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Unterkunft, Einquartierung & Leben der Soldaten

Inhaltsverzeichnis

Folgend ein Ergebnisprotokoll zum Thema "Einquartierung - wo wohnten die Soldaten?". Es wird also das Leben der Soldaten in ihrer Unterkunft behandelt. Wenn wir von dem Leben der Soldaten sprechen, so meinen wir jene Krieger, die in der Frühen Neuzeit (ca 1500 bis 1800 Jahrhundert) lebten.

1.Literatur:

Pröve, Ralf: Der Soldat in der „guten Bürgerstube“. Das frühneuzeitliche Einquartierungssystem und die sozioökonomischen Folgen, in: Kroener/Proeve: Krieg und Frieden. Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit, Paderborn 1996, S.191 – 217.

2. Die historische Ausgangssituation:

Durch den Aufbau der immer größer werdenden stehenden Heere wurden die Fürsten immer mehr mit dem Problem der Verpflegung, Besoldung, Ausbildung und Unterbringung der Soldaten konfrontiert. Diesbezüglich mussten einheitliche Richtlinien entwickelt werden, die von einer neu gebildeten Heeresverwaltung und den Komissaren zu erfüllen waren. Diese Versorgung hatte gewaltige Einschnitte in Sachen Steuern und Abgaben der Bevölkerung zur Folge. Junge Männer wurden frühzeitig zur Armee geworben und Bürger mussten Soldaten in ihren Häusern und Höfen eine Unterkunft bieten.

3. Unterschiede an gewährten Sachleistungen der Soldaten und Offiziere:

Natürlich gab es sowohl in der Besoldung als auch in der Unterbringung der „einfachen Soldaten“ und Offiziere div. Unterschiede. Diese wurden in Servicereglements festgehalten, die von den Kommisaren und der Heeresverwaltung rausgegeben wurden.

Gemeiner:

Als Gemeiner hatte man Anspruch auf eine Kammer mit Bett, Rechte zur Benutzung der Küche und der dort vorhandenen Geräte und Mitgebrauchsrecht von „Feuer und Licht“ des Wirtes.

Unteroffizier:

Als Unteroffizier hatte man Anspruch auf eine größere und geräumigere Unterkunft.

Offizier:

Die Offiziere hatten, dieser Quelle nach Anrecht auf eine Stube, eine Kammer sammt Bett für einen Diener und einen Pferdestall mit 2-3 Pferden.

Oberster:

Als Oberster hatte man ein Haus (ohne andere dort wohnenden Bürger), eine Stallung und mind. 2 Betten für Dienstangestellte.

Quelle: Geldleistungen versus Sachleistungen nach dem Servicereglement von 1713 (Göttingen)

4. Daraus entstehende Problematik:

Aufgrund der Einquartierung großer Mengen an Soldaten und der damit verbundenen Verdrängung dort wohnender Bürger, folgte teilweise eine steuerliches Entgegenkommen des Fürsten. Allerdings Sorgten die Anwohnenden Soldaten auch für eine zusätzliche Wirtschaftskraft. Am Beispiel: Kultur und Alltag in der Frühen Neuzeit von Van Dülmen, würd besonders die Ablehnende haltung des „höheren“ Bürgertums gegenüber der Unterbringung von Soldaten in ihren Wohnungen bewusst. Div. Berufsgruppen waren allerdings auch von der Unterbringung der Soldaten befreit, wie z.B. Ratsmitglieder.

5. Ausmieten:

Ausmieten hatte die Bedeutung, dem Soldaten eine gewise Geldsumme anzubieten, sodass dieser sich für das ihm gezahlte Geld eine andere Unkunft bekam (die ihm zu zahlende Summe wurde auch nach den Servicereglements regelt). Diese Ausmietung konnte div. Gründe haben, wie z.B. Platzmangel, Versorgungsprobleme, Krankheitsängste. Allerdings gab er auch die nicht geregelte, private Ausmiete, durch die der Soldat unter der Hand bezahlt wurde.

Beispiel: Quelle einer Beschwerde der Göttinger Stadträte vom 17. Sept. 1749

Allerdings, gab es auch viele pos. Gründe der Einquartierung wie z.B. die Mitarbeit der Soldaten in den bürgerlichen Betrieben, da viele Soldaten eine Berufsausbildung besaßen um in den „freien Monaten“ Geld verdienen zu können. Auch die Eheschließungen zwischen Soldaten und Bürgerinnen war nicht selten gesehen.

6. Das Leben in der Kaserne:

Das Leben in der Kaserne war von einer „innermilitärischen“ Disziplinierung geprägt, die Gegenseitige kontrolle der Soldaten und die kontrolle der Unteroffiziere über die Soldaten sollte pos. auf diese Abfärben. Diese Kontrollpflichten der Unteroffiziere gegenüber der „Schlafburschen“, diese mussten zu einer bestimmten Zeit in ihrer Kammer sein und schlafen, zeigt die Quelle von Karl Friedrich von Gölden in der dieser von seinen Jugenderinnerungen (18.Jh.) berichtet.

7. Gründe für die Einquartierung der Soldaten:

I. Erstens ging es darum, das organisatorische Problem der räumlichen Unterbringung größerer Menschenmengen zu lösen.

II. Zweitens sollte mit der Einquartierung die innermilitärische Disziplinierung vorangetrieben und gesichert werden.

III. Drittens bildeten die einquartierten Soldaten das ideale landesherrliche Instrument zur Unterordnung der Stadt als Korporation.

IV. Viertens kommt die gegenseitige Kontrolle und Beaufsichtigung von Bürger und Soldat im Quartier hinzu. (Policey und gute Ordnung; Sozialdisziplinierung).

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4.3 / 5 Sternen (3 Bewertungen)
  • Autor: M.P.
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 1. Semester (Uni)
  • Erstellt: 2008
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 16.07.16

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