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Kaiser Domitian Referat

Inhaltsverzeichnis

Gliederung "Kaiser Domitian" referat

 
1. Einleitung 
2. Kindheit und Jugend im Schatten
2.1 Frühe Rückschläge und mangelnde Wertschätzung
2.2 Zurückstellung in den Jahren der beginnenden flavischen Dynastie   
3. Schlussbetrachtung   
4. Quellen und Literatur 

1.Einleitung

 Die Zeit nach dem Tode Neros (54-68 n.Chr.) ist maßgeblich durch blutige
Auseinandersetzungen zwischen den diversen Thronanwärtern geprägt. Eine Reihe von
Bürgerkriegen unter Galba, Otho und Vitellius  ließen hauptsächlich Italien leiden. Die Zeit
der Instabilität wurde erst durch die Thronbesteigung Vespasian (69-79 n.Chr.) beseitigt. Zu
diesem Zeitpunkt wurde schon deutlich aufgezeigt, dass die an den Grenzen stationierten
Heere ihren Machtanspruch durchsetzen wollten. Da die Legionen  als Klientel ihres
jeweiligen Befehlshabers fungierten, versuchten sie von nun an vermehrt dessen
Thronansprüche zu unterstützen. Unter Vespasian wurde das einst unter Nero belastete
Verhältnis zwischen Senat und Kaiserhaus gefestigt um sich so die Mitarbeit seitens der
Aristokratie für den Staat zu sichern. Seine Regierungszeit ist geprägt von altrömischen
Wertvorstellungen welche durch Sparsamkeit, innere Reformen und Festigung der
Staatsgrenzen charakterisiert  werden können. Sein ältester Sohn Titus (79-81 n.Chr.)
verinnerlichte diese Werte, konnte aber wegen seinen plötzlichen Tod nicht viel bewirken.
Nun war es an Domitian, dem jüngsten Sohn Vespasians, die flavische Dynastie zu leiten und
zu lenken.  
Zahlreiche Autoren berichten, über Grausamkeiten und Habgier, Vergöttlichung und
Tyrannei. Dennoch gab es auch Autoren, die beschrieben, dass es nach Domitian keinem
anderen Kaiser mehr gelang, loyalere und gerechtere Statthalter zu installieren. Diese
unterschiedlichen Aussagen beschreiben im  Groben schon die ausgesprochen zwiespältige
Persönlichkeit des Letzten der Dynastie der Flavier. Welchen Einfluss seine Kindheit und
Jugend auf seine spätere Herrschaft hatte, und wie sich diese im Allgemeinen gestaltete, soll
im Folgenden kurz erläutert werden.

2. Domitian     

(Jugend und Kindheit des Kaisers Domitian!)

Titus Flavius Domitianus wurde 51 n. Chr. in Rom geboren. Er starb im Jahre 96 n.Chr. im
Zuge einer Verschwörung als letzter flavischer Kaiser in Rom. Die Quellenlage bezüglich der
Kindheit und Jugend Domitians ist wenig Ergiebiges zu entnehmen, daher sind uns wenige
Daten bekannt. Ein Großteil der Autoren versucht, Domitian Eigenschaften zu unterstellen,
die seine als grausam beschriebene Herrschaftszeit (81-96 n.Chr.) rechtfertigen bzw. erklären
können.                          

