Schulzeux.de > Geschichte

Englands Parlamentarismus Referat

Inhaltsverzeichnis

In diesem Referat wird die Geschichte von Englands Parlamentarismus und der schwere Weg dorthin skizziert. Ursachen und allgemein die Geschichte rund um den englischen Parlamentarismus werden folgend wunderbar entschlüsselt und für Referierende gut aufgearbeitet. Oliver Cromwells Rolle ist ganz unten zu finden (als eigenständiges Referat).

1. Jakob I. und die Religionsfrage

Die überwiegende Mehrheit der Engländer bestand aus Anglikanern, aber die Katholiken bildeten immer noch eine starke Minderheit. Es gab Kriege zwischen katholischen Königen und protestantischen Fürsten. Zu dieser Zeit (1603) bestieg Jakob I., Nachfolger Elisabeths I. und Sohn von Maria Steward, den Thron und vereinigte als erster die Krone von Schottland und England. Die Protestanten knüpfen große Erwartungen in den Calvanistischen (Lehre des Schweizer Reformators John Calvin) König. Allerdings lehnten viele die Oberheit des Königs über die Kirche ab. Sie verurteilen die Prachtentfaltung und die Äußerlichkeit des anglikanischen Gottesdienst. Für sie galten Armut, Reinheit der Sitten und einfaches Leben als Grundlage des Christentums. Diese Puritaner, übertriebene sittenstrenge Menschen widersetzten sich den gefühlvollen und heiteren Sachen des Lebens in der Religion und richtete sich nur nach Gott und der Bibel. So entstand ein Machtkampf zwischen Jakob I. als Inhaber der kirchlichen und politischen Macht und den Puritanern als Kämpfer für Freiheit. Viele Puritaner wanderten aus, zum Beispiel mit der Mayflower nach Nordamerika.

2. Der Zeitliche Ablauf des Umbruchs um Jakob I. & Karl I. hin zum Parlamentarismus Englands (historisch)

Nach der Herrschaft von Jakob I. folgte Karl I. Er musste unter seiner Herrschaft immer mehr Rechte an das Parlament abgeben. So gesteht er dem Parlament im Jahre 1628 die "Petition of Rights" zu, in der Zahlreiche Grundrechte garantiert werden. Allerdings löste er 1629 das Parlament auf.
Im Jahre 1640 beruft er das Parlament wieder ein. Auf der Tagesordnung steht die Steuererhöhung, um den Krieg gegen die Schotten zu finanzieren. Ziel dieses Krieges war die bekehrung der Schotten von ihrer Religion, dem Presbyterianismus zur englischen Religion der anglikanischen Liturgie.
Jedoch forderte das Parlament entscheidende Beschränkungen der königlichen Macht. Dieses führte zu unüberbrückbaren Gegensätze zwischen Krone und Parlament. Doch die Parlamentarier erzielten Erfolge gegen die Krone. Denn Karl I. musste nun auch den Parlamentariern eine Gegenleistung bieten. Im Jahre 1641 wurde das "Drei-Jahres-Gesetz" verabschiedet und vom König unterzeichnet. Dieses im wesentlichen noch bis heute gültige Gesetz beinhaltet das der König alle drei Jahre das Parlament einberufen muss. Im Jahre 1911 wurde es auf fünf Jahre geändert.
1641 blieb die Lage vorerst unklar. Zwar gab es einen Waffenstillstand mit den Schotten, jedoch wollte das Parlament immer mehr Macht. In Folge der Finanzierung des Krieges gegen den Presbyterianismus musste der König weitere Zugeständnisse machen. So auch die Reformierung der Staatsfinanzen. Außerdem wurden insgeheim die beiden Berater Karl I., der Earl of Strafford Thomas Wentworth und Erzbischof William Laud von Caterbury, gefordert. Diese wurden dann auch von ihm ausgeliefert. In einem fragwürdigem Gerichtsverfahren wurden sie dann des Hochverrates verurteilt und am 12. Mai 1641 hingerichtet.
Am 10. Januar 1642 endete dann der politische Gegensatz im Bürgerkrieg. Karl I. flieht von London nach Oxford. Zuvor hatte er eine Anklageschrift gegen seine wichtigsten Gegner im Parlament vorbereitet und wollte diese verhaften lassen. Doch dieser Anschlag auf die Verfassung wurde verraten, was Karl I. zur Flucht zwang.

