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Kapitalismus Referat

Inhaltsverzeichnis

Auch als Basiswissen zum Referat über Kapitalismus geeignet, genauer geht es um seine "Erfolgsgeschichte", also um die GESCHICHTE DES KAPITALISMUS. Zur unbedingt im Vortrag zu nennenden Kritik siehe unten. WEr weitere Gegenstimmen dazu sucht, wird hier im Marxismus Referat auf jeden Fall fündig.

Gliederung des Referats:

1) Der große Aufschwung
2) Der Sozialstaat
3) Die moderne Fabrik
4) Globalisierung

Der große Aufschwung

Lang war das Einkommen überall fast gleich, da Fortschritt durch die niedrige Produktivität begrenzt war. Im 19. Jahrhundert erlebten Europa und die USA durch Kapitalakkumulation, Fortschritt, Arbeitsteilung und Handel einen ersten richtigen Wirtschaftswachstumsschub. Im 20. Jahrhundert verstärkte sich das Wachstum, in der zweiten Hälfte besonders in Japan und China. Gründe für das enorme Wachstum sind zum Einen ein hohes Spar- und Kapitalbildungstempo, was den erhöhten Einsatz von Maschinen ermöglichte und der technische Fortschritt, der die ständige Verbesserung der Maschinen zur folge hatte , trieben die Arbeitsproduktivität voran.
Anfang des 20.Jh. war das Währungsystem auf der ganzen Welt noch der Goldstandard. Ein Teil der nationalen Mittel waren durch Gold gedeckt, Auslandsschulden waren in Gold zu bezahlen und der Preisanstieg war durch die fixierten Wechselkurse nur moderat. Im Ersten Weltkrieg lösten die meisten Länder ihre Währungen vom Gold und ließen Geld drucken. Sie schöpften nun Geld in enormem Maße und lösten Inflationsschübe, wie noch nie vorher aus. Dadurch wurde dem Wohlstand ein harter Schlag versetzt. Großbritannien führte sogar den Goldstandard wieder ein. 1929 kam dann ein erneuter, noch schwererer Rückschlag für den glauben an freie Marktwirtschaft und Kapitalismus, die Weltwirtschaftskrise und schwere Deflation. Handelsströme brachen zusammen, Preise im Welthandel kollabierten und Einfuhrbarrieren wurden errichtet. All diese Krisen sind wahrscheinlich auch eine der Hauptgründe für den Späteren politischen Extremismus. 1934, noch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges versuchten die USA mit dem „Reciprocal Trade Agreement“ (Handelsvereinbarungen auf Gegen-seitigkeit) Handelsströme wieder aufzubauen, es dauerte aber noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg bis weitere Schritte dazu gemacht werden konnten. 1945 war in den meisten europäischen Staaten die Finanzbasis zerstört, die Verschuldung hoch und der Schwarzmarkthandel florierte. Durch den Marshallplan und dem General Agrement of Tariffs and Trade (GATT) konnten Europäer allmählich wieder Außenhandel betreiben, und Währungsreformen brachten eine Freigabe der Preise und so konnte die Wirtschaft überall mit innenwirtschaftlich stabile Währung wieder aufblühen. Außenwirtschaftlich wurde der freie Austausch der Währungen erst gegen Ende der fünfziger Jahre wiederhergestellt, als Devisenkontrollen allmählich wieder abgebaut wurden. Die Öl-Schocks in den Siebzigern und die vorherige starke Expansion der USA verursachten erneut eine schwere Inflation. Seit den Achtzigern sind die Handelsströme wieder so offen wie vor den Krisen und die Aufgabe, stabiles Geld zu schaffen, wurde den Zentralbanken übertragen, die diese Aufgabe bisher sehr gut gelöst haben. Die Politiker haben nun kaum noch Einfluss auf die Preisstabilität.