2.1  Frühe Rückschläge und mangelnde Wertschätzung

Die Jahre seiner Jugend verbrachte Domitian  in Obhut seines Onkels Flavius Sabinus, des
Bruders Vespasians, da dieser stets mit seinen Legionen an den Reichsgrenzen im Einsatz
war. Vespasian und sein Bruder Flavius Sabinus wurden seitens ihrer Mutter nach
Augusteischen Wertanschauungen aufgezogen, diese Wertevermittlungen hielt Vespasian für
unabdingbar für eine Karriere innerhalb der Stadtgrenzen Roms. Die flavische Dynastie hatte
keine Geschichte die sich auf ehemalige Kaiser und Konsuln beziehen konnte. Vespasian
stammte aus einem italischen Municipium und musste einen Großteil seines Vermögens
verpfänden um militärische und politische Karriere machen zu können. Die
Vermögensverhältnisse innerhalb des flavischen Familienhauses waren somit bescheiden so
erscheint Suetons Beschreibung der Jugend Domitians schlüssiger. Sueton zufolge soll
Domitian seine Kindheit in „so entbehrender Armut verbracht haben, dass er kein Gefäß in
Silber in Gebrauch hatte“1
.  
Da es sich um den Sohn eines, zum damaligen Zeitpunkt, römischen Konsuls handelte, ist
diese Aussage noch höher zu bewerten, da es diese Familien waren, welche sich vorrangig
über nach außen dargestellten Reichtum profilierten. Während der von Nero beauftragte
Vespasian und sein Sohn Titus im Jüdischen Krieg versuchten den dortigen Aufstand
niederzuschlagen, musste Domitian, wie bereits erwähnt, in Rom zurückbleiben. So erlebte er
auch die Zeit und die Geschehnisse des  Vierkaiserjahres 68/69 n. Chr. direkt vor Ort mit.
Nachdem Vespasian am 1. Juli 69 n.Chr.  zum Kaiser ausgerufen, wurde änderte sich die
Lage in Rom dramatisch. Am 19. Dezember 69 n. Chr. belagern die Anhänger Vittelius‘ das
Kapitol in Rom. Flavius Sabinus befehligte  dort Vespasians Truppen. Diese wurden recht
schnell von den revoltierenden Soldaten Vittelius‘ eingekreist. Vorrangig war dies dem
Umstand geschuldet, dass die Vittelianer in Rom in der Überzahl waren, wogegen Flavius
Sabinus als Stadtpräfekt im Prinzip nur über eine größere Leibgarde verfügte.  Die Situation
spitzte sich zu, nachdem das Kapitol in Brand gesetzt wurde. Domitian, der ebenfalls in die
Kämpfe involviert war, da er auch diesen  Zeitraum durchgängig in der Nähe des Onkels
verbrachte, konnte sein Leben nur durch eine List  retten. Er verkleidete sich als Isispriester
und konnte außerhalb des Belagerungsringes fliehen. Später sagte man ihm nach, er hätte die
Nacht mit einem Priester verbracht,  und wäre der männlichen Liebe nicht abgeneigt gewesen.
 
                                                          
Diese Vermutung wurde des Öfteren mit Domitian in Verbindung gebracht. So soll er nicht
nur dem ehemaligen Prätor Clodius Pollio eine Nacht versprochen haben, sondern auch von
seinem Nachfolger Nerva zur Unzucht verführt worden sein.
2
 
Sein Onkel Sabinus wurde während der Unruhen ermordet, daher wurde Domitian nach dem
Sieg über die verbliebenen Vitellianer von den Truppen als Caesar proklamiert. Es sollte seine
letzte bedeutende Funktion für längere Zeit sein.
 

2.2 Zurückstellung in den Jahren der beginnenden flavischen Dynastie

Nach der Heimkehr Vespasians, welcher seinen älteren Sohn Titus schon früh zum
Nachfolger bestimmt hatte, wurde zwar Domitian zum Stadthalter (Praetor urbanus) ernannt.
In dieser Funktion war er befugt den Konsul in Abwesenheit zu vertreten, und auch ein
eigenes Heer zu befehligen, doch war dieses Amt in der Kaiserzeit nicht von hoher
Bedeutung. Ihm stand eher die Aufgabe, zu die Aufsicht über die Rechtsprechung zu führen
und die Geschäftstätigkeit in Rom zu gewährleisten. Im Gegensatz zu seinem Bruder Titus
war es Domitian verwehrt geblieben, militärische Erfolge zu erlangen. Er fühlte sich
degradiert, denn sein Bruder Titus war es, der den Vater auf seinen Reisen begleiten durfte
und eine einem Thronfolger gebührende Ausbildung genoss. Die Zurückstellung des
Domitian äußert sich auch dahingehend, dass es ihm beim Triumph des Vespasian und des
Titus nicht vergönnt war, als Familienmitglied  direkt teilzunehmen, sondern lediglich, auf
einem weißen Ross, nebenher zu reiten. Weiterhin ist überliefert, dass es die Sänfte Domitians
war, die stets hinter der Sänfte seines Bruders und seines Vaters, in zweiter Reihe gehalten
wurde. Nachdem Titus nach der Belagerung Jerusalems den Tempelschatz nach Rom schickte
und Judäa als proprätorische Provinz eingerichtet wurde, versuchte Domitian mittels eines
Feldzuges nach Gallien sich seinem älteren Bruder ebenbürtig zu zeigen.  
Das Ergebnis des von Vespasian und seinen  Freunden abgelehnten Krieges war, dass
Domitian von nun an unter Aufsicht im Hause seines Vaters wohnen musste
3
. Dies muss,
Domitian als sehr belastend wahrgenommen haben. Zumindest wird ersichtlich, dass das
Selbstwertgefühl Domitians, gewollt oder ungewollt, stetig unterdrückt wurde. Es war ihm
nun nicht nur nicht gestattet im Ansehen mit seinem Bruder oder Vater gleichzuziehen,
vielmehr wurde ihm nun auch die Möglichkeit genommen, eine eigene, gefestigte
Persönlichkeit aufzubauen, sich weiter zu entwickeln und seine Individuation abzuschließen.
 