Daraufhin bildeten die Anhänger Karl I. und die Parlamentarier ihre eigene Armee. Die Kavaliere, die Armee des Königs, wurde von Anhängern der Krone gebildet. Die Anhänger des Parlaments, meist Parteiangehörige der Parlamentsparteien, nannten sich Roundheads, wegen ihrer runden Haartracht.
Zur gleichen Zeit beginnt in Irland ein Konflikt, der noch heute andauert. Die englischen Neusiedler in Irland probieren die Iren, die katholischen Glaubens sind, zu Bekehren. Doch nach der Hinrichtung des Stadthalters Thomas Wentworth, Earl of Strafford, am 12. Mai 1641 in London, entladen die Iren ihren Hass auf die englischen Siedler, der dann mit Tausenden Toten endet. Zwar probiert Karl I. den Widerstand mir drastischen Maßnahmen niederzuschlagen, aber das gelingt ihm nur Teilweise.
Die erst Schlacht, in der die Roundheads auf die Kavaliere treffen, findet am 23. Oktober in Edgehill statt. Bei dieser Schlacht gehen jedoch beide Parteien mit gleich schweren Verlusten und ohne nennbares Ergebnis aus. Als Oliver Cromwell seine Truppen, zum gute seiner Soldaten zurückzieht, sieht sich Karl I. als Sieger.
Bei Marsten Moor findet dann die entscheidende Schlacht statt, in der Cromwell seine Soldaten taktisch einsetzt und somit die Kavaliere des Königs besiegt. Cromwell setzt bei dieser Schlacht auch Teile seiner privaten Armee eine, denn als puritanischer Adliger führt er eine sehr spezialisierte Armee, genannt die Ironsides (Eisenseiten), die mit ihren Reitern, ihrer guten Ausbildung und ihrem Kampfeswillen den Sieg über die Royalisten zu einem großem Teil beitragen. Hier ruhig im Referat eine Denkpause einsetzen und Fragen die in die Runde stellen - kommt gu an)
Dieser letzte große Konflikt stärkt die Parlamentarier enorm. Zum danke für den Sieg über die Royalisten wird Cromwell die Neubildung des Parlamentsheeres übertragen, dass dann als „New Modal Army“, mit einheitlicher Truppenorganisation und Führung die politischen Interessen des Parlaments Nachdruck verleihen kann.

Am 23. Januar 1647 liefern dann die Schotten Karl I. an das Parlament aus. Für die Summe von 400000 Fund erklären sich die Schotten, die bis dahin Anhänger Karl I. waren, zu diesem Schritt.
In der Zwischenzeit gehen die religiösen Streitigkeiten soweit, dass am 24. Oktober 1648 eine Säuberungsaktion des englischen Parlaments durchgeführt wird. Mehr als 80 presbyterianische Abgeordnete werden vertrieben. Übrig bleiben darauf nur noch die Puritaner.

Das Ende Karl I. findet dann am 29. Januar 1649 statt. Er wird des Hochverrates und zum Tode durch Enthauptung verurteilt. An diesem Tag wird Karl I, auf offener Straße hingerichtet.

Die Errichtung der Parlamentarischen Republik in England - Ursachen, Verlauf, Folgen und Geschichte

Am 7. Februar 1649, eine Woche nach der Hinrichtung Karl I., wurde die Monarchie abgeschafft. Nun sollte England als ein Commonwealth ein sogenannter "Free state" (Freier Staat) regiert werden. Jetzt sollten Minister die Autorität übernehmen. Sie sollten das Volk in einem Parlament repräsentieren. Dies erinnert etwas an die amerikanische Verfassung von 1787. Alle Erlasse sollten im Namen des "Keepers of the Liberty of England" sprechen. Das Commonweath bedeutete in Wirklichkeit soviel, dass alle Macht, die bisher vom König zusammen mit Oberhaus und Unterhaus ausging jetzt jener verbliebener Rest vom Unterhaus beanspruchte. 4
Im Oberhaus (House of Lords) saßen die Angehörigen des Hochadels bis hin zu den Baronen
Im Unterhaus (House of Commons) saßen die Vertreter der Grafschaften (Gentry) und die der Städte.
Als ausführendes (Exekutiv-) Organ wurde ein "Council of State", ein Staatsrat eingerichtet, der kein fester, geschlossener Senat war sondern mehr eine Art Parlament-Komitee (Ausschuß). Dieser jährlich zu wählende Staatsrat bestehend aus 41 Mitgliedern, von denen nur zehn nicht im Parlament saßen beinhaltete drei bis vier Berufssoldaten, Kaufleute, Juristen und einen Country Gentlemen welcher einen Sekretär hatte. Später erhielt der Staatsrat einen Präsidenten, der monatlich wechselte. Jedoch konnte der Staatsrat kein Gleichgewicht zum Parlament halten. Diese neue Regierungsform hatte ihr Vorbild in der Regierung durch die Komitees zur Zeit der Bürgerkriege. Hier hatte man auch nach Bedarf Spezial- und Fachleute in das Komitee gerufen.

