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Peter der Große Referat

Inhaltsverzeichnis

Folgend ein Referat über Peter der Große und seine Reformen in Russland. Gemeint ist Peter I. der Große, geboren als Pjotr Alexejewitsch Romanow.

1. Die Stellung des Adels vor den Reformen Peters des Großen

1.1. Bedeutung des Adels

- auf militärischem Gebiet unentbehrlich, denn er stellte den Generalstab und das Gardekorps des Zaren
- in der Administration unverzichtbar, da er Gerichts- und Verwaltungsbeamte stellte
- auf wirtschaftlichem Gebiet relevant, denn der Großteil des Grund und Bodens lag in seiner Hand

1.2. Die Adelsgruppen

Vor den Reformen Peters war der Adel dem „mestnicestvo“, der Platzordnung unterworfen, in dem alle, die dem Zaren und Großfürsten zu Diensten waren, ihren festen Platz hatten.
Einstufung nach:

- Abstammung
- Verdiensten der Vorfahren
- eigenen Verdiensten

1.2.1. Der Residenzadel - „Zarenhöflinge“

Dienstpflichtige am Hof und einströmende Provinzadlige
1681: 6385 Mann
1700: 11533 Mann
- in Friedenszeiten Hof des Zaren, z. T. mit verschiedenen Sonderaufgaben in den Provinzen oder außer Landes
- im Krieg Leibregiment und Generalstab des Zaren.
- größtenteils pro-westlich orientiert
- höhere Zuwendungen als der Provinzadel
Er unterteilte sich in:
1. Stolniki („Tischleute“), die an der Tafel des Zaren Speisen und Getränke reichten
2. Striapschije, die die „striapnia“ des Zaren, also Zepter, Hut und Tuch, trugen
3. Moskauer Edelleute, ohne eigentliche Aufgabe, Beamte z. b. V.
4. Shilzy („Einwohner“), häufig „Eingangsamt“ für künftige Stolniki und Striapschije

1.2.2. Der Provinzadel - „Adel jeglichen Ranges“

- oftmals verarmt, kleine Güter, keine weiteren Einkünfte
- Abhängigkeit vom Zaren oder Moskauer Fürsten
- keine Standesvertretung
- hoffte, durch den Heeresdienst aufzusteigen und die Gunst des Zaren zu erwerben (vgl. oben)
- keine weitere Unterteilung, gewisse Abgrenzung zu den „Bojarenkindern“, die auf Gedeih und Verderb den Großfürsten ausgeliefert waren

1.3. Verhältnis des Adels zu den Bauern

1.3.1. „Schwarze“ und „weiße“ Bauern

- Verfestigung der Leibeigenschaft 1648/49 durch Schollenpflichtigkeit ð volle Verfügungsgewalt des Grundherrn über seine Bauern, immer mehr „schwarze“ (= freie) werden zu „weißen“ (= abhängigen)
- Cholopen (völlig Unfreie) durften, ebenso wie die Bauern, nicht mehr verkauft werden, waren von Steuern befreit ð Grundherren machten viele Bauern zu Cholopen, um mit ihnen Handeln zu können und Steuern zu sparen

1.3.2. Fluchtmöglichkeiten der Bauern

- das „Läuflingswesen“: Bauern fliehen vor ihrem Grundherrn, verstecken sich in Wäldern oder gehen in die nächste Stadt
- der Heeresdienst: Möglichkeit, durch Verdienste aufzusteigen
- passiver Widerstand: Ungehorsam und Asrbeitsverweigerung; Bittschriften an den Zaren

1.3.3. Das Beispiel Stepan Razin

- 1667: der Don-Kosake Stepan [Stenka] Razin überfallt Klöster, zaristische Ämter und Amtsträger
- viele Läuflinge schließen sich ihm an, bis zu 20000 Mann stehen unter Razins Befehl
- Ziele der Erhebung: Beschränkung der Bojarenherrschaft, demokratische Versammlungen, Aufhebung der Leibeigenschaft
- ab 1670 gewinnen zarische Truppen die Oberhand, Razin wird gefangen genommen und 1671 hingerichtet

2. Die Veränderungen durch Peter den Großen

Die Zusammenfassung der Reformen Peters der Großen lassen sich an folgenden Hauptanliegen festmachen:
1. der Militärreform
2. den Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des regulären Bestandes der Streitkräfte zu Wasser und zu Lande
3. den vorbereiteten Maßnahmen zur Vermehrung des Staatseinkommesn
4. der finanzwirtschaftlichen Neuerung
5. den allgemeinen Maßnahmen zur Sicherstellung einer erfolgreichen Durchführung der militärischen und wirtschaftlichen Reformen

2.1. Militärreform und Dienstpflicht

- Umstellung der Dienstpflicht vom Feldaufzugsgebot auf den permanenten Gamaschendienst
- Beginn einer militärischen Karriere als gemeiner Soldat (Februar 1714)
- Heerschau und Aufteilung des adligen Nachwuchses auf die Schulen in Reval, in Holland oder in Moskau
- Pflicht zum Militärdienst
Ziel der Militärrefom und der Dienstpflicht:

  • Erhöhung des Soldatenbestandes
  • Umgestaltung der Armee nach allständischem Prinzip
  • Auslese der qualifiziertesten Kräfte für Armee und Verwaltung

2.2. Das Einerbengesetz

- der Besitz eines Erblassers sollte ungeteilt an den Einzelerben übergehen (März 1714)
- Öffnung der Kaufmann- und Handwerkberufe für den Adel
Nutzen des Gesetzes:

Sicherung der staatlichen Einnahmen

‘Schutz vor Untergang der großen Adelsgeschlechter’

Zwang auf die ohne Erbe bleibenden Adligen, sich der Kaufmannschaft, dem Handwerk oder Studien zu widmen, und damit für den Staat den Grundstock für zuverlässige und versierte Beamte zu stellen

2.3. Die Zivilämter

Zwei neue Ämter pars pro toto.

