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Francisco de Goya Referat & Biografie

Inhaltsverzeichnis

Lieber User, nun ein Essay über Goyas Werk "die realistische Kriegskunst für die Massen" das sehr gut als Basis eines GOYA REFERATS darüber dienen kann. Zu aller erst ist jedoch als kleiner Tipp zu konstatieren, dass einem Vortrag hierzu immer auch eine kurze Goya-Biografie beiwohnen sollte, das heißt wichtige Lebensabschnitte als biographische Ecktdaten  Francisco de Goyas nennen und später in die Deutung seiner Schöpfungen einbeziehen! Auf gehts:

Francisco de Goya (* 30. März 1746 in Fuendetodos, Aragón (Spanien); † 16. April 1828 in Bordeaux (Frankreich) kann als  wegweisender Verbildlicher des Menschen und seiner psychischen Denkmuster begriffen werden. Er zeigte - mit allen Auswirkungen - in seinen „Los Desastres de la Guerra“, seine Ansicht von den Schrecken des Krieges, indem er die Technik der Druckgrafik einsetzte. Im Folgenden ist zu beleuchten, ob Francisco de Goya als realistischer Kriegsmaler die Bevölkerung mit dem wahren Gesicht des Krieges zu konfrontieren suchte, um die Schrecken des Krieges zu zeigen, oder ob er mit seinen Grafiken die Tiefen und Abgründe der menschlichen Seele in allen Facetten aufzuzeigen versucht hat.

In seinen frühen Jahren war Francisco de Goya Hofmaler für die königliche spanische Familie und portraitierte diese. Aus diesen Zeiten entstanden viele Gemälde, wie z.B. „Doña Isabel Cabos de Porcel“ oder „Die Familie Karls IV.“, in denen Goya weder Kriegsdarstellung noch andere Kunstwerke für ein größeres Publikum anfertigte. Er malte die in Auftrag gegebenen Personenbildnisse mit vielen Farben und in herrschaftlichen Posen und Positionen und verschönerte diese, wie es für die damalige Zeit üblich war, sodass deren besonderer Rang im Staate zur Geltung kam. Diese Auftrags- und Hofmalerei übte er lange Zeit aus. Sie war gebunden an strenge malerische Techniken und Vorgaben der damaligen Zeit, wurde für wenige Betrachter erstellt und hatte mit den späteren Radierungen und Grafiken keine Ähnlichkeit.

1799 kündigte Goya in einer Madrider Zeitung das Erscheinen einer Serie von 80 Radierungen an, den Caprichos (span: Launen). Ganz im Sinne der aufklärerischen, revolutionären  Gedanken der Französischen Revolution lehnte sich Goya gegen die Willkürherrschaft von Monarchie und Adel, Kirche und Justiz auf. Dies unterstrich er besonders mit seiner Distanzierung von der damals üblichen und unterrichteten Malerei zu den Techniken und Motiven seiner oben erwähnten Launen. Mit diesem Schritt wandte er sich offen gegen die Unterdrückung seiner Landsleute, die immer mehr verelendeten.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Goya stets behauptete, dass seine Themen ideellen Ursprungs seien, also seiner Phantasie entsprungen und nicht aus der Natur gegriffen. Damit flüchtete sich Goya in den sicheren Raum der künstlerischen Freiheit. Die hochbrisanten Themen seiner Bilder gefährdeten schließlich seine Stellung und sein Einkommen als Hofmaler und deshalb zog Goya die Serie zurück, die sich vor allem an das einfache Volk richten sollte, da man diese Bilder in größerer Stückzahl hätte produzieren lassen können. Neben der oben erwähnten (schein-)realistischen Kunst des Portraitierens, mit der er sein Leben reproduzierte, verläuft parallel eine zweite scheinbar unvermittelte einher, eine surreale, phantastische, die eine Welt vorwurfsvoll thematisiert, in der Heldengestalten, höllische Ungeheuer und dämonische Tiere zu Hause sind. „II sueno de la razon. produce monstruos", der Traum der Vernunft gebiert Ungeheuer, steht auf dem Blatt, das Goya als Titel für die Caprichos geplant, und auf dem er sich selber dargestellt hat, wie er verzweifelt am Schreibtisch sitzt, den Oberkörper über den Tisch geworfen, das Gesicht in den Armen verborgen, während blutsaugende Fledermäuse und andere Nachtraubvögel über ihm schwirren. In diesem „Deckblatt“ und den nachfolgenden Zeichnungen werden immer wieder diverse Tierdarstellungen benutzt, um menschliche Beziehungen, Unterdrückungsmechanismen und psychische Abgründe aufzuzeigen. Diese werden durch die Technik der Radierung und durch schwarz - weiß Kontraste besonders hervorgehoben.