                                                          
Als im Jahre 79 n.Chr. Kaiser Vespasian starb und Titus den Kaiserthron bestieg, zeigte sich
das unterkühlte Verhältnis zwischen den Brüdern. Unmittelbar nach der Machtübernahme
prangerte Domitian das Testament Vespasians aufs Schärfste an. Er ließ nichts unversucht um
gegen seinen älteren Bruder zu arbeiten und ihm so sein politisches Leben so schwer wie
möglich zu machen. Nachdem sich das Testament auf welches sich Domitian stützte, als
Fälschung herausstellte, versuchte er durch eine immense Donatio, also eine hohe finanzielle
Zuwendung an das Heer, die Truppen Titus für sich zu gewinnen. Der Sold der Soldaten sollte
dafür um ein Drittel, auf 1200 Sesterzen,  erhöht werden. Es wird  deutlich, welch
problematisches Verhältnis zwischen den Brüdern geherrscht haben musste, Reaktionen
seitens Kaiser Titus (79-81 n.Chr.) auf die Repressalien sind jedoch nicht bekannt. Da Titus
keine männlichen Nachfolger hervorbrachte und Domitian schon zu Lebzeiten seines Bruders
von diesem als Nachfolger bestimmt wurde, rief sich Domitian 81 n.Chr. als „divi Vespasiani
filius“ aus. Zwar machte Titus ihn bereits zum Mitteilhaber am ordentlichen Konsulat im
Jahre 80 n. Chr., die „tribunicia potestas“, die Titus während seiner Zeit als Thronfolger
selber inne hatte, wurde ihm aber nicht verliehen.
 

3. Zusammenfassung Domitian als junger Kaiser

Man könnte annehmen, das Domitian mit seinen insgesamt sechs Konsulaten, von denen er
fünf als Suffektkonsul bestritt, zufrieden gewesen wäre, da ihm diese Ämter eine hohe
Bedeutung zukommen ließen, jedoch ließ sich das Stigma des, hinter seinen Bruder
„Zurückgestellten“, welcher insgesamt ein Konsulat mehr bestritt, nicht mehr abstreifen.
Hier werden signifikante Lücken in der Persönlichkeitsentwicklung sichtbar. Die
Bevorzugung seines Bruders, welche naturgemäß  erfolgen musste da nur einer designierter
Thronfolger sein kann, machte Domitian mehr zu schaffen als er nach außen zugegeben hätte.
Sein stark ausgeprägter Minderwertigkeitskomplex sollte sich dementsprechend auch in seiner
Herrschaft äußern, wobei nicht belegt werden kann, dass Domitian von jeher jähzornig,
grausam und habgierig gewesen ist. Vielmehr bescheinigte ihm Sueton einen scharfen
Verstand. Außerdem wird gemutmaßt, dass es Angst war, höchstwahrscheinlich
Versagensangst, welche ihn grausam machte, und der Mangel in der Kindheit, die sein
Interesse an Reichtümern förderten4
. Ebenfalls wird erwähnt, dass Domitian in jungen Jahren
so friedfertig war, dass er sogar das  Schlachten und Opfern von Rindern wegen des
Blutvergießens verbieten lassen wollte.  
 

Auch dies kann ein Indiz dafür sein, dass die Grausamkeiten seiner Herrschaft entweder, der
senatorischen Geschichtsschreibung folgend, betont übertrieben überliefert wurden, oder aber
durch mangelnde Anerkennung und Bedeutung  in Kindheits- und Jugendjahren geschürt
wurden. Wie man es auch betrachtet, man kommt nicht umhin zu erkennen, das Domitian
keinesfalls nur Tyrann war, vielmehr war er auch ein gerechter, die Kunst fördernder, und
dem Volk zugewandter Herrscher, der nicht zuletzt in der architektonischen Gestaltung Roms
bedeutende Leistungen hervorgebracht hat.
 
 
Literatur: Sueton, Kaiserbiographien Über Berühmte Männer, Hrsg. v. W. Hering et al.,
Berlin-Weimar 1965.
König, I., Der Römische Staat II. Die Kaiserzeit, Stuttgart 1997.
Pfeiffer, S., Die Zeit der Flavier, Darmstadt 2009.

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  • Aktualisiert: 28.07.16

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