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Die Vertreibung der Deutschen aus den Ost-Gebieten

Inhaltsverzeichnis

Die folgende Arbeit beschäftigt sich als Referat mit der Vertriebenen-Frage der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg. Hier wurden viele Bevölkerungsteile aus ihrer Ostpreußischen Heimat vertrieben. Dieser Text bietet zu dieser Thematik der "Flucht der Deutschen" aus dem Osten vor "den Russen" eine gute Übersicht. Zwar ist der Text ausgeschrieben, kann aber auch als Grundlage für ein Referat über Vertriebene herhalten.

Einleitung

In diese Aufgabe werde ich über die Flucht und die Vertreibung von Millionen von Deutschen am Ende und nach dem zweiten Weltkrieg schreiben. Man weiß heute viel über die Grausamkeiten Hitlers und seinem nationalsozialistischem Regime. Wenige wissen aber über die Grausamkeiten, die gegen die Deutschen, die am Ende und nach dem Krieg, passiert sind. In Sonderstellung kommt hier die Flucht und Vertreibung von 14 Millionen Deutschen und Deutschstammigen aus dem ehemahligem deutschen Ostgebieten, der ehemahligen Tschechoslowakei und südosteuropäischen Gebieten. Darüber will ich diese Aufgabe widmen.

1. Was war die Vertreibung?

Im November 1943 in Teheran, während des zweiten Weltkrieges, hatten die drei kommenden Siegermächte sich über die Verschiebung Polens um 250 Kilometer nach Westen auf Kosten des Deutschen Reiches entschieden. Diese 114 000 Quadratkilometer sollte für Polen einen Ersatz sein, für die 180 000 Quadratkilometer das Land im Osten an die Sowjet-Union verlor. Dieser Entschluss wurde im Februar 1945 in Jalta endgültig besiegelt, und war der Anfang der größten Völkervertreibung je gesehen in der Geschichte. Aus den Gebieten östlich der Oder-Neisse Linie, aus Sudetenland in der ehemahligen Tschechoslowakei und aus dem ganzen Ost-Europa wurden Millionen von Deutschen und Deutschstämmigen von ihren Heimat verjagt und vertrieben. Mehr als 14 Millionen Deutche mussten ihre Heimat verlassen, um in Rumpf-Deutschland um zu siedeln. Unter diesen Menschen kamen mehr als zwei Millionen um das Leben (einzelne Schätzungen gehen bis zu 2,8 Millionen). Die größere Mehrzahl von den Vertriebenen waren Unschuldig, die für die Rachsucht gegen den Nationalsozialismus Hitlers zahlen mussten.

1.1 Historische Zusammenfassung

Die ehemahligen deutschen Ostgebieten wurden zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert von Deutschsprachigen Menschen kolonisiert. Diese Ostsiedlung hat sich meistens friedlich ereignet, und die einheimische Bevölkerung von Elb- und Ostseeslawen hatten sich mit den deutschen Neuankömmlingen assimiliert.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, kamen einige östliche Teile des Deutsches Reiches unter polnische Verwaltung. Das Warthegau Gebiet war eines von diesen Gebieten, und hatte Deutschland in zwei geteilt. (Ost-Preuben und das übrige Deutschland). In diesen Gebieten wurde es versucht von den polnischen Behörden, eine möglichst viel homogene polnische Bevölkerung zu schaffen. Deswegen wurde die deutsche Minderheit in der Zwischenkriegszeit in diesen Gebieten dramatisch kleiner (von 35 bis zu 9 % der Gesamtbevölkerung), obwohl man sich auf polnische Seite nicht ohne Rücksicht auf die Menschenrechte verhalten hatten. Mit dem Angriff auf Polen in September 1939, kamen diese Gebiete noch einmal unter deutsche Verwaltung. Der Diktator Hitler und viele von seinen Mitarbeitern, kümmerten sich wenig um die Menschenrechte. Was sie interessierte, war Lebensraum für die sogenannte arische Rasse zu räumen. Mit dem "Generalplan Ost", der von Hitlers Mitarbeitern ausgearbeitet wurde, hatten das Nationalsozialistische Regime sich dafür entschieden, große Gebiete östlich des Deutsches Reiches einzudeutschen, das heißt, der gröbte Teil der einheimischen Bevölkerung zu vertreiben und es günstig zu machen für Deutschen dort um zu siedeln, und somit das Gebiete schließlich deutsch wurde.