Der Sozialstaat

1983 begann Otto von Bismarck, der damalige Reichskanzler, mit seinen revolutionären Reformen mit sozialem Versicherungssystem. Er führte die Pflichtversicherung ein, die sowohl von Arbeitgeber, -nehmer und Staat finanziert werden sollten. Damit wollte er u.a. demokratische Bewegungen zurückdrängen. Zitat „In der großen Masse der Besitzlosen, die konservative Gesinnung (zu) erzeugen.“ Ein anderer Grund für die Versicherung war die Ausbeutung der Arbeiter in der Industrie. Viele Arbeiterfamilien waren in Not und Armenfürsorge und Selbsthilfeorganisationen der Arbeiter reichten längst nicht mehr aus. Zitat „Es sei eine Pflicht der Humanität und des Christentums.“

So führte er 1883 die Krankenversicherung, 1884 die Unfallversicherung und 1889 die Alters- und Invaliditätsversicherung für Arbeiter ein. Diese Reformen waren einzigartig in der Welt und wurden gegen großen Widerstand großer Fraktionen im Reichstag durchgesetzt. Bismarck widersetzte sich nach dem Aufstieg der Sozialdemokraten Forderungen nach Arbeiterschutzmaßnahmen durch den Kaiser Wilhelm II., der 1888 den Thron bestieg. Der Kaiser setzte seinen Willen durch: Im März 1890 fand in Berlin eine Arbeiterschutzkonferenz statt. Die Gewerbeordnung, die daraus resultierte, verbot ab Mai 1891 Sonntagsarbeit, begrenzte die Arbeit von Kindern, Jugendlichen und Arbeiterinnen und gab Vorschriften zum Schutz von Leben und Gesundheit. 1911 wurde auch für Angestellte in der Privatwirtschaft eine Rente ab dem 65. Lebensjahr (bei Arbeitern erst ab dem 70. Lebensjahr) und einen Hinterbliebenenrente eingeführt. Im 1. Weltkrieg wollte der Kaiser jegliche Konflikte beseitigen und passte das Rentenalter der Arbeiter an das der Angestellten an.

Die Inflation in den 20er Jahren entwertete das Deckungskapital der Rentenversicherungen und so musste das staatliche Fürsorgenetz für die Rentner aufkommen. Nach der Währungskrise wurde das ursprüngliche System wieder aufgebaut. Nun sollte die Rente im Alter den Lebensunterhalt sichern und die Unfallversicherung schloss Berufskrankheiten, Rehabilitation und Umschulungen mit ein. 1927 wurde zu dem noch eine Arbeitslosenversicherung, statt der Erwerbslosenfürsorge eingeführt, die schon in Großbritannien seit 1911 mit zu den Pflichtversicherungen zählte. Auch diese Versicherung wurde von Arbeitgebern und –nehmern bezahlt. Arbeitslosengeld bekam man aber nur im 1. halben Jahr nach Arbeitsverlust, danach folgte Krisenunterstützung.

1929 kam mit der Weltwirtschaftskrise der große Zusammenbruch der Versicherungssysteme. Die Arbeitslosenversicherung konnte die bis zu 6 Millionen Arbeitslosen nicht mehr finanzieren. 1930 wurden von den Reichskanzlern Brüning, von Papen und von Schleicher mit Notverordnung die Sozialausgaben gekürzt, was zu einer weiteren Verschärfung der Krise führte. Pläne zur Arbeitsbeschaffung wurden aufgrund der schlechten Haushaltslage von der Regierung nicht durchgeführt. Erst die Nationalsozialisten setzten die Arbeitsbeschaffungsprojekte durch und reduzierten die Arbeitslosen von 6 Millionen auf 470 000. Dies brachte wieder volle Kassen und Deutschland konnte aufrüsten. Im großen und ganzen blieb das System bis heute unangetastet. Die Nationalsozialisten bauten es 1938 für Selbständige und Handwerker ähnlich der Angestelltenversicherung aus.
1939 bekamen auch Bauern eine Unfallversicherung und 1941 gab es auch für Rentner die Krankenversicherung.

