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Kaiser Vespasian Referat

Inhaltsverzeichnis

(tlw. in Sätzen, tlw. Stichpunktartig - zum Thema des römischen Kaisers Vespasian)

Gliederung vom Referat "Vespasian als Kaiser": 

Einleitung
1.) Militär- und Verteidigungspolitik von Kaiser Vespasian
2.) Politische Reformen und Herrschaftssicherung von Kaiser Vespasian
3.) Bautätigkeit Kaiser von Vespasian (Kolloseum)
4.) Tod und Nachfolge von Kaiser Vespasian

Einleitung "Vespasian Referat"

- Im Bürgerkrieg des Jahres 69 hatten ja Personen unterschiedlichster Herkunft versucht, das Kaiseramt für sich zu gewinnen.
Die endgültige Entscheidung sollte einem erfahrenen Soldaten von einfacher Abstammung obliegen - Titus Flavius Vespasianus.

Sein Sieg über Vitellius beendete nicht nur den Bürgerkrieg,
sondern brachte dem Imperium einen umsichtigen und weitblickenden Herrscher.
In seiner beinahe zehnjährigen Herrschaft konnte sich das Reich stabilisieren. Ein wichtiges Element hierfür war auch seine à

1. Militär- und Verteidigungspolitik

Nach dem Bürgerkrieg stand Vespasian vor einem ähnlich großen Problem wie vor ihm schon Augustus – es gab einfach zu viele Legionen.

Wie Augustus entließ er sie nach und nach, stellte aber auch drei neue auf; am Ende standen so 29 Legionen unter Waffen.
(zur Erinnerung: 1 Legion bestand meistens 3.000 bis 6.000 Soldaten schwerer Infanterie)

Er bewies dabei großes Fingerspitzengefühl und sorgte für die notwendige finanzielle Abfederung, ohne zu übertreiben.

Veteranen wurden in Kolonien angesiedelt,
vor allem auf dem Balkan und in der Provinz Africa,
was sich natürlich auch bei der Romanisierung dieser Regionen und Gebiete als hilfreich erwies.
(Stichwort Veteranenscholle, diese Politik bekannt von zB. J. Caesar).

Aber auch das Heer wurde reorganisiert.
Die Rheinlegionen entmachtete Vespasian, indem die großen Lager am Rhein abgebrochen und die Truppen auf kleinere Lager entlang der Grenzen verteilt wurden.

Dabei wurde darauf geachtet,
die Truppen möglichst inhomogen zu halten,
so dass keine Volksgruppe innerhalb einer Einheit die Oberhand gewann.

Dies trieb wiederum die Romanisierung der linksrheinischen Gebiete voran und sicherte Vespasian die Loyalität der Truppen.

Anders als Vitellius (dem 1. Kaiser im 4Kaiserjahr)
legte er auch Wert darauf, jenen Tag als seinen 1. im Amt zu kennzeichnen, an dem ihn die Truppen zum Herrscher ausgerufen hatten.
(zeugt auch wieder von tiefer Verbundenheit zu seinen Soldaten)

Um die Grenze am Rhein zu verkürzen, wurde das so genannte Dekumatland dem Reich einverleibt.

 (= Begriff stammt von Tacitus, heißt wörtlich wohl „ZEHNTLAND“ ,
& ist geogr. das Gebiet jenseits v. Rhein &  Donau in östl. bzw nördl. Richtung und war auch ursprünglich v. d. Kelten bewohnt)

Zudem  wurden mehrere Legionslager wieder instandgesetzt,
unter anderem Mogontiacum (das heutige Mainz), Bonn und Neuss.

Mit der Errichtung der ersten Grenzwälle (den limites)
wurde auch deutlich, dass Vespasian einer Defensivpolitik den Vorzug vor Eroberungen gab.
(also erstmal die vorhandenen Räume sichern, bevor neue erschlossen ..)

Nach dem Aufstand des Batavers Julius Civilis im Jahr 69/70, wurde die Stärke der Rheinarmee verringert und ihre Zusammensetzung verändert.

Einige Legionen, die durch ihre Beteiligung während des Bürgerkriegs als unzuverlässig galten, wurden sogar ganz aufgelöst.

Die germanischen Auxiliareinheiten wurden ebenfalls aufgelöst und neu aufgestellt, Truppen aus Klientelstämmen wurden nun römischen Offizieren unterstellt.

In Britannien wurde Vespasian bei der Grenzsicherung aktiv:
Er leitete die endgültige Eroberung der Insel bis zur Grenze des heutigen Schottlands ein.

Wir sind darüber relativ gut informiert, da der Geschichtsschreiber  Tacitus in seinem Werk Agricola
(übrigens seinem gleichnamigen Schwiegervater gewidmet) 
auch auf die römische Politik in Britannien eingeht.

ZB. sicherte man hier durch die Anlage neuer Straßen
das gewonnene Terrain weiter ab,
zusätzlich zu diesen Maßnahmen wurde das Legionslager von Chester errichtet.

Zur Taktik zählte auch, lokale Stämme zuerst zu terrorisieren,
bevor man ihnen Verhandlungen anbot.
(also durch Aufzeigen von Stärke: günstigere Verhandlungsposition..)

Aber auch im Osten arrondierte Vespasian die Grenzen.