Deutschland verlor den Krieg, und der "Generalplan Ost" wurde deshalb nicht durchgeführt, obwohl viele in den besetzten Gebieten um das Leben kamen, während der nazistischen Gewaltherrschaft. Es gab leider aber auch andere als Hitler und sein Regime, die Pläne über Vertreibung hatten. Unter den Leitern der drei Siegersmächte hatte besonders der Leiter der Sovjet-Union, Josef Stalin, konkrete Pläne über Expanison in den Westen gehabt, dies aber auf Kosten des Deutsches Reiches. Die anderen Leiter hatten, mindestens am Anfang, keine Einwände dagegen. Winston Churchill, der Kriegsminister Englands, hatte diesen Plänen sogar beigestimmt, und hatte geäußert, dass Vertreibung die beste und dauerhafteste Methode wäre, und dass die große Umsiedlungen, die mit der Vertreibung verbunden waren, ihn nicht beunruhigte.

2. Wie erreignete sich die Vertreibung?

„Man hatte wohl erwarten dürfen, dass nach der Entdeckung der Scheußlichkeiten, die sich in den Konzentrationslagern der Nazis ereigneten, niemals etwas derartiges wieder geschehen würde; das aber scheint leider nicht so zu sein. Zuverlässige Augenzeugen sagen aus, dass polnische Konzentrationslager bestehen, in denen deutsche Gefangene ebensolche Grausamkeiten erdulden.“
(Siegfried Kogelfranz, 1985, „Die Vertriebenen“, Seite 22)

Dies sind die Wörter des Historikers de Zayas, als er im August 1945 einen Memorandum vor dem US-Senat vorlegte. Die deutsche Wehrmacht hatte sich in Wahrheit furchtbar benommen. Zum Beispiel hatte der SS-Führer Heinrich Himmler Pläne über der Aussiedlung und Liquiderung von 20 Millionen Polen. Obwohl er glücklicherweise dieses Ziel nie erreichte, gelang es aber ihm und seinen Mitarbeitern trotzdem ein Viertel der Bevölkerung Polens systematisch zu vernichten.

Wie de Zayas es vor dem US-Senat präsentierte, hatten sich aber leider die russischen, polnischen, tschechoslowakischen und jugoslawischen Soldaten nicht viel besser benommen, nachdem sie ihre Chance zur Rache bekamen. Als sie schließlich deutsche Boden besassen, hatten sie Frauen (oft auch Mädchen) vergewaltigt, große Teile der Zivilbevölkerung bestialisch ermordet (zwischen 2 und 2,8 Millionen kamen um das Leben), und sogar Vernichtungslager errichtet (oder deutsche Vernichtungslager weiter benutzt).

2.1 Die Greuel von Nemmersdorf

Das Dorf Nemmersdorf in Ostpreußen war der Ort wo der Rachedurst der Roten Armee zum ersten Mal zum Auslauf kam. Nemmersdorf wurde von der Roten Armee im Oktober 1944 übernommen, und dann wenige Tage später von der Wehrmacht zurückerobert. Die Untaten die die Rotarmisten dort getrieben hatte, wurde von einer internationalen Ärztekommision untersucht. Einem von den Mitgliedern dieser Ärtzekommision hat es so beschrieben:

„An dem ersten Gehöft... stand ein Leiferwagen. An diesem waren vier nackte Frauen in gekreuzigter Stellung durch die Hände angenagelt. Weiter fanden wir dann in den Wohnungen insgesamt 72 Frauen einschließlich Kinder und einen alten Mann von 74 Jahren, die sämtlich tot waren, fast ausschließlich bestialisch ermordet, bis auf nur wenige, die Genickschüsse aufwiesen. Unter den Toten befanden sich auch Kinder im Wickelalter, denen mit einem harten Gegenstand der Schädel eingeschlagen war.
In einer Stube fanden wir auf einem Sofa in sitzender Stellung eine alte Frau von 84 Jahren vor, die vollkommen erblindet gewesen und bereits tot war. Dieser Toten fehlte der halbe Kopf, der anscheinend mit einer Axt oder einen Spaten weggespalten war... Die Ärztekommision stellte fest, dass sämtliche Frauen wie Mädchen von acht bis zwölf Jahren vergewaltigt worden waren, auch die alte blinde Frau von 84 Jahren“
(Siegfried Kogelfranz, 1985, „Die Vertriebenen“, Seite 17)

Diese furchtbare Reportage von „Der Greuel von Nemmersdorf“ als die Nazi-Propaganda es genannt haben, hat natürlich Leuten in dem östlichen Deutschland erschreckt. Das Nazi-Regime hat für unerlaubte Evakuierung aber mit Todesstafe bedroht.

2.2 Königsberg

„2000 Kilometer sind wir marschiert und haben die Vernichtung aller Errungenschaften gesehen, die wir 20 Jahren aufgebaut haben. Nun stehen wir vor der Höhle, aus der heraus die faschistischen Angreifer uns überfallen haben...Gnade gibt es nicht, wie es auch für uns keine Gnade gegeben hat. Das Land der Faschisten muss zur Wüste werden, wie unser Land, das sie zur Wüste gemacht haben. Die Faschisten müssen sterben, wie auch unsere Soldaten gestorben sind“

Dies sind die Wörter des General Tschenjachowskis, als er mit seiner 3. Weibrussische Front vor Königsberg stand. (Siegfried Kogelfranz, 1985, „Die Vertriebenen“, Seite 18-19). Es starben nicht nur Faschisten und Soldaten, vor und nach der Königsberger Kapitulation am April 1945, sondern nach der Kapitulation, wurde die ganze überlebende Bevölkerung aus der Stadt getrieben. Als die Bevölkerung nach mehreren Tagen zurückkehren durften, war die ganze Stadt vollständig geplündert. Die Bürger von Königsberg hatten nun nichts zu essen, außer was sie selbst finden konnten, wie Brennesseln, Löwenzahn und Lindenblättern. Nirgendwo im deutschen Osten verhungerten soviele Menschen wie in Königsberg. 1948 war die deutsche Stadt Königsberg das russische Kalingrad geworden, als der Rest der einheimischen deutschen Bevölkerung weggeschickt wurde.

2.3 Polnische KZ-Lager für Deutsche

Wie die Deutschen während des Krieges, hatten auch die Polen nach dem Krieg Konzentrationslager. Einigen von diesen waren kaum besser als die KZ-Lager der Nazis, und einige von ihnen waren so gut wie Vernichtungslager für Deutsche. Eines von den schlimmsten dieser Lager war das Lager Lamsdorf. Dieses Lager wurde zwischen Juli 1945 und Herbst 1946 von einem zwangigjährigem Partisan namens Gimborski geleitet. Tausende wurden unter seiner Leitung ermordet und gefoltert. Bei einem Barackenbrand am 4. Oktober 1945, wurde zum Beispiel 600 Insassen erschossen, erschlagen oder verbrannt. Der überlebende Lagerarzt, Heinz Esser berichtete, dass 6488 Menschen, darunter 628 Kinder, im Lager Lamsdorf ums Leben kamen. Über den Todesursachen hat er follgendes gesagt: „Die meisten Todesursachen waren entweder Tod durch Mißhandlungen, infolge Aushungerung, Erstickung der Lebendigen indem man sie begrabene oder Erschossen hat. (Siegfried Kogelfranz, 1985, „Die Vertriebenen“, Seite 21).