In der Nachkriegszeit wurde das System aber wieder strapaziert. Millionen von Witwen, Waisen, Behinderten und Vertriebenen brauchten Hilfe. Zudem war Deutschland ein einziges Trümmerfeld. Die Obdachlosigkeit war weit verbreitet. Mit Tauschhandel und Carepaketen von der USA hielt man sich über Wasser.

In den 50er Jahren wurde das System bei dem großen Wirtschaftsboom mit Gesetzen, wie Kriegsfolgen-Lastenausgleich, Schwerbeschädig-tenrenten, Mutterschutz und Kindergeld weiter ausgebaut. Der Sozialstatt und Erhard vereinigte so ökonomische Effizienz mit sozialer Gerechtigkeit. Von Adenauer wurde gegen den Willen des Wirt-schaftsministers Erhard die dynamische Rente eingeführt. Die Rente wurde nun leicht verzögert an die Entwicklung der Löhne angepasst. 1972 folgte die flexible Altersgrenze und Rente für Selbständige unter Willi Brand. Das deutsche Versicherungssystem fand auch Anklang in anderen europäischen Staaten. In Großbritannien führte man eine Volksversicherung mit nationalem Gesundheitsdienst ein. Die Skandinavier führten eine steuerfinanzierte Einheitsversicherung ein.

Während der Ölkrise 1973 und 1974 mussten die Sozialleistungen in Deutschland erneut gekürzt werden. So wurden die Anpassung der Renten an die Löhne verzögert, Leistungssätze gekürzt und Mittel der Bundesanstalt für Arbeit für die Finanzierung der Rentenversicherung genutzt.

Durch wachsende Arbeitslosigkeit, Vermehrung der Rentner und längerer Ausbildungszeiten wurden in den 80er Jahren die Finanzprobleme des Staates immer größer. Zudem brachte die Einheit immense Kosten für die Beitragszahler. 1994 kam eine neue Versicherung hinzu. Die damalige Regierung unter Bundeskanzler Kohl entwickelte eine Pflegeversicherung, um die teilweise auf Sozialhilfe angewiesenen Pflegebedürftigen und deren Angehörigen zu entlasten. Momentan sind die Einnahmen noch größer als die Ausgaben in diesem Sektor. In den anderen Bereichen, des Sozialversicherungssystems haben sich in den letzten Jahren aber immer größere Lücken aufgetan. Seit den Siebzigern versucht man diese mit Beitragserhöhungen, Kürzungen und Zuschüssen aus Öffentlichen Mitteln zu stopfen, das Durchschnittseinkommen steigt aber immer noch langsamer, als die Ausgaben des Gesundheitswesens. Die Lücken werden durch die steigende Lebenserwartung und die überproportional wachsende medizinische Versorgung noch vergrößert. Da die Nutzung der Versicherungen keine direkten Auswirkungen auf die Zahlungen hat, werden auch eventuell unnötige Leistungen in Anspruch genommen, dazu stellen Ärzte oft möglichst viele Leistungen in Rechnung um mehr zu verdienen.

In der Rentenversicherung sieht die Finanzlage ähnlich aus. Die Bevölkerung wird immer älter (Tafel), sodass es schon bald mehr Rentner als Beitragszahler geben wird. Als das System vor 110 Jahren eingeführt wurde, bekamen Rentner ab dem 70. Lebensjahr eine relativ niedrige Rente, in Krisenzeiten wurde das Kapitalstockverfahren auf ein Umlageverfahren geändert, was laut verschiedener Experten das 21. Jahrhundert nicht mehr überleben wird. Es wird nicht zumutbar sein, dass Beitragszahler 30% ihrer Bruttolöhne (jetzt:19,5%) abgeben müssen, ansonsten würden die Renten später sie Sozialhilfegrenze nur noch knapp erreichen. Die Regierung unter Kohl wollte die Renten im vergeblich zu den Löhnen um 6% herabsetzten. Rot-grün setzte dies zwar nicht durch, Passt die Renten in den Nächsten 2 Jahren aber nur in Höhe der Inflationsraten an.