Das Gemälde „Kampf mit den Mamelucken am 2. Mai 1808 in Madrid“ erinnert eher an die typischen Schlachtengemälde der damaligen Zeit, eine kämpfende Szenerie, in der besonders die Reiter im Mittelpunkt stehen und „säbelschwingend“ auf die Feinde stürmen, was sehr stark an antike Schlachtenepen erinnert. Auch dieses Gemälde war selbstverständlich nicht einem größeren Publikum zugänglich und konnte lediglich von der königlichen Familie eingesehen werden. Auch das Gemälde „Erschießung der Aufständischen am 3. Mai 1808 in Madrid“ ist mit Öl auf eine Leinwand gemalt und dadurch nicht für die breite Bevölkerung gedacht. Diese Darstellung zeigt allerdings schon kein Gefecht an sich, sondern bedeutet eher einen Wendepunkt von der kunstvoll dargestellten heroischen Schlacht zum ordinären Schlachten von Menschen. Der im Mittelpunkt stehende und in weiß gekleidete „Aufständische“ erwartet mit erhobenen Armen und mit verängstigtem Blick auf seine Exekution durch das Erschießungskommando. Alle anderen im Bild erfassten Personen sind in dunklen Farben gehalten und treten dadurch in den Hintergrund. Diese Methoden sind noch typisch für die damaligen Kriegsdarstellungen, zeigen aber schon erste realistische Grausamkeiten, die der Krieg mit sich bringt, und beziehen sich schon teilweise auf die Abgründe der Caprichos.

Nach dem schon erwähnten Schlaganfall verändert de Goya seine Herstellungs- und Darstellungstechnik und er arbeitet mit Radierungen und Druckgraphiken, die in großen Mengen produziert werden können. Ob diese Wendung von seinem Schlaganfall oder von seinen Kriegserfahrungen während der napoleonischen Kriege beeinflusst ist, ist schwer zu sagen.

In seinen schon erwähnten „Los Desastres de la guerra“, die von 1810-1814 entstanden sind, schildert Francisco de Goya die Gräueltaten der Soldaten Napoleons im Kampf mit den spanischen Aufständischen ohne eine bestimmte Position einzunehmen. In seinem Bild „Barbaren!“ von 1812 ist die Hilflosigkeit der Zivilbevölkerung gegen die bewaffneten französischen Soldaten dokumentiert. Das Opfer ist an einen Baum gefesselt, zwei französischen Soldaten schießen ihm aus nächster Nähe in den Rücken. Ähnlich wie in dem Werk: „Der 3. Mai“, ist auch hier das Opfer machtlos gegen die gesichtslose Maschinerie der Soldaten. Wieder kreiert Goya mit seiner meisterhaften Hell-Dunkel-Malerei eine bedrohliche, surrealistische Atmosphäre. Komposition und Strichführung verstärken den Eindruck der ganz und gar dem heldenhaften Schlachtenepos widerspricht. In seinem Werk „Heldentat“ zeigt er entmannte, zerstückelte und gefolterte Männertorsi, die von einem Baum durchbohrt wurden oder an diesen gekettet sind. Es zeigt die Folgen, die der Krieg mit sich bringt, und erinnert nicht im Geringsten an die heldenhaften Reiter in Schlachtengemälden wie z.B. von Joseph Parrocel: Passage du Rhin par l'Arm, indem der Heerführer von einem Hügel über seine Armee blickend den Angriffsbefehl erteilt und somit vollkommen im Vordergrund steht. Außerdem ermöglicht die schon erwähnte Druck- und Radiertechnik die Massenherstellung der Grafiken, um wahrscheinlich auch das Volk mit diesen fürchterlichen Darstellungen zu sensibilisieren und den Krieg in seiner ganzen Brutalität zu zeigen.

