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Marxismus Referat - Definition, Theorie & Geschichte des Marxismus

Inhaltsverzeichnis

Eine der wohl am häufigsten gestellten Fragen in diesem Zusammenhang ist die, welcher Definition man dem Marxismus zugrunde legen könnte? Die gesamte Thematik ist dermaßen vielschichtig (geworden), hat unterschiedlichste Auffassungen und teils konträr gegenüber stehende Auslegungen und Ansichten mit ihren Vertretern entwickelt, dass eine exakte Bestimmung "des Marxismus" heutzutage kaum mehr möglich ist. Versuchen wir uns daher an einer allgemeinen, in einen Satz gefassten Definition zum Marxismus:

Definition: Was ist Marxismus?

Unter dem Begriff Marxismus ist die von Karl Marx entwickelte Idee(ologie) des sich durch Kampf zweier Klassen ("reich vs. arm") fortentwickelnden Gesellschaftssystems zu verstehen, das seiner Auffassung nach aktuell "Kapitalismus" heißt und zwangsweise in die nächst höhere Gesellschaftsstufe "Sozialismus" mündet, bei dem das Privateigentum an Großbesitz verloren geht.  Diese generalisierende Definiton des Marxismus bedarf natürlich einer weiteren Erläuterung, zumal immer neue Teiltheorien in die Ganzheitstheorie einfließen (Rosa Luxemburg, Lenin, Trotzki, ...)

Das folgende Referat (auch) dazu ist für Schüler ausgelegt und gewährt einen allgemeinen Überblick und Einstieg in die Thematik rund um den Marxismus. Als erstes folgt dazu die Definition aus einem "bürgerlich-normalen" Lexikon:

- Unter Marxismus wird eine politische bzw. wissenschaftliche Theorie verstanden, die sich direkt auf Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) zurückführt & deren Ideen in ein Gesamtkonzept integriert.
- enthält 3 größere Bestandteile:

  • 1.)  Philosophie (umfassende kapital-Ideologiekritik, „Geschichtsschreibung nur durch Klassenkämpfe und Rev. möglich“)
  • 2.)  "Kritik der politischen Ökonomie“ (Gesetzmäßigkeiten d. Kapitalismus sowohl mikro- wie makro-ökonomisch analysiert)-> Teilgebiet d. VW-Lehre
    (Wirtschaftsverhalten einzeln, ~ allgemein)
  • 3.) Theorie des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus (Zusammenbruchstheorie-> Kapit. muss Zus.br. durch Arbeiterverelendung, profitrate d. unternehmen sinkt) und der klassenlosen sowie herrschaftsfreien Gesellschaft.

Das marxistische Geschichtsbild

- Laut Marx ist die Geschichte eine »Geschichte von Klassenkämpfen« (also kleine herrschende Klasse unterdrückt und beutet stets die große Klasse der Beherrschten aus)

- aus anfangs egalitärer Gesellschaft (alle gleich, gleicher Besitz, GLeichstellung von mann und frau; Urgesellschaft, auch Urkommunismus) -> herrschende Klasse herauskristallisiert

-nämlich durch Aneignung des „Mehrprodukt“ -> wenn mehr produziert wird als zum eigenen Lebenserhalt notwendig (macht zB auch ERSTMALS Skalven ökonomisch sinnvoll weil sie mehr erwirtscahften als sie selbst verbauchen)

[1. Bsp. In Geschichte: Ackerbau und Viehzucht in Jungsteinzeit]

-> Klassenkampf entwickelt sich, neue Gesellschaft entsteht; wieder Klassenkampf.

Reihenfolge der Epochen laut Marx: Urgesellschaft -> Sklavenhaltergesellschaft -> Feudalismus -> Kapitalismus (heute) -> Sozialismus -> Kommunismus

-> aus diesem geschichtsphilosophischen Bild geht klar hervor, dass sich der Kapitalismus aus dem Feudalismus heraus entwickelt hat und laut MArx in den Sozialismus mündet. Da wir bis heute den Kapitalismus vorherrschend haben, kann auch sein Nachfolger des Sozialismus bisher unmöglich in Erscheinung getreten sein. Allenfalls autoritäte Ableger existierten, nie jedoch der "echte" Sozialismus.

