Existenz des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach in Frage. Dies führte zu erheblicher Verwirrung in der Öffentlichkeit.
Die Mitglieder dieses Vereins wollten das Übel und die Mißstände in Deutschland erkennen, um die Umgestaltung der Staatsform für Deutschland zu erreichen.
Außer dem Demokratischen Verein gab es auch noch eine Volksverein, der am 11.März 1849 gegründet wurde.
In jenem wurden, ähnlich wie auch im Demokratischen Verein, wöchentlich öffentliche Zustände und politische Ereignisse besprochen.

3. Vergleich und Fazit sowie Bewertung der Ursachen der Märzrevolution 1848/1849

Nach der Euphorie im Frühjahr 1848 machte sich nunmehr Ernüchterung/Enttäuschung breit.
Verschiedene Versammlungen und ähnliches machen deutlich, dass man in Neustadt an der Orla mehrheitlich noch immer auf einen erfolgreichen Abschluss der Revolution hoffte.
Am 13.Mai 1849 kam in Neustadt an der Orla zu einer machtvollen Demonstration für die Reichsverfassung.
Das Ende der Revolution stellte sich in Neustadt und Umgebung keineswegs so ruckartig ein.
Mit der Eroberung der Festung Rastatt am 23.07.1849 veröffentlichte man im Neustädter Kreis-Boten den Schluß einer mehrteiligen Dokumentation über den Grundrechtskatalog der Reichsverfassung.
Kurze Zeit später, wendete man sich allerdings größtenteils schon wieder öffentlichen Aktivitäten, wie Theater und Musik, zu.
Doch vorallem die politische Betätigung ging deutlich zurück.
Und obwohl die Revolution von 1848/49 gescheitert war, hatte sie doch tiefe Eindrücke bei den Bürgern von Neustadt und Umgebung hinterlassen.
Obgleich Deutschland am Ende ein Territorialstaat ohne Zentralgewalt bleibt und die Macht des Adels ungebrochen bleibt, kann man sehr wohl behaupten, dass die Ereignisse von 1848 und 1849 durchaus einen Wandel der Mentalitäten mit sich gebracht haben.

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4.2 / 5 Sternen (9 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2009
  • Note: 2
  • Aktualisiert: 05.12.16

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  • XD schrieb am 25.06.2014:

    Nicht schlecht aber zu viel

  • pusteblume schrieb am 06.09.2012:

    ist viel zu viel info.
    lieber kurtz unb knackig

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