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Föderalismus des Schulsystems - Referat & Erörterung

Inhaltsverzeichnis

Dieses Referat beschäftigt sich mit dem Föderalismus in der Schule und dem Schulsystem. Es wird herausgearbeitet, wo Vor- und Nachteile / Pro und Contra (dadurch ist es auch als Erörterung vollends geeignet) vom Bildungsföderalismus in Deutschland liegen sowie die Geschichte des Föderalismus.

Gliederung des Referats Föderalismus der Schulpolitik:

  1. Einführung
  2. Geschichte
  3. Pädagogischer Wettbewerb
  4. Mischfinanzierung
  5. PISA
  6. Politikermeinungen
  7. Privatschulen
  8. Vergleich am Beispiel Hessen-BW
  9. Pro & Contra
  10. Aktuelles
  11. Eigene Meinung

EINFÜHRUNG

Definition Föderalismus:

la. foedus=Bündnis
innerhalb eines Staates wird den einzelnen Staaten große Freiheit gewährt
Gegensatz Zentralismus (z.B. Frankreich, Paris):
bei zentraler Regierung
Entscheidungsbefugnisse des Staates
-Schulpolitik aktuelles Problem, (später unter Aktuelles)

GESCHICHTE Föderalismus

-seit 1806 Gestaltung von Kultur und Schule war Sache der Gliedstaaten
annulliert nur in der Weimarer Republik und Nationalsozialismus

-1949: nach Nationalsozialismus
wieder Föderalismus um uniformiertem Zentralstaat
und totalitärer Politik vorzubeugen

Kultusministerkonferenz (KMK)
Arbeitsgemeinschaft, zuständig für Rahmensetzungen für einheitliche Bildungsverhältnisse,

-1957: Erklärung in der Bundesverfassung
Bundesländer als "Kernstück ihrer Eigenstaatlichkeit" der Schulhoheit
Artikel 24
Übertragung von Hoheitsrechten auf zwischenstäätlich Einrichtungen
(1a) soweit die Länder für die Ausübung der staatlichen Befugnisse und die Erfüllung der staatlichen Aufgaben zuständig sind können sie mit Zustimmung der Bundesregierung Hoheitsrechte auf grenznachbarschaftliche Einrichtungen übertragen

-1960: Sputnik-Schock
Erkenntnis, dass man im internationalen Vergleich bei der Zahl von Abiturienten und Studenten weit hinten rangierte ("Bildungskatastrophe")
darauf folgte Ausbau des Bildungssystems,
Bildungsreformen: gymnasiale Oberstufenreform, Hochschulreform

-1953-1965: deutscher Ausschuss für Erziehungs- und Bildungswesen
Versuch der auseinanderdriftenden Schulpolitik der Bundesländer entgegenzuwirken

-1965-75: Deutscher Bildungsrat löst Ausschuss für Erziehungs- und Bildungswesen ab

-1970: BLK
Bund-Landes Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung
Planungsgremium für gesamtes D-Bildungswesen
aus Vertretern des Bundes und der Länder,
Aufgaben: Ausarbeitung von Rahmenplänen
und Abstimmung zwischen den Bundesländern

-1973: Entwurf Bildungsgesamtplan
einziges Mal bundesweites Planungswerk,
1985 gescheitert an bildungspolitischen Meinungsverschiedenheiten

alle: eine wenigstens ähnliche Schulpolitik in den Bundesländern,
Verhandlungen meist Kompromisse mit vielen Vorbehalten,
unterstes Kompromissniveau
da Reformbemühungen bei Eltern und Schülern zu Aufständen führen,
sie halten am alten pädagogischen Konzept fest,
Opposition meist auf ihrer Seite, da diese potentielle Wähler
deshalb selten Änderungen
->bei allen Reformen so,
deshalb Reformstau und politische Resignation

1992: Vertrag von Maastricht erklärt Bildung zur eigenständigen Gemeinschaftsaufgabe, auf europäischer Ebene

->Meinungsverschiedenheiten lassen sich nicht überbrücken durch Mehrheitsentscheidungen, es ändert sich wenig in der Schulpolitik,
lässt sich schwer angleichen in den Bundesländern

Frage: soll man überhaupt Vorschriften machen?
wenn dem Bundesland Freiheiten überlassen sind

PÄDAGOGISCHER WETTBEWERB

-wenn Schulen Sache der Länder ist->fördert Wettbewerb um die besten schulpolitischen Wege,
ähnlich dem Prinzip der sozialen Marktwirtschaft

-garantiert Bürgernähe und Verbundenheit,
fördert das Experiment im kleinen Rahmen