-Politik stellt demnach Kampf der Klassen um die Verwirklichung ihrer sozioökonom. Interessen

Die marxistischen Schlussfolgerungen für die Geschichte

- Kapitalismus muss als Wirtschafts- und Herrschaftssystem untergehen
- da er durch die unterdrückte Klasse (auch Proletariat gen.) überworfen wird
- Schließlich ist  Folge d. Klassenkämpfe: Sozialismus ("Diktatur des Proletariats")
- endet im Kommunismus, der klassenlosen Gesellschaft
- Staat würde absterben da Ausbeutung & Ungleichheit in einer solchen Gesellsch. nicht vorkommen
-> und somit wäre er überflüssig

Geschichtliche Auswirkungen des Marxismus

- Marxismus lieferte theoretisches Fundament f. Arbeiterbew. & soz. Ideologie
  -> aber auch Idee, bestehendes System nicht als „von Gott“ oder „von Natur“ aus zu betracht.
- als Folge: Entstehung zB. des Marxismus-Leninismus (herrsch. Klasse in Rev. „abgesetzt“)
- einige Tochterideologen: Trotzkismus und Stalinismus

Entstehung des Marxismus

- Marx und Engels im 19. Jahrhundert bedeutende Theoretiker der Arbeiterbewegung.
- Sie sind die Verfasser des "Kommunistischen Manifests" im Jahre 1845
- Marx befasste sich auch umgehend mit Ökonomie & Wirtsch.lehre "Die Philosophen haben die Welt nur interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern."
-
Schon zu Lebzeiten  Marx entwickelte sich Gruppierung v.Sozialisten (nanntn sich „marxisten“) - mit Russischer Revolution 1905 entstand Marxismus-Leninismus (später: Stalin propagierte Ideologie und dogmatisierte)

Wissenschaftlicher Sozialismus

- Bestreben von Marx und Engels war Begriff "Sozialismus" bzw. "Kommunismus" wissenschaftlich zu fundieren
- Marx und Engels betonen dass Theorie „wissenschaftl Anspruch“ hat & keine Utopie ist

Marxistische Analyse des Scheiterns des Realsozialismus

- Nach Umbruch von 1990: viele Marxisten versuchen Fehler des Realsozialismus zuanalysieren - Bisher wurden folgende wesentliche Fehler festgestellt:

1. Kapitalismus  nicht weit genug entwickelt (neue Gesellschaft unzureichend ausgebildet)

2. Revolution erfolgte nicht in den fortgeschrittensten Ländern (im rückständigen Russland)

3. Dort erfolgte keine Vergesellschaftung der Produktionsmittel (wie von Marx gefordert), sondern nur eine Verstaatlichung ->  & damit eine neue Klassenherrschaft ("Bürokratie").

4. Die Arbeiterklasse ist noch nicht in der Lage, die bestehenden Verhältnisse umzustürzen..

5. Revolution muss gesamte Gesellschaft erfassen und verändern

6. Gesellschaft muss durch eigene Erfahrung & Einsicht die Notwendigkeit einer umfassenden Revolution erkennen und sie auch selbst durchführen (Rosa Luxemburg).

ENDE, Schulkamerad macht weiter mit „Ökonomisches“

Karl Marx - Lebenslauf und Biographie

- Karl Heinrich Marx (* 5. Mai 1818 in Trier; † 14. März 1883 in London)
- war Philosoph, politischer Journalist und Kritiker der bürgerlichen Ökonomie
-  sein Vater: Justitzrat Heinrich Marx

-  besuchte das Gymnasium in Trier (1835 Abitur)

- Studierte später (s.o.)

- Schloß sich in Berlin dem Kreis der radikalen Junghegelianer an

-  1842/43 noch Mitarbeiter, dann Chefredakteur »Rheinischen Zeitung« in Köln

-  tritt mit engstem Vertrautem, F. Engels, dem Bund der Kommunisten  1948/49 bei

-  im gleichen Jahr: Chefredakteur der radikaldemokr. “Neuen Rheinischen Zeitung