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Massen-Manipulation im Nationalsozialismus

Inhaltsverzeichnis

Massenmanipulation und Propaganda im Nationalsozialismus (REFERAT)

Die Propaganda ist ein sehr weit verbreitetes Mittel um Andersdenkende von der eigenen Meinung zu überzeugen.
Bei der Anwendung der Propaganda wird nicht versucht den Gegenüber durch logische Argumente zu überzeugen, sondern sie ist eher eine Art Überredung, die vor allem die Gefühle anspricht. Sie versucht also Andersdenkende- durch gezieltes Beeinflussen derer Urteils- und Entschlusskraft- für die eigenen Ideen und Weltanschauungen zu gewinnen.

Die Propaganda ist vor allem für kleine Gruppen sehr wichtig um sich dadurch mehr Anhänger zu sichern und somit auch an Einfluss zu gewinnen.
Dies hatte Hitler, als er 1933 an die Macht kam längst erkannt und so ernannte er im März Joseph Goebbels zum "Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda".
Zusammen mit dem schon kurz nach der Parteigründung im Dezember 1920 erworbenen Parteiverlag waren jetzt die Grundsteine für den Beginn der Propaganda gelegt.

Im Folgenden werde ich die verschiedenen Propagandainstrumente des Nationalsozialismus auflisten und sie etwas näher erläutern.

Allgemein wurde in allen Bereichen durch die Aufhebung der Versammlungs- und Pressefreiheit am 4.2.1933 und durch die Einführung der Reichskulturkammern am 22.9.1933 die freie Meinungsäußerung eingeschränkt.
Jeder, der hauptberuflich an der Entstehung oder Verbreitung von Kulturleistungen beteiligt war, musste jetzt Mitglied in der für seine Berufsgruppe zuständigen Einzelkammer sein.
Die Reichskulturkammer war in 7 weitere Kammern unterteilt, z.B. in die Reichspressekammer, die Reichsrundfunkkammer, die Reichsschrifttumskammer, die Reichstheaterkammer usw..
Diese Mitgliedschaft konnte aber von der entsprechenden Kammer verweigert oder aufgehoben werden, was einen Eintrag in der Personalakte und ein Berufsverbot zur Folge hatte.
Durch diese Maßnahmen konnte Goebbels, der unter anderem als Präsident der Reichskulturkammer fungierte, die nationalsozialistischen Ideen noch besser verbreiten und andere Meinungen von der Veröffentlichung ausschließen.
Über jeder einzelnen Abteilung der Reichskulturkammer wachte das Propagandaministerium, das alle Tätigkeiten der Kammer beaufsichtigte und steuerte.

1. Zeitungen und Zeitschriften als Mittel der Propaganda

Das Zeitungswesen war der erste Bereich, auf dem Hitler die Propaganda anwandte.
In dem kleinen Parteiverlag, welchen sich die NSDAP bereits 1920 angeeignet hatte, wurden wenig später auch schon die ersten Auflagen des „Völkischen Beobachters“ gedruckt.
Er erschien zuerst 2x wöchentlich und ab 1923 täglich. Mit ihm war ein erstes Forum geschaffen, auf dem sich die NSDAP an die Öffentlichkeit wenden konnte. Zu den Autoren zählten viele Nationalsozialisten, die sich bisher nur wegen Geldmangel nicht an die Öffentlichkeit wenden konnten und denen nun durch den „Völkischen Beobachter“ die Möglichkeit geboten wurde, ihre Ideen und Ansichten zu veröffentlichen.
Bereits am 10.03.1920 war hier unter dem Leitartikel „Macht ganze Sache mit den Juden“ zu lesen, was 1942 in der berüchtigten Wannsee-Konferenz Mittelpunkt des Gespräches war: die Maßnahmen gegen die Juden.