-in den Bundesländern verschiedene Lehrpläne,
sogar innerhalb der Bundesländer unterschiedliche Prüfungsaufgaben,
z.B. Hessen, Hamburg, Brandenburg
Zentralabitur in Bayern und Baden-Württemberg
verschieden lange Zeiten (z.B. Baden Württemberg 8-jähriges Abitur)
verschiedene Schulen (Hessen: Gesamtschulen)
verschiedene Abschlüsse

-Freiheiten werden eingegrenzt:
Lehrpläne müssen sich nach den Prüfungsanforderungen richten
Angleichung der Prüfungsanforderungen führt zu Angleichung der Lehrpläne

MISCHFINANZIERUNG

-Artikel 91a
Mitwirkung des Bundes bei Gemeinschaftsaufgaben
(1) Der Bund wirkt auf folgenden Gebieten bei der Erfüllung von Aufgaben der Länder mit, wenn diese Aufgaben für die Gesamtheit bedeutsam sind und die Mitwirkung des Bundes zur Verbesserung der Lebensverhältnisse erforderlich ist (Gemeinschaftsaufgaben):
1. Ausbau und Neubau von Hochschulen einschließlich der Hochschulkliniken
...

-Artikel 91b
(Folie)
Zusammenwirkung bei Bildungsplanung und Forschung
Bund und Länder können aufgrund von Vereinbarungen bei der Bildungsplanung und bei der Förderung von Einrichtungen und Vorhaben der wissenschaftlichen Forschung von überregionaler Bedeutung zusammenwirken. Die Aufteilung der Kosten wird in der Vereinbarung geregelt.

-d.h. Bund finanziert mit,
um Chancengleichheit zu erhalten,
wegen Artikel 11:
(1) Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage das Recht auf eine seiner Begabung entsprechende Erziehung und Ausbildung

(Geld zur Finanzierung kam jedoch zuvor von den Schulträgern durch die Reform der Gewerbesteuer)

PISA

-Programs for International Student Assessment =
internationale Schulleistungsuntersuchung

-insgesamt Deutschland
Lesen 21.Platz
Mathe 20.Platz
Naturwissenschaften 20.Platz

-jedoch Untersuchung auf Ergebnisse in den einzelnen Bundesländern:
gravierende Leistungsunterschiede
Bayerns Schüler sind Bremen 2 Jahre voraus

-Grafik (Folie)
alphabetisch geordnet
gut abgeschnitten: Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Saarland
schlecht: Thüringen, Brandenburg, Berlin, Bremen, Sachsen-Anhalt

-> kein Zusammenhang Leistung mit Länderausgaben oder Abiturientenquote
eher Erklärung: Bayern so erfolgreich wegen geringer Ausländerquote,
weniger Sozialhilfeempfänger
also: soziales Umfeld

POLITIKERMEINUNGEN zum Föderalismus

-Edelgard Bulmahn (SPD)
seit 1998 Bundesministerin für Bildung und Forschung

(Folie)
Wir wollen, dass
die individuelle Förderung von Kindern so früh wie möglich beginnt,
alle Jugendlichen eine Ausbildung erhalten,
sich der Anteil der Studienanfänger erhöht,
der wissenschaftliche Nachwuchs international wettbewerbsfähig ist,
Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft gleiche Chancen haben,
das Leitbild vom lebensbegleitenden Lernen für alle Menschen realisierbar wird.

->beste Bildung, Ausbildung und Weiterbildung für alle,
unabhängig von Wohnort und Einkommen

"Notwendig ist eine nationale Antwort auf die Ergebnisse der PISA-Studie"
evtl. Grundgesetzänderung, um Schulföderalismus einzugrenzen oder abzuschaffen

-SPD Programm Zukunft Bildung und Betreuung
stellte Bulmahn vor
Rahmengesetz des Bundestags für Schule
mehr Ganztagsschulen:
in Berlin bereits 32% der Schulen, in Nordrhein Westfalen 10%
nationale Bildungsstandards (in allen Bundesländern)
mehr Unterstützung für Migranten

auch Debatte über Egalisierung der Schulsysteme der Bundesländer
Egalisierung von Abschlüssen, Notengebung

-Greilich und Kilp (FDP Gießen)
Erneuerung des Föderalismus!
Konkret auf Schule:
Ende der Mischfinanzierung von Bund und Ländern,
da Schulpolitik Sache der Bundesländer,
wenn Bund mitfinanziert, will er demnächst auch schulpolitisch mitbestimmen

-Walter Döring (FDP)
Positionspapier: "Wie die Krise des Föderalismus überwunden werden kann"
veraltete Strukturen,
*Föderalismus ist Pseudo-Zentralismus:
Länder können keine eigenständige Politik betreiben
*Neugliederung der Bundesländer, aus 16 mach 9
Länderfinanzausgleich -> Chancengleichheit zw. Bundesländern
um im internationalen Wettbewerb zu bestehen
so Eigenstaatlichkeit der Bundesländer fordern