Es gibt viele Lösungsvorschläge verschiedener Experten zu diesem Problem:

Die einen meinen, man müsste das Verhältnis von Arbeitern und Rentnern durch Einwanderung, eine Erhöhung der Frauenerwerbsquote oder der Verkürzung der Lebensarbeitszeit ausgleichen, um den Arbeitsmarkt aber nicht übermäßig zu belasten müsste man die Gesamtbeschäftigung aber auch erhöhen.

Eine andere Möglichkeit wäre das System völlig umzustrukturieren und eine steuerfinanzierte Grundsicherung einzuführen, dies bedeutete aber auch eine erhebliche Neubelastung der Bundeshaushalts während der Übergangszeit und förderte Schwarzarbeit, da jeder den gleichen Anspruch auf Rente hat, egal, wie viel man arbeitet.

Das sogenannte Bürgergeld. Die üblichen Transferzahlungen wie Sozialhilfe, Wohngeld, Erziehungsgeld oder Bafög würden mit der Einkommenssteuer an das Finanzamt gezahlt und gäben Anreiz zur Arbeit, da nur ein Teil des Lohnes auf das Bürgergeld angerechnet würde. Dieses Modell würde aber trotz einfachere Verwaltung viel teuerer als das jetzige, da Bürgergeld ohne Rücksicht auf die individuelle wirtschaftliche Lage gezahlt würde.

Das Frankfurter Institut-Stiftung Marktwirtschaft und Politik sieht eine Lösung Für das Problem in der Umstellung von Umlage- auf Kapitaldeckungsverfahren, wie es vor den Wirtschaftskrisen Anfang dieses Jahrhunderts existierte. Dabei spart jeder Beitragszahler einen eigenen Kapitalstock an, ähnlich der privaten Rentenversicherung, nur als Pflichtversicherung. Der Nachteil dieses Modells liegt in der Übergangsphase, die über einen längeren Zeitraum von rund 20-30 Jahren eine Doppelbelastung für Beitragszahler darstellen würde.

Die beste Lösung für das Problem der Rentenfinanzierung wäre wohl die Rückkehr zur Vollbeschäftigung. Leider ist dies aber auch der schwerste Weg.

Die moderne Fabrik - Herzstück des Kapitalismus

Frederick Winslow Taylor (1856-1915) zerlegte Arbeit in immer kleinere Abschnitte in Richtung höhere Produktion, niedrigere Kosten, höheren Profit und höhere Lohn. Er entwickelte ein Mensch-Maschine-System mit dem seiner Meinung nach höheren Nutzeffekt. 1911 veröffentlichte er das Buch “die Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung“. Organisation und System standen nun im Vordergrund, nicht mehr der Mensch bestimmte die Arbeitswelt.
Die Produktion entwickelte sich zu einer Art System, das Erfindungen förderte, Techniken verfeinerte und neue Ideen und Organisationsformen hervorbrachte. Dieses System überlebte schwere Krisen, die durch die Entwicklung der Massenproduktion noch verschlimmert bzw. verursacht wurde. Gesellschaftsschichten wie Bauern verloren an Wichtigkeit und Manager stiegen auf. Das Symbol der 2. industriellen Revolution war das Fließband, von Henry Ford entwickelt. Die Massenproduktion hatte schlimme soziale Folgen, die Monotonie der immer kürzer werdenden Arbeitstakte und die Mechanisierung des Menschen. Die naturgebundene, mittelalterliche Arbeit war plötzlich wie ausgelöscht. Man arbeitete nur noch in Hallen und Fabriken mit Stechuhren und Maschinen. Laut Adam Smith und Karl Marx war dies die Arbeitsteilung eine zwangsläufige Entwicklung, da die Kosten für jede Ware gesenkt werden konnte.