In dem Lager wurden auch Familien oft auseinandergerissen. Ein Beispiel von dies handelt von einem Insassen der es so beschrieben hat: „Eine Frau fand im Lager ihren Mann wieder. Sie ging freudig auf ihn zu und musste dafür mit ihrem Mann in glühender Sonne liegen, ohne Essen, das Gesicht der Sonne zu. Beide sind daran gestorben.“. (Siegfried Kogelfranz, 1985, „Die Vertriebenen“, Seite 21).

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2.4 Tschechoslowakei/ Theresienstadt

Obwohl die Tschechen weit weniger unter der NS-Herrschaft gelitten hatten als die Polen, wurden nach dem Krieg Deutschen in der Tschechoslowakei kaum besser als in Polen behandelt. Wie unter den Nazis die Juden den Judenstern tragen mussten, mussten die Deutschen in der Tschechoslowakei eine weiße Armbinde mit dem Buchstabe „N“ (für Nemec –Deutscher) tragen. Auch auf vielen anderen Weisen wurden die Deutschen ähnlich wie die Juden während der Nazi-Zeit behandelt. Sie durften straflos gequält, beraubt, vergewaltigt und totgeschlagen werden. Auch die Tschechoslowaken benutzten KZ-Lager, und zwar oft die KZ-Lager, die die Deutsche Wehrmacht schon errichtet hatten. Einem von diesen Lagern war Theresienstadt. Der jüdische Schriftsteller H.G. Adler war unter den Nationalsozialisten selbst in Theresienstadt ein Gefangene gewesen. Als er 1946 die Verhältnisse im Lager als Deutsche dort eingesperrt waren schilderte er, dass obwohl manche der Insassen verbrechen während des Krieges verübt hatten, waren die Mehrzahl nur eingesperrt, weil sie Deutsche waren. Er sagte auch, das die Insassen dort elend ernährt und misshandelt wurden, und das dieses Lager auf der selben Weise wie die deutschen Lager getrieben wurde. Adler berichtete auch, dass obwohl das Lager unter tschechischer Verwaltung stand, wurden Russen nicht verhindert, wenn sie weibliche Insassen vergewaltigen wollten.

Von den über drei Millionen Sudetendeutschen, die in der Tschechoslowakei vor dem Krieg wohnten, starben vor und während der Vertreibung etwa 270 000. Der britische Ministerpresidänt Churchill, glaubte September 1941, nachdem er mit der Prager Exilregierung über der Vertreibung der drei Millionen Sudetendeutsche zugestimmt hatte, dass es naiv anzunehmen war, dass es möglich wäre, drei Millionen Menschen auszutreiben. Seiner Meinung nach, würde es „ein ungeheuerer Erfolg“ sein, eine Million von ihnen zu umsiedeln. Möglich wurde es trotzdem, und etwa drei Millionen wurden gezwungen ihre Heimat in der Tschechoslowakei zu verlassen.

2.5 Jugoslawien

In Jugoslawien wurde der höchste Anteil der Volksdeutschen ermordet. Von etwa 200 000 Menschen sind etwa 135 000 gestorben oder verschollen. Das hat einen Zusammehang mit der Grausamkeit, mit dem der Krieg auf dem Balkan geführt wurde. Zum Beispiel ließen die Wehrmacht 2 200 jugoslawische Einwohner erschießen, nach einem Partisanenüberfall in der Stadt Topola, als „Sühne“ für die 22 Personen die bei dem Überfall umgekommene Deutsche Soldaten.

In vielen Dörfern, in denen Deutsche wohnten, zogen jugoslawische Exekutionskommandos aus und ermordeten alle Männer über 14 Jahre. In vielen Lagern, wie dem Lager Rudolfgnad, waren nachher die Hälfte von den Insassen Kinder unter 14. Die meisten von diesen waren Waisenkinder. In den Jahren nach dem Krieg, wurden viele von diesen Waisen in staatlichen Kinderheimen angebracht, wo sie nur serbokroatisch sprechen durften.