-Stoiber: Schulgeld, Studiengebühr

PRIVATSCHULEN

Schulgelder würden zu Sparsamkeit und Optimierung der Schulen führen
Artikel 7:
(4) Das Recht zur Errichtung von Privaten Schulen wird gewährleistet. Private Schulen als Ersatz für öffentliche Schulen bedürfen der Genehmigung des Staates und unterstehen den Landesgesetzen

-warum also nicht nur Privatschulen?
wegen Chancengleichheit,
Privatschulen = Benachteiligung der finanziell Schwachen

Vergleich am Beispiel Hessen/Baden-Württemberg

Diskussion zwischen
Hartmut Holzapfel (Hessen Kultusminister)
Annette Schavan (BaWü)

Turbo-Abi versus Gesamtschule

Holzapfel:

-Eltern sollen nach der Grundschule entscheiden
über weiteren Bildungsweg der Kinder
-Deutschland zu wenige Abiturienten, im Jahr 2000, 37%
Industrienation mit niedrigster Abiturientenquote
-nicht nur lernen, auch Werte wie
Lernfähigkeit, Teamarbeit, Selbstständigkeit
-es kommt darauf an, wie man lernt, nicht was man lernt
-er ist für einen Bildungsrat auf nationaler Ebene,
nicht alles an Kultusminister hängenbleibt

Schavan:

-Noten und Empfehlungen der Lehrer zählen
-Qualität leidet, deshalb nicht zu viele zulassen fürs Abitur
-allgemein bildendes Abitur:
fünf Prüfungsfächer, Kernkompetenzfächer usw. wichtig,
nicht spezifiziertes Abitur
-keine Benachteiligung für die Schüler, sondern bessere Vorbereitung
auf Studium und Beruf
-setzt auf Föderalismus, sonst kommt nichts in die Gänge, nur Gequatsche

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Vorteile & Nachteile (Pro und Contra des Schulföderalismus)

pädagogischer Wettbewerb kein einheitliches System
(Beste schulpolitische Wege) (Abschlüsse, Lehrpläne)

Bürgernähe und Verbundenheit Reformen
(Experimente im kleinen (Reformstau, Aufstände bei
Rahmen) Eltern, Lehrern, Schülern)

Vereinheitlichung keine Lösung Schein-Föderalismus
(Verhandlungen ohne große (Freiheiten werden eingegrenzt) Konsequenzen)

Meinungsverschiedenheiten Auseinanderdriftende Schulpolitik
(keine Einigung möglich zwi- (keine Chancengleichheit)
schen den Bundesländern)

Bildungsgesamtpläne scheitern Länder lassen sich eigene Auf-
(siehe 1985) gaben vom Bund finanzieren

Aktuelles

Schwarzwälder Bote vom 4.Dezember diesen Jahres (alter Stand)
deutsches Bildungswesen ist durchgefallen,
also nicht Schuld von Lehrern und Schülern,
veraltetes Schulsystem:
nur bedingt schlechte Ausbildung der Lehrer
Barrieren zwischen den Schulformen (Haupt-,Realschule,Gymnasium)

Meine Meinung zum Schulföderalismus

siehe Tabele: ungefähr ausgeglichen
meine Meinung ist
Föderalismus an sich gut,
jedoch in Schulpolitik sollten Einigungen getroffen werden
da es unfair ist, wenn
z.B. ein Kind mit ner 4 im Hauptfach nach der Grundschule
in Hessen: kann aufs Gymnasium,
in BaWü nicht,
man sollte einen nationalen Bildungsrat gründen,
auch wenn dann nicht so viel bewegt wird,
und Kompromisse gefunden werden müssen
[was ist aber mit einheitlichen Schulbüchern und Voraussetzungen? Kann wiederum nur geschehen wenn Bildung Bundessache wird..]

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4.2 / 5 Sternen (17 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Politik
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2013
  • Note: 2+
  • Aktualisiert: 30.08.16

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  • eve schrieb am 19.10.2011:

    ihr seid cool :P
    genau wie diese homepage hier!!

  • du^^ schrieb am 03.12.2010:

    Ich mag euch beide ;DDDDD

  • lisa schrieb am 22.11.2010:

    Marvin ich liebe dich auch <3

  • Moderator schrieb am 15.11.2010:

    Vielleicht sollten wir eine Partnerbörse eröffnen.

  • ich :) schrieb am 15.11.2010:

    Lisa <3 ich liebe dich <3333333

  • Lisa Kastull schrieb am 20.10.2010:

    meiner meinung nach haben sie in ihrem artikel alles das beschrieben was auch für mich im mittelpunkt steht und was den föderalismus auszeichnet. In dem punkt mit der absprache in der schulpolitik stimme ich ihnen voll und ganz zu.

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