Eine weitere wichtige Zeitschrift war „Der Stürmer“, welche Julius Streicher seit 1923 herausgab. Sie war inhaltlich noch um einiges härter als der „Völkische Beobachter“ und erreichte eine wöchentliche Auflage von 500000 bis 1 Million Exemplaren.
Zwischen 1933 und 1939 mussten rund 1500 Zeitungsverleger ihren Beruf aufgeben. Von den einstmals rund 4700 deutschen Zeitungen im Jahre 1932 bestanden 1944 gerade mal noch 977. Im gleichen Zeitraum stieg die Auflage der im Besitz der NSDAP befindlichen Zeitungen von 2,5 auf 82,5 Prozent.
Den übrigen Zeitungen wurde durch die Aufhebung der Pressefreiheit einfach gleichgeschaltet.

Ein Beispiel für eine typische Zeitungsmeldung:
Hier kann man deutlich erkennen, wie der Sieg von Rommel während des Afrikafeldzuges aufgebauscht und verherrlicht wird.

2. Rundfunk als neuartiges Propagandamittel

Der Rundfunk war eines der wichtigsten Propagandamittel im Nationalsozialismus. Durch ihn war es erstmals in der Geschichte möglich die breite Masse der Bevölkerung sehr schnell und ohne großen Aufwand zu erreichen.
Dies erreichte Hitler, indem er den „Volksempfänger VE 301“ (VE für Volksempfänger und 301 für die Machtübernahme Hitlers am 30.1.) als Massenprodukt bauen ließ und ihn von den Juristen als unpfändbar erklären lies. Er ist zusätzlich so aufgebaut, dass er keine auslän-dischen Sender empfangen kann, womit nur noch von Goebbel zensierte Informationen die Zuhörerschaft erreichten.

Bei Übertragungen der Ansprachen Hitlers war das Zuhören Pflicht. Dies wurde durch spezielle Helfer am Arbeitsplatz und in der Schule überwacht.
Die Reichsrundfunkkammer hatte den Zweck, das ganze Volk mit dem Rundfunk zu durchdringen und somit die Staatsführung und die Volksgemeinschaft zu einer geschlossenen Einheit zu ver-schmelzen.
Die Bevölkerung sollte durch den Rundfunk von den alltäglichen Sorgen abgelenkt werden und auch der Durchhaltewille während des Zweiten Weltkrieges sollte bekräftigt werden.
Dies wurde zum Teil mittels „Falschmeldungen“ erreicht, die die Niederlagen der Deutschen entweder als einen taktisch und strategisch sinnvollen Rückzug
oder gar als einen Sieg der Deutschen Truppen darstellten. Ein weiterer Vorteil des Rundfunks war die Tatsache, dass er auch im Ausland gehört werden konnte und somit für die Auslandspropaganda nützlich war. Werbeplakat für den Volksempfänger

3. Filme und Wochenschau im Kino

Kinos waren im Dritten Reich sehr weit verbreitet und damit auch zu Propagandazwecken gut geeignet. So lief vor jedem Spielfilm eine Ausgabe der Wochenschau, in welcher die Besucher über die neusten Geschehnisse unterrichtet wurden. Der Inhalt dieser etwa 20 Minuten langen „Deutschen Wochenschau“, die 1940 das Propagandaministerium aus vier Wochenschauen privater Filmgesellschaften zusammengefasst hatte, bestand ausschließlich aus positiven Ereignissen. Es wurde von deutschen Erfolgen in der Wissenschaft, Forschung und natürlich auch von Siegen im Krieg berichtet. Hierzu wurden eigens „Filmtruppen“ gegründet, welche die deutschen Truppen bei ihren Kämpfen begleiteten und die Kämpfe auf Filmband aufzeichneten.
Jede Wochenschau musste von Goebbels persönlich freigegeben werden, bevor sie ausgestrahlt werden durfte, so dass auch hier eine völlige Kontrolle über alles, was die Öffentlichkeit zu sehen bekam, herrschte. Durch diese Zensur bekamen die Zuschauer nur positive Nachrichten und Siege der Deutschen mit.
Diese totale Kontrolle gab es natürlich auch in der Filmindustrie, die schließlich sogar ganz verstaatlicht wurde.
Die Filme mussten der nationalsozialistischen Ideologie entsprechen und zeigten meist heldenhaftes Verhalten und weitere vermeintlich deutschen Tugenden.
Ein Paradebeispiel hierfür ist „Der Hitlerjunge Quex“, in welchem der heldenhafte Einsatz des Individuums bis zur Selbstaufgabe beschrieben wird.
Das Opfern der Individualität rettet die gemeinsame Sache, der Tod eines Einzelnen für die Sache und die Volksgemeinschaft ist heldenhaft! Die Deutschen sollten sich genauso für ihr Vaterland einsetzten wie der Hitlerjunge Quex und damit den Deutschen zum Sieg verhelfen.
Die Mörder in dem Film sind politisch Andersdenkende, die am Ende „gerechterweise" im KZ ihre Strafe erhalten. Mitleid mit diesen Menschen wird im Keim erstickt, der Zuschauer soll das Schicksal der KZ-Opfer als gerecht empfinden, da diese gegen die Volksgemeinschaft gehandelt haben.