3. Kann man die Vertreibung rechtfertigen?

Die Vertreibung wurde durchgeführt als ein Resultat von Hitlers Gewaltherrschaft. Diese Gewaltherrschaft war verantwortlich für Millionen von Getöteten in den Gebieten welche sie besatzen. Man kann deshalb gut den Hass verstehen, den die Mehrzahl dieser Gebiete gegen die Deutsche Wehrmacht fühlte. Das Zitat unterhalb ist von einem Flugblatt für Rotarmisten, von dem Schriftsteller Ilja Ehrenburg. Es zeigt wie mächtig der Hass gegen die Deutschen für viele war:

„Die Deutschen sind keine Menschen. Von jetzt ab ist das Wort Deutscher für uns der allerschlimmste Fluch. Von jetzt ab bringt das Wort Deutscher eine Gewehr zur Entladung. Wir werden nicht sprechen. Wir werden töten. Wenn du nicht im Laufe eines Tages wenigstens einen Deutschen getötet hast, so töte einen zweiten – für uns gibt es nichts lustigeres als deutsche Leichen. Zähle nicht die Kilometer. Zähle nur eines, die von dir getöteten Deutschen! Töte den Deutschen – dieses bittet dich deine greise Mutter. Töte den Deutschen – dieses bittet dich deine Kinder. Töte den Deutschen – so ruft die Heimaterde. Töte!“
(Siegfried Kogelfranz, 1985, „Die Vertriebenen“, seite 16)

Man kann vielleicht gut diesen Hass verstehen, und zwar besonders bei denen, die durch die Grausamkeiten des Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ihre Famile und Freunde verloren haben. Zum Beispiel wurde ein Viertel der Bevölkerung Polens von den Nazis liquidiert. Ist es aber deshalb möglich die Vertreibung von 14 Millionen Menschen und deren mehr als zwei Millionen umgekommenen aufgrund dieser Grausamkeiten zu rechtfertigen? Ist es überhaupt möglich ein ganzes Volk für etwas Verantworlich zu machen, und deshalb bestrafen? Unter den 14 Millionen Vertriebenen waren nicht alle Kriegsverbrecher. Im Gegenteil, es waren die Mehrzahl von diesen unschuldig für Hitlers Untaten, und ihr einziges Verbrechen war ihre Nationalität.

In der Nachkriegszeit ist es sehr viel auf den Grausamkeiten des Nationalsozialismus geschaut worden. Viele Museen sind errichtet worden, und es wird in den Schulen sehr viel darüber unterrichtet. Die Untaten die die Allierten getan haben spricht man nur sehr selten an oder überhaupt nicht. Wenn man aber dies tut, wird es oft pointiert, dass Hitler die Schuld hatte, und dass man den Rachedurst verstehen muss. Man kann sich aber trotzdem fragen, ob die Allierten ganz ohne Verantwortung sind, besonders was die Leiter dieser Nationen betrifft. Als Albert Schweitzer in 1954 den Friedensnobelpreis in Oslo bekommen hat, erläuterte er in seiner Rede die Gewissenlosigkeit, die mit der Vertreibung und den Neuordnungen Europas nach dem Krieg durchgeführt wurde:

„In schlimmster Weise vergeht man sich gegen das Recht des geschichtlich Gegebenen und überhaupt gegen jedes menschliche Recht, wenn man Völkerschaften das Recht auf das Land nimmt, das sie bewohnen. Dass sich die Siegermächte am Ende des Zweiten Weltkrieges dazu entschlossen, vielen Hunderttausen Menschen dieses Schicksal, und dazu noch in der härtesten Weise, aufzuerlegen, lässt ermessen, wie wenig sie sich der ihnen gestellten Aufgabe einer gedeihlichen und einigermaßen gerechten Neuordnung der Dinge bewusst wurden.“
(Siegfried Kogelfranz, 1985, „Die Vertriebenen“ seite 29)