Nach der Niederschlagung des Jüdischen Aufstands
wurden mehrere Klientelreiche wie Kommagene annektiert
und auch Truppen dortzulande stationiert:
nämlich die 16. Legion Flavia Firma und die 12. Fulminata.
(= Landschaft im Südosten Kleinasiens)

Offensichtlich erwartete Vespasian,
der  ja den Osten aus eigener Erfahrung recht gut kannte,
einen Konflikt mit den Parthern,
(den östlichen Nachbarn Roms)
und sorgte für die entsprechenden Vorkehrungen im Falle einer Konfrontation.
Die Grenzbegradigung im Osten
sollte Rom jedenfalls in Zukunft von Nutzen sein und
nicht als der geringste Verdienst der Flavier angesehen werden,
die zudem auch die Infrastruktur durch den Bau zusätzlicher Straßen verbesserten.

Um dies alles zu erreichen,  waren natürlich auch bestimmte Reformen notwendig, worüber …

(Ostgrenze von Nutzen in späteren Partherkonflikten unter Trajan (114–117), Mark Aurel bzw. Lucius Verus (161–166), Septimius Severus (195 und 197/198)

Hamilkar aus geschichtsforum.de notiert hierzu auch:

Vespasian blieb zeit seines lebens sehr bescheiden und wurde nicht größenwahnsinnig. Als Heerführer dehnte er das Imperium in Britannien, Afrika und Mitteleuropa an der Donau aus.

Als Politiker schenkte er einigen Bürgern den Adelstitel um ihnen einen besseren Aufstieg im Beamtentum auf ein hohes Amt zu ermöglichen und so auch fähigere Leute an seiner Seite zu haben. Die Schatzkammern Roms wurden glaub ich mit höheren Abgaben der Provinzen eingetrieben, was ja nicht durchweg positiv zu sehen ist, aber alles in allem war er nach seinen Vorgängern endlich mal wieder ein verhältnismäßig fähiger Kaiser.

2. politische Reformen und Herrschaftssicherung

- Vespasian behauptete immer, sich der augusteischen Politik zu bedienen

->betrieb jedoch die zentralistische Politik des Claudius

->ging nur um Alleinherrschaft!

- '73 führte er das Amt des Zensors ein, welches er zunächst selbst bekleidete

->konnte somit Senatoren kontrollieren

- besuchte Senatssitzungen

-> schmeichelte Senat

-> räumte ihm jedoch keine weiteren Rechte ein

-> ließ Gegner seiner Politik aus diesem Gremium räumen

-> insgesamt hielt er jedoch gute Beziehungen zum Senatssitz

- Nebeneffekt seiner Politik: Rekrutierungsbasis im Senat wurde breiter

-> immer mehr Senatoren stammten aus der Provinz

-> erschwerte Intrigen alteingesessener Senatoren

- V. betrieb geschickte Propaganda

-> stellte Neros und seine Herrschaft gegenüber und pries sich als Verteidiger der    Freiheit des römischen Volkes an (z.B. durch Münzprägung)

- Prozessstau, der sich dr. Bügerkrieg gebildet hatte (Senat wurde nicht mehr mit alledem fertig), begegnete V. durch Verfahrensbeschleunigung

- Romanisierung machte unter V. erhebliche Fortschritte

-> z.B. erhielt Hispanien das latinische Bürgerrecht (welches Vorstufe zum römischen darstellt)

- die Verwaltung legte V. mit den Jahren immer mehr seinem Sohn Titus in die Hand, wodurch er systematisch seinen Nachfolger aufbaute

-> stieß auf Widerstand: jedoch wurde T. Prätorianerpräfekt und Zensor ->somit war kein Gegenspruch mehr möglich

-> Vespasian  musste nun auch keine Angst mehr haben, durch einen machtgierigen Prätorianerpräfekten gestürzt zu werden, da er auf familiäre Bindungen baute


- Vespasian war gewissenhaft und fleißig ( Regierungsgeschäfte) + bei dem Volke beliebt (bürgernah und bodenhaftig), galt als bescheidener und zurückhaltender Mann

->nahm bspw. Kritik gelassen hin
->insgesamt nur eine Verschwörung gegen ihn bekannt

3. Bautätigkeit (Kolloseum das Bekannteste)

- durch gewaltige öffentliche Investitionen (vor allem im Bausektor) kurbelte V. die römische Wirtschaft an

-> ließ Kapitol wieder aufbauen (wurde während der Kämpfe '69 zerstört)

-> ließ Friedenstempel bauen

-> bekanntestes Werk: das flavische Amphitheater (heute als Kolosseum bekannt)

-> Straßen- und Brückenbau

4. Tod und Nachfolge Vespasians

- V. war in vielerlei Hinsicht anders als seine Vorgänger

-> anders war auch sein Tod

-> starb natürlichen Todes, was äußerst selten war

- '79 weilte V. in Kampanien (als er erkrankte)

- begab sich zur Kur in ein Heilbad nahe seiner Heimatstadt

- erlitt am 23.Juni '79 schlimmen Durchfall, der ihn ohnmächtig werden ließ

- versuchte sich noch einmal aufzurichten, was ihm nicht gelang

- Nachfolger wurde ohne Schwierigkeiten ein Sohn Titus

-> galt schon bald als mustergültiger Herrscher (ähnlich wie sein Vater)

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4.2 / 5 Sternen (6 Bewertungen)
  • Autor: T.Z.
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 3. Semester (Uni)
  • Erstellt: 2009
  • Note: 2
  • Aktualisiert: 30.10.16

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