4. Umzüge, Aufmärsche und Massenkundgebungen

Ein sehr wichtiger Bestandteil der nationalsozialistischen Ideologie war der Glaube an die Volksgemeinschaft. Es wurde der Eindruck vermittelt, dass das Volk und die Volksgemeinschaft alles seien und der Einzelne unwichtig.
Um diese Volksgemeinschaft fest in den Köpfen der Leute zu verankern, musste permanent ihre Existenz aufgezeigt werden.
Dies wurde vor allem bei Massenveranstaltungen deutlich, die zu allen möglichen Anlässen wie Feier- und Gedenktagen abgehalten wurden. Auf diesen Kundgebungen schmolzen die einzelnen Menschen dann zu einer Masse zusammen und die Unterschiede, zum Beispiel zwischen Arm und Reich, waren plötzlich vergessen, es gab jetzt nur noch die Volksgemeinschaft.
Die Höhepunkte der meisten Aufmärsche und Kundgebungen waren die öffentlichen Reden führender nationalsozialistischer Politiker wie Hitler oder Goebbels. In diesen Reden wurde
die NS-Ideologie verbreitet und versucht, die Zuhörer von der Politik zu überzeugen. In
ihnen wurden weniger sachliche Argumente verwendet als mehr das Gefühl angesprochen,
die Zuhörer sollten über die emotionale Ebene erreicht und überzeugt werden. Hitler meinte hierzu in einer Anweisung an seine Redner und Propagandisten:

"Wenn du von mehreren Gegnern sprichst,
so könnte mancher auf die Idee verfallen, dass du, der einzelne, vielleicht im Unrecht
seist, bringe die vielen auf einen Nenner, Das Bild zeigt Joseph Goebbels
klammere sie zusammen, gib ihnen eine bei einer Massenkundgebung Gemeinsamkeit! Alles das besorgt anschau-
lich und volksnah der Jude. "
Hier sieht man deutlich, wie geschickt Hitler vorging, er vereinfachte die Probleme und sucht dann einen einzelnen Schuldigen, den er meist in den Juden fand.
Auffallend ist auch noch, dass immer von „Dem Jude“ gesprochen wird, was damit zu erklären ist, dass „Der Jude“ individueller und näher wirkt und man dadurch auch leichter einen Hass gegen ihn erzeugen kann.
Diese sehr simple Struktur in den Reden und das sehr vereinfachte Feindbild wurden von den Zuhörern ohne nachzudenken angenommen, womit Hitler sein Ziel, den Hass auf die Juden zu lenken, erreicht hatte.
Diese Massenkundgebungen waren ein sehr wichtiges Propagandamittel, da mit ihnen nicht nur theoretisch die Meinung der Nationalsozialisten verbreitet wurde, sondern man sie konkret miterlebte und ein Bestandteil war.