3.1 Josef Stalin

Die Politik Josef Stalins, der Leiter der Sowjet-Union, war oft von einem Drang nach Expanison geprägt. Seine Methoden konnte man auch behaupten, waren so skrupellos wie Hitlers. Sein Drang nach Expansion zeigte er, als er am 23. August 1939 mit dem deutschen Außenminister Ribbentrop ein Abkommen machte, in dem die beiden Länder sich zu einer Nichtangriffspakt einigten. In diesem Abkommen, gab es auch ein geheimes Zusatzabkommen, das Ostmitteleuropa in zwei Einflußphären zwischen die Sowjet Union und Deutschland aufteilte. Diese Linie ging durch das polnische Staatsgebiet. (Hagen Schulze, „Kleine Deutsche Geschichte“, 1998, Seite 210).

Mit seinem Drang nach Expansion, war Stalin auf vielen Weisen die Triebkraft hinter der Vertreibung der Deutschen. Als „die Großen Drei“ 1943 in Teheran, im Februar 1945 in Jalta, und im August 1945 in Potsdam Abkommen über die Vertreibung oder „Umsiedlung“ der Deutschen fassten, war er immer unter den drei Leitern die die Vertreibung forderte. Die anderen Leitern hatten, mindestens Anfangs keine Proteste einzuwenden.

Stalin war auch der, der unter den „Großen Drei“, am meisten für die Durchführung der Pläne über die Vertreibung der Deutschen beitrug. 1949, zum Beispiel, als die Briten in ihre Besatzungszone den Zuzug von Flüchtlingen aus dem Sudetengebiet stoppen mussten, weil die Lebensmittelversorgung im Gefahr war, öffnete Stalin für Aufnahme der Ausgetriebenen Sudetendeutschen in der russische Zone (DDR). (Siegfried Kogelfranz, 1985, „Die Vertriebenen“ seite 27)

3.2 Winston Churchill

„Polen könnte sich nach Westen verlagern, wie Soldaten, die seitlich wegtreten. Falls es dabei auf einige deutsche Zehe trete, könne man das nicht ändern.“
„Die nach unserem Ermessen befriedigenste und dauerhafteste Methode ist die Vertreibung. Sie wird die Vermischung von Bevölkerungen abschaffen, die immer zu endlosen Schwierigkeiten führt, wie in Elsass-Lothringen. Mich beruhigen diese großen Umsiedlungen nicht, die unter modernen Verhältnissen besser als je zuvor durchgeführt werden können.“
(Siegfried Kogelfranz, 1985, „Die Vertriebenen“ seite 11)

Diese Aussagen stammen von Winston Churchill. Die erste Aussage hat er 1943 in Teheran gezagt, und die Zweite am 15. Dezember 1944 vor dem Londoner Unterhaus. Man kann auch seine Gefühle gegen Deutschland, nach vielen harten Jahren von Krieg und „Blut, Schweiß und Tränen“, verstehen. Vielleicht ist es aber ein bisschen zu einfach, ihm und den Leitern der anderen Allierten Länder, die ganze Verantwortung für die Vertreibung zu geben?

Neun Monate nach seiner Rede vor dem Londoner Unterhaus, hatte der Gang der Vertreibung Churchill erschreckt, und er hatte geäußert, dass „eine Tragödie ungeheuren Ausmaßes“ sich hinter dem Eisernen Vorhang erreignete. Letzlich im Sommer 1945 an der Potdamer Konferenz war er trotzdem mit dem Beschluss von Vertreibung einverstanden, und hatte noch einmal festgestellt, dass die drei Regierungen der Siegermächte erkennt hatten, dass die deutsche Bevölkerung in Polen, den Tschechoslowaken und Ungarn zurückgeblieben waren, und nach Deutschland überführt werden mussten.

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4.2 / 5 Sternen (13 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 13. Klasse
  • Erstellt: 2006
  • Note: 1
  • Aktualisiert: 09.08.16

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  • Tobi schrieb am 05.12.2012:

    und wo ist nur das Handout hier drüber...??

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