Die schon erwähnte Hofmalerei war meiner Meinung nach für Goya nur Mittel zur Reproduktion seines Lebens, Möglichkeit, sich die Techniken und das damit verbundene malerische Fachwissen anzueignen. Schon 1799 entfernte er sich allmählich von dem Portraitieren und wandte sich der Radierung zu, wobei er diese Werke aus Angst vor der Inquisition und dem monarchischen Herrschaftshaus nicht veröffentlichte. Auch seine „Schrecken des Krieges“ erschienen erst nach seinem Tode, da er vielleicht Repressionen auch durch die französische Besatzung fürchtete. Seine bekanntesten Werke sind allerdings seine Radierungen. Während man seine „Caprichos“ als klar surreal bezeichnen kann, da sie als traumhaft im Sinne von unwirklich betrachtet werden und dennoch meist eine tiefere Aussage mit sich tragen, sind in „Los Desastres de la guerra“ Szenen dargestellt, die vielleicht „überspitzt“ wirken, aber dennoch die Brutalität des Krieges in ihrer ganzen Realität aufzeigen und die damit verbundenen Abgründe der Menschheit verdeutlichen.

Im Großen und Ganzen ist es sehr schwierig eine klare Definition von Francisco de Goyas Stil zu geben, da man seine Werke sowohl als real als auch als surreal bezeichnen kann. Der BegriffDada um 1920 in Paris entstand. Ziel war es, das Unwirkliche und Traumhafte sowie die Tiefen des Unbewussten Surrealismus war eine Bewegung in der Literatur und der bildenden Kunst, die in der Nachfolge von auszuloten und den durch die menschliche Logik begrenzten Erfahrungsbereich durch das Phantastische und Absurde zu erweitern, was eigentlich schon auf die „Launen“ von Goya zutreffen würde, die mehr als hundert Jahre früher entstanden. Dennoch trifft die Definition von Surrealismus meiner Meinung nicht auf die „Schrecken“ zu, in denen er tatsächliche Geschehnisse des damaligen „Guerillakrieges“ aufzeigt und den Krieg so real darstellt wie kein anderer Maler vor ihm. In diesem Sinne ist er möglicher Weise Wegbereiter und Vorreiter der heutigen Kriegsfotografie.

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SCHLUSSTIPP zum Einbeziehen der Francisco de Goya Biographie

Also, wichtig ist vor allem, dass egal ob bei einem Essay, einem Aufsatz oder einem Referat die Biografie de Goyas pointiert auszuführen und mit den nachfolgenden Inhalten zu verknüpfen. Das bedeutet, zuvorderst die wichtigsten Lebensdaten aus dem Leben von Francisco de Goya zusammenzustellen und in Beziehung zum eigenen Referat bzw. zur gestellten Aufgabe zu setzen. Biografische  Daten lassen sich schnell Wikipedia einsehen, verlässlich in jeder größeren Bilbiothek und dort in einem richtigen Lexikon - dem ist stes zu trauen.

Quellen des de Goya Referats:

-       Wikipedia: Surrealismus, Realismus

-       Die Geburt des Partisanen aus dem Geist der Graphik. Krieg als Capricho bei Francisco de Goya – Godehard Janzing

-       http://www.oel-bild.de/Kuenstler/Bilder/Gemaelde/Francisco-Jose-de--Goya.htm

-       http://www.kommunicare.de/01_themen/014_kunst/014_1_goya.htm

-       http://www.kommunicare.de/01_themen/014_kunst/schrecken_des_krieges.htm

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5 / 5 Sternen (1 Bewertung)
  • Autor: M.P.
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 2. Semester (Uni)
  • Erstellt: 2008
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 27.08.16

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