Henry Ford eröffnete 1913 die 1. Fließbandfabrik. Er stellte das Ford-T-Modell in Massen her und schuf so das Auto für Jedermann. Die Einzelteile waren passgenau und austauschbar. Der Arbeitsprozess wurde in immer kleinere Teile zerlegt. Zu dieser Zeit wurde Arbeit in Kopf- und Handarbeit geteilt. Die Arbeit am Band war austauschbar, Kopfarbeit dagegen immer wichtiger. Permanente Kündigungen waren die Folge und bedrohten den Produktionsfluss. Der Einfluss der Gewerkschaften stieg. Um Probleme zu vermeiden, verdoppelte Ford den Arbeiterlohn auf 5 Dollar pro Tag. Da seine Fabrik aber nur auf ein Produkt fixiert war, schloss er 1927 die Produktion und baute für 200 Mio Dollar eine Industrieanlage mit 100.000 Arbeitern und eigene Rohstoffversorgung. Andere Konzerne, wie z.B. General Motors lösten dieses Problem der Massenproduktion. GM zerlegte sein Unternehmen in kleine, einzeln verwaltete Teile und wurde so zum größten Automobilkonzern der Welt.

Andere Nationen, unabhängig von ihren Ideologien waren vom Vorbild USA begeistert. Der Aufbau neuer Produktionstechniken, z.B. in der Sowjetunion scheiterte jedoch an Kleinigkeiten, wie am Beispiel der Bauern, die ohne eine Uhr zu besitzen, zu Arbeitern wurden. Ihre Unpünktlichkeit beeinflusste negativ den Arbeitsproduktionsfluss. Zudem fehlten in dem handwerkstraditionellen Europa die Absatzmärkte. Erst in den 50ern und 60ern wurde die Massenproduktion durch das Wirtschaftswunder eingeführt.

Das japanische Familienunternehmen Toyota, das seit 1937 Autos herstellte, musste 1949 viele Entlassungen vornehmen. Der Sohn des Unternehmens Eiji Toyoda wurde nach Amerika geschickt, um dort die Arbeitsabläufe zu beobachten. Die teuren Maschinen forderten eine lange Produktion in großen Mengen. Kleine Störungen wären verheerend, also wurden Reserven und Puffer eingesetzt. Eiji Toyoda entwickelte nun ein eigenes System. Handwerk wurde mit Massenproduktion verbunden. Das Ergebnis war weniger menschliche Arbeit, niedrigere Maschinenkosten, weniger Lagerplatz und eine geringere Entwicklungszeit, trotzdem eine höhere Vielfalt und Qualität der Produkte. Dieser Toyotismus wurde vom Massachusetts Institute of technology (MIT) in einer Vergleichsstudie von 1990 zum weltweit effizientesten Produktionsmodell erklärt.

Der heutige Strukturwandel zur Informations- und Dienstleistungs-gesellschaft macht Kapital und Wissen weltweit verfügbar. Lebenslange Jobs werden lt. Experten in Zukunft immer weniger in der Arbeitswelt zu finden sein. Die Arbeitswelt wird flexibler, vernetzter, aber auch vager. Durch Internet können Millionen von Menschen auf der ganzen Welt miteinander kommunizieren und Geschäfte machen. Zudem fordern die Konsumenten höhere Qualität und Individualität, also wird es Zeit, für ein neues System, das flexibel und innovativ die Vorteile von Massen-produktivität und Individualität vereint.

MIT entwickelte zwei verschiedene Szenarien für die Zukunft. Entweder sollen gigantische Großkonzerne, wie z.B. Daimler Chrysler entstehen oder es werden Netzwerke kleiner Firmen zusammenarbeiten.

Sicher ist aber, dass in Zukunft nicht natürliche Rohstoffe, sondern Wissen sogenannte „Human-Ressource“ Quelle des Reichtums sein wird. Der Mensch rückt wieder ins Rampenlicht.

