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Juden im 19. Jahrhundert

Inhaltsverzeichnis

Kurzreferat zur Stellung & Situation der Juden im 19. Jahrhundert

Im späten Mittelalter und am Mittelalter waren die Juden häufig aus religiösen Gründen verfolgt worden später aus Neid weil ihnen als Nichtchristen das Zinsnehmen gestattet war und einige von ihnen dabei reich wurden. Erst im 19. Jahrhundert war ihnen, durch die Gedankenwelt der Aufklärung und des Liberalismus bewirkt, die bürgerliche Gleichstellung gewährt worden. Aber zur selben Zeit regte sich erneut der Judenhass, besonders bei den Angehörigen des alten neue Mittelstandes.

Das hatte wirtschaftliche und soziale Gründe. Die Juden waren nicht von ständischen und wirtschaftlichem Traditionen belastet; sie konnten sich, nachdem sie ihre bürgerliche Gleichberechtigung erlangt hatten, vor allem den Wirtschaftsbereichen zuwenden, deren starkes Wachstum voraus zu sehen war, und einige verfügten über Kapital, das dem Mittelstand häufig fehlte. Verhältnismäßig oft ergriffen sie angesehene freie Berufe. Es war naheliegend, dass man die Schuld für gesellschaftliche Misserfolge und sozialen Abstieg nicht bei sich selbst sondern bei den neuen Konkurrenten suchte. Dessen Erfolg führte man nicht auf persönliche Tüchtigkeit zurück, sondern auf die Verbindung mit einem geheimnisvollen jüdischen Finanzkapital. Auch die Bedrohung ihrer Existenz durch die sich organisierenden Industriearbeiterschaft, die viele Bürger befürchteten, verstärke den Judenhass.

Neben diesen religiöser und wirtschaftlicher Wurzel des Judenhasses trat in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert die rassische. Aus ihr stammt der Begriff Antisemitismus. Der französische Graf Gobineau, schrieb einen „Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen“. Mit scheinwissenschaftlichen Argumenten wurde die Existenz menschlicher Rassen behauptet, die sich geistig und moralisch grundlegend unterscheiden sollten. Nur die weiße Rasse, insbesondere ihr germanischer Zweig, die Arier (ein Begriff aus der Sprachforschung) habe schöpferische Begabung vorgebracht. Diese „geschichtsbiologische“ Lehre war nicht überraschend für eine Zeit, da Europa sich an- schickte, Afrika und Asien vollends zu unterwerfen. Im Antisemitismus zeigte sich die verhängnisvolle Neigung der Gesellschaft, Minderheiten nicht nur zu missachten, sondern zu verdächtigen und verfolgen.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts kam vor allem in Russland und Frankreich der Judenhass gefährlich zum Ausbruch. Alle Probleme, die die Menschen in den Jahrzehnten vor dem 1. Weltkrieg bewegten, fanden ihren Niederschlag in der Literatur, vor allem im Roman. Nie vorher hatte es eine solche Fülle genauer und breiter Darstellungen der Wirklichkeit gegeben, wie sie die großen europäischen Erzähler des 19. Jahrhunderts boten. In Romanen wie - z.B. im deutschsprachigen Raum - und den Buddenbrokks wird die Brüchigkeit der bürgerlichen Gesellschaft deutlich. Auf den Bühnen wurde eine Reihe gesellschaftskritischer Dramen gespielt ihre Autoren - vor allem der Norweger – Hendrik Ibsen und der Deutsche Gerhard Hauptmann (1862-1946) - prangten Missstände an, von denen ihrer Umwelt durchsetzt war. Die Literatur dieser Jahre macht sichtbar; wie wenig die Gesellschaft gefestigt war, die innerhalb einiger Jahrzehnte eine gewaltige Umwälzung erlebt hatte.

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  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2003
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 16.07.16

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