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5. Fernsehen als neues Propagandamedium

Das Fernsehen, welches vor allem durch den Wettkampf um den ersten regelmäßigen Sendebetrieb mit den Amerikanern und den Briten entstand, spielte in der Propaganda kaum eine Rolle. Zwar gelang es den Deutschen als Ersten, einen regelmäßigen Sendebetrieb aufzunehmen, doch gab es in Berlin, und nur dort konnte das Fernsehen empfangen werden, nur ca.50 Empfangsgeräte.
Nach und nach wurden sogenannte „Fernsehstuben“ eröffnet, in denen sich die Besucher an zwei 18 x 22 cm Geräten die neusten Berichte anschauen konnten.
Diese „Fernsehstuben“ kamen dem NS-Regime sehr gelegen, da es durch die ständige Beobachtung der anderen Zuschauer niemand wagte, etwas Negatives über das Programm oder die Nationalsozialisten zu äußern. Aufgrund der sehr schlechten Qualität und des sehr hohen Preises blieb das Fernsehen aber nur sehr wenigen Personen vorbehalten.

6. Allgemeine Zensur in Kunst, Musik, Literatur und Theater

Die Bereiche Kunst, Musik, Literatur und Theater waren durch eine strikte und harte Zensur gekennzeichnet. Alle, die – auf welche Weise auch immer - etwas an die Öffentlichkeit brachten, mussten in der Reichskulturkammer Mitglied sein. Dadurch war die Kontrolle sehr einfach, Goebbels konnte die Personen, die ihm nicht gefielen, aus der Reichskulturkammer ausschließen, womit diese Berufsverbot hatten.
In allen Bereichen musste die nationalsozialistische Weltanschauung deutlich zum Ausdruck kommen, erst dann durfte man mit seinen Werken an die Öffentlichkeit treten.
In der Kunst wurden viele Kriegsbilder mit siegreichen Helden dargestellt, die natürlich immer Deutsche darstellen sollten.
Des weiteren herrschte eine klare Rollenaufteilung zwischen Mann und Frau; die Frau hatte stets die Rolle der sorgenden Mutter, die sich um den Haushalt kümmert und Kinder aufzieht, wohingegen der Mann entweder als Arbeiter für den Lebensunterhalt sorgt oder als Soldat für das deutsche Vaterland kämpft.
Die Inhalte der Bilder waren stets leicht verständlich, so dass die Botschaften von jedem nachvollzogen werden konnten. Kunst, die nicht den NS-Vorstellungen entsprach, wurde als „entartete Kunst“ abgelehnt und verboten.
In der Musik war es sehr ähnlich, es wurde vorgeschrieben, welche Musik gesendet und gehört werden durfte. Es wurde Volks-, Blas- und Marschmusik als deutsche Musik empfohlen. Jazz und Musik jüdischer Künstler wurde ausnahmslos verboten.
In der Literatur und dem Theater wurde durch eine strenge Zensur die Vielfalt sehr stark eingeschränkt.

Erst durch die groß angelegten Propagandaunternehmungen konnte sich die NSDAP von einer kleinen Randpartei zu einer großen Volkspartei entwickeln. Der sehr geschickte Umgang mit der Propaganda und den neuen Medien wie Radio und Fernsehen sicherten Goebbels und dem NS-Regime einen starken Rückhalt in der Bevölkerung und eine ständig wachsende Anhängerschaft, welche der Grundstein für alles weitere Vorgehen war.
Ohne diese raffinierte Propagandamaschinerie, die perfekt geplant und durchorganisiert war, hätten sich die Nationalsozialisten wohl kaum so lange an der Macht halten und ihre Ideen und Ideologie so weit verwirklichen können.

Quellen:

- verschiedene Lexika z. B.: Data Becker, DTV-Lexikon, Duden
- Geschichtsbuch
- Über Internet Zugriff auf einige Bibliotheken und Informationsseiten
(z.B.: www.lsg.musin.de/homepage, www.propagandafilme.de,
www.endloesung.de,...)

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4.2 / 5 Sternen (19 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2011
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 28.06.16

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  • AP7 schrieb am 19.04.2012:

    Hat mir echt bei meinem Referat geholfen DANKE!

  • Notizzettel schrieb am 14.12.2011:

    Ausführlich, genaue Rechtschreibung, kein Makel außerder etwas mageren quellenangabe

  • Like :) schrieb am 17.11.2011:

    Echt nice ;)

  • two and a half gays schrieb am 10.06.2010:

    schöne seite

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