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Globalisierung

Globalisierung ist eines der Schlagworte unserer Zeit. Angst vor ihr scheinen in Fast allen Gesellschaftsschichten vorzufinden zu sein. Einige Gründe dafür sind z.B. die Globale Konkurrenz der Arbeitnehmer, die Mobilität des Kapitals, die Finanzkrisen auf der ganzen Welt verursachen können, der Wettbewerbsdrucke der Unternehmen und Regierungen, die immer geringer werdende Kontrolle über das ökonomische Leben und das Hohe Tempo der Veränderungen in Technik, Finanzen oder Produktion, so werden die Menschen durch Rationalisierung teilweise Überfordert. Doch Globalisierung ist nicht nur ein Wort der letzten zwanzig oder dreißig Jahre, Richard Ely sagte schon 1903: „Die nächste Stufe wird die Weltwirtschaft sein.“ Die Wirtschaftshistoriker Kevin O’Rourke und Jeffrey Williamson schrieben bis 1914 das Buch „Globalization and History“. Demnach waren fast alle Länder mit Auslandsmärkten verbunden. Preise für Güter, ausländisches Kapital in der Infrastruktur und importierte Produktions- und Geschäftsmethoden sind ein paar Beispiele. Der technologische Fortschritt zeigte sich in Auto, Film, Röntgen, elektrischem Licht und dem Telefon. Werner Siemens hatte zu dieser Zeit 30 Produktionsstätten rund um die Welt verteilt. Er hatte durch die Schweizer Finanzholding Kontrolle über Elektrizität und Straßenbahnen in der ganzen Welt.

Das Wirtschaftswachstum wurde durch die Bahnnetze, immer größere Schiffe, Telegraphen und Telefonnetze schnell und global angetrieben.

So wurde Chicago innerhalb von 20 Jahren zu einer Metropole, die Preise für Getreide, Holz und Fleisch weltweit festlegte. Das britische Pfund war die international akzeptierte Währung und Großbritannien bestimmte größtenteils die wirtschaftlichen Regeln.

Damals wurde an der Börse mit Minen-, Eisenbahnen- oder Kanalfonds große Erfolge, wie auch große Pleiten, gemacht.

Im ersten Weltkrieg war das fast globale Währungs- und Handelssystem untergegangen und erst in den 80er Jahren wieder liberalisiert. Vor dem 1. Weltkrieg hatte Deutschland weitaus mehr zu verlieren als zu gewinnen. Man hatte aber Angst, von anderen Staaten, wie z.B. den USA oder Frankreich abhängig zu werden. Bauern und Großgrundbesitzer, deren Markt vom billigen Ausland überschwemmt wurde, nahmen nur noch die Hälfte ein. Aus diesem Grund wurden Zollmauern errichtet und der Staat strebte nach Autarkie.

Ein Buch von Joachim Ratkau, einem berühmten Historiker, benennt diese Zeit als „das Zeitalter der Nervosität.“ Das ungeheure Tempo und der Wettbewerb hat die Menschen damals überfordert und stellte noch einen Grund für den Krieg dar.

Die Neoklassiker, wie z.B. Herbert Giersch, der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, bezeichnen Globalisierung als ein neues Wort für einen schon lange währenden Vorgang: „Die räumliche Ausbreitung der kapitalistischen Wirtschaftsweise bis an den Rand der Welt.“ „Der Pro-zess der Globalisierung ist im Trend irreversibel.“

Heute hat lt. der amerikanischen Historikerin Mira Wilkins „die Vernetzung der internationalen Finanzströme und der Volumen der direkten grenzüberschreitenden Investitionen () eine völlig andere Qualität.“ So besteht z.B. zwei Drittel des Welthandels aus trans-nationalen Unternehmen der Industrienationen.

D.h. aber nicht, dass es gar keine Probleme mehr gibt. Der Unterschied von Arm und Reich scheint immer gravierender zu werden. Der Anteil des reichsten Fünftels am Welteinkommen ist von 1960 bis 1994 um 16% gestiegen, der Anteil des ärmsten Fünftels dagegen um 1,2 % gesunken. (Folie)

Konzernmanager auf der ganzen Welt müssen Gewinne überdurchschnittlich zum Wachstum erhöhen, was auf Kosten der Arbeitnehmer geht. Auch Regierungen können nichts tun, da sie in einer Art internationalem Steuersenkungswettbewerb sind, d.h. die Steuern werden für Unternehmen gesenkt, um sie zu Investitionen anzuregen. Dies wiederum auf Kosten der Arbeitnehmer und Verbraucher. Bei Versuchen, wie dem der rot-grünen Koalition, einen Steuerausgleich vorzunehmen, reagieren Unternehmen mit Drohungen, wie z.B. der Auslandsverlagerung von Arbeitsstätten.