2.3.1. Das Landratsamt

- 1712 der erste Landrat im Gouvernement St. Petersburg
- in großen Gouvernements 12, in mittleren 10, in kleinen 8 Landräte
- Unterstützung des Gouverneurs (Kollegialitätsprinzip) und Standesvertretung des Provinzadels, de facto aber Sonder- und Verwaltungsaufgaben ð Umwandlung des Landrats in eine Art Verwaltungschef, dem Gouverneur unterstellt
- ab 1716 Amt für in den Ruhestand getretene und geeignete Offiziere

2.3.2. Der Heroldsmeister

Als „Minister“ für die Belange des Adels hauptsächlich mit drei Aufgabengebieten betraut:
1. Verwaltung des Adels „des ganzen Reiches seiner Majestät“
2. Führung der Personalverzeichnisse sowie der Geburts- und Sterberegister
3. Kontrolle über die dienstliche Verwendung aller männlichen Adliger
Ä somit bestand (pro forma) eine lückenlose Überwachung des Adels, damit dieser seiner Dienstpflichten
nachkam

2.3.3. Die Rangtabelle

- faktische Gleichstellung der Ämter in Heer und Marine, der Zivil- und der Hofämter
Ä s. Anhang

2.4. Die „Revisionsseelen“

- durch Einführung der Kopfsteuer bestand die Notwendigkeit, alle Bauern steuerpflichtig zu machen (bis dato Cholopen von Steuern befreit) ð Sammelbegriff „Revisionsseelen“ sowohl für Vollbauern als auch für Unfreie
- de iure Besserstellung der bäuerlichen Schicht, de facto Schlechterstellung durch Verlust des Status „Vollbauer“ und weitergehende Auslieferung an den Grundherrn

3. Die Stellung des Adels nach den Reformen Peters des Großen

3.1. Auswirkungen durch die Militärreform

- Aufstieg offiziell nur noch durch Leistung möglich
- Möglichkeit des Aufstiegs für den Provinzadel durch militärische Dienste (Gamaschendienst)
- Stabilisierung des Hoch- bzw. Residenzadels
- strenge Musterungsaufforderungen wurden trotz Strafandrohung häufig umgangen

3.2. Wirkung des Einerbengesetzes

- Blockadehaltung des Adels unter Berufung auf den Notstandsartikel (Art. 12)
Ä 1725 Modifikation des Gesetzes
1730 endgültige Aufhebung

3.3. Resonanz auf die Zivilämter

Die Zivilämter erfreuen sich großen Zuspruchs, da
1. keine Kriegsgefahren drohen
2. sie den militärischen Ämtern nun gleichgestellt waren (auch in puncto Besoldung)
- Bereitschaft der Jugend, in einem zivilen Amt zu fungieren
- Vorteil für den Staat: besser ausgebildete (zivile) Beamte

3.4. Die Adelsgruppen

Adel unter dem Sammelbegriff „dvorjanstvo“, offizielles Ende des Residenz- und Provinzadels, aber:

ständige Nähe und ständiger Zugang des „Residenzadels“ zum Hof und zum Zaren

teilweise Schlechterstellung des „Provinzadels“

Übernahme quasi-staatlicher Aufgaben durch den Provinzadel
Entwicklung des Dienstadels zum grundherrlichen Adel durch Entlohnung mit Ländereien

- nun folgt der letzte Gliederungspunkt im Peter der Große Referat und spricht von den Reaktionen, die Peter der Große auf sein Bemühen hin bekommen hat.

4. Die Reaktionen

4.1. des Adels

- für konservative Moskauer Kreise (Reformen = Revolution) war Zarewitsch Alexej (1690-1718) die Hoffnung gegen die Reformen Peters, öffentlich opponierten sie jedoch nicht gegen den Zaren
- für die Altgläubigen stellte Peter den „Anitchristen“ dar, den es (sublim) zu bekämpfen galt
- durch den Tod/ die Ermordung Alexejs starben auch die Hoffnungen des Adels und der Raskolniki

4.2. der Bauern

- besonders in der Don-Gegend weiterhin Aufstände von Bauern und Kosaken, wobei die Kosaken als Führer der Erhebungen galten
- auch die bäuerlichen Schichten der „Fremdvölker“ (z. B. Baschkiren) erhoben sich gegen die Unterdrückung, die ihnen neben der als „Fremdvölker“ zuteil wurde
- Arbeiteraufstände in Moskau und Umgebung, als diese wie schollenpflichtige Bauern behandelt wurden

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  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2011
  • Note: 1
  • Aktualisiert: 26.11.16

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