Das sogenannte "Rumpfparlament" bei dem erst sozusagen der Rumpf geschaffen wurde auf dem sich alles aufbaute hatte nun unbeschränkte Befugnisse in der Gesetzgebung. Es übte direkt durch seine jeweiligen Beschlüsse und indirekt durch den Staatsrat, die Exekutive aus und bildete außerdem noch Ausschüsse mit Richtern, so dass es auch die Rechtsprechung in der Hand hatte. Es ergriff immer mehr Bereiche, ernannte Generäle, verkaufte Kirchen- und Krongut oder Eigentum der Royalisten (Adeligen) und erließ neue Gesetze, zum Beispiel über Hochverrat (Verrat am Staat) und Loyalität (Zum Staat), die im allgemeinen ausdrücken wollten, dass man sich ihnen unterzuordnen hatte. Das Parlament war für alles zuständig und hatte große Macht. Dies rief eine große Diskussion aus, in der das erste Mals die Teilung der Gewalten gefordert wurde um gegen die Tyrannei anzukämpfen. Das Parlament war entgegen seiner Behauptung alles als eine Repräsentation des Volkes. Die Royalisten waren 1641 ausgeschieden und die Presbytarier (Kirchenvertreter, gewählter Kirchenvorstand) 1648. Im November hatte das Parlament 490 Mitglieder im Januar 1649 nur noch 90. Ganze Landschaften waren ohne Repräsentation. London zum Beispiel hatte nur einen Vertreter und viele Grafschaften wie zum Beispiel Herfordshire oder Lancashire waren gar nicht vertreten. Das Parlament betrachtete sich selbst als herrschend und standhaft. Die Armee jedoch sah in ihm lediglich ein vorläufiges Hilfsmittel. Sie verstanden unter "Free state" wirklich eine Demokratie und forderte in Debatten eine geschriebene Verfassung mit Abgrenzungen der Rechte von Untertanen und Regierung.

Aus der Armee kamen auch demokratische Verbesserungsvorschläge, die sogenannten "Agreements of People" und im April 1649 der erste Verfassungsentwurf an das Parlament. Nach dieser Verfassung sollte jeder Selbständige, freie Mann, außer den Armen und Dienern das Stimmrecht enthalten. Gleiche Stimmbezirke seien einzurichten und alle 2 Jahre ein Parlament zu wählen, dass jährlich 6 Monate tagen sollte. Alle Formen der religiösen Verehrung außer Anglikannismus und Katholizismus sollten toleriert werden. Der Staat könne auch eine Nationalkirche einzurichten aber ohne den Glauben dem Volke aufzuzwingen. Nach der Vorlage dieser Petition im Parlament sollte die Verfassung dem Volk klargemacht werden, von jedem unterzeichnet werden und bei allgemeiner Zustimmung in Kraft treten. Das Parlament jedoch behauptete, das Volk sei noch nicht reif dazu und legte das Anliegen aus Furcht es könnte Radikalismus auftreten beiseite. Im Inneren des Landes standen die Royalisten (Adeligen), die Presbytarier (Kirchenvertreter) und jetzt auch die Leveller (radikale, demokratische Gruppe) gegen das Parlament.

Die Royalisten versuchten durch Kleinkriege den englischen Handel zu zerstören und die Presbyatier übten passiven Widerstand aus. Allerdings waren sich Presbytarier und Royalisten gegenseitig auch nicht wohlgesonnen. Die dritte Gruppe, die Leveller forderten freien Grund und Boden für jeden und Verteilung des Landbesitzes an alle. Ziel war eine sozialistische Republik ohne Privateigentum an Land, ohne Geld und ohne Unterschied von Arm und Reich. Der einflußreichste Führer der Leveller war John Lilburne, der wegen seiner revolutionären Schriften oft angeklagt und eingesperrt wurde. Vor dem Parlament verteidigte er die Redefreiheit als Geburtsrecht jedes Engländers. Besonders heftig sprach er gegen Oliver Cromwell den er als Tyrann und abtrünnigen Heuchler bezeichnete.

ANZEIGE Klassenfahrt
Jugendreise.de organisiert erlebnisreiche Schüler Klassenfahrten und fast jede Form von anderen Gruppenreisen.

Hiermit schließt das Referat zum englischen Parlamentarismus. Weiter ginge es mit Oliver Chromwell und sein Wirken. Bei Interesse, Link dazu klicken: Die Nachgeschichte um Oliver Chromwell ist diesem Referat entnehmbar.

Hilf uns und deinen Freunden, indem du diese Seite teilst, verlinkst und bewertest

5 / 5 Sternen (1 Bewertung)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2012
  • Note: 2+
  • Aktualisiert: 08.07.16

Schreibe jetzt deine Meinung

    Was ist 4 plus 1? Ergebnis:  
Wähle dein Bild:

Mitmachen

Drag & Drop oder: Durchsuchen... Endungen: .doc(x) .xls(x) .ppt(x) .pdf .txt .rtf .jpg .gif .png .bmp

Danke für deinen Besuch bei Schulzeux.de

Zeig diese Seite deinen Freunden

Mithelfen ist ganz einfach

Du hast sicher auch noch Hausarbeiten, Vorträge etc. auf deinem PC. Veröffentliche sie in wenigen Sekunden und hilf damit tausenden Mitschülern.

Mehr Infos

Schulzeux.de auf Facebook

Schulzeux.de bei Google+