Von diesen nationalen Spannungen abgesehen sind die Unterschiede der Industrienationen und der Dritten Welt weitaus schwerwiegender. 358 Dollar-Milliardäre verdienen ungefähr soviel, wie die ärmsten 2,5 Milliarden Menschen. Nur einer kleinen Minderheit kommt der Wohlstand zu Gute. Drei Fünftel der Menschheit haben mit sozialem Verfall und ökologischer Zerstörung zu kämpfen.

Trotzdem sehen Politiker und Industrielle eine positive Entwicklung. BDI-
Präsident Hans-Olaf Henkel: „Die Globalisierung wirkt sich auf Ent-wicklungsländer segensreich aus.“ Westeuropäer und Amerikaner versuchen, mit Hilfe von den internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank und Welthandelsorganisationen, den Süden schon seit 30 Jahren in den Markt zu integrieren. Ein Beispiel dafür ist Mexiko. Seit 17 Jahren hört Mexiko dem IWF und hat mit den USA das Freihandelsabkommen NAFTA abgeschlossen. Mexiko privatisierte die Staatsindustrie, reduzierte das Staatsdefizit und die Inflation und öffnete den Kapitalmarkt. Trotzdem sind Mexikos Fabriken sehr importabhängig und wenig neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Die US-Konkurrenz verursachte eine Importwelle und das Wirtschaftswachstum sank unter die Zuwachsrate von Einwanderern. 1994 verloren Anleger das Vertrauen in den Peso und der Wechselkurs stürzte ab. 150.000 Unternehmen gingen bankrott und 3 Millionen Menschen verloren ihre Arbeitsplätze. So verlor Mexiko ein Drittel seiner Kaufkraft. Jetzt ist Mexikos Exportindustrie wieder weitgehend aufgebaut. Die Armut hat sich aber weiter ausgebreitet.

Die Wohlstandsnationen USA und Westeuropas übernehmen weltweit immer mehr die Kontrolle in Banken. In Krisenländern bildet sich immer zunehmend eine anti-westliche Opposition.

Kritik am Kapitalismus (in jedem Kapitalismus Referat unbedingt erwähnen!)

Bei aller Lobhudelei und bei allem Fortschritt, den der Kapitalismus mit sich brachte, so bringt er auch gravierende Probleme mit sich:

1. er fordert ständigen Profitzwang, wodurch die Menschen diesem Profitstreben auch charakterlich erliegen; er fördert also den Egoismus in uns

2. während hier (Westliche Welt) der Überproduktion wegen 50% der Lebensmittel vernichtet werden, sterben dort (3. Welt) die Menschen an Hunger).

3. es kann immer nur eine kleine Minderheit reich werden, die große Mehrheit bleibt arm (siehe Marx)

4. die Macht geht letztlich von den Reichen und Wirtschafts- wie Finanzgrößen aus (Lobbyismus und Parteospenden beeinflussen Politik)

etc.! Siehe auch hier zur Kapitalismus Kritik.

Zudem gibt es hier ein Referat zur Klassengesellschaft, die laut manchen Autoren den Kapitalismus charakterisiert.

Quellen:


Spiegel 24/99;Rudi Dornbusch: Der Große Aufschwung

Spiegel25/99; Harald Schumann: Die Globalisierung

Spiegel 26/99; Iring Fetscher: Aufstieg und Krise des Sozialstaats

Spiegel 27/99;Markus Dettmer: Die moderne Fabrik

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  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Politik
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2011
  • Note: 1-
  • Aktualisiert: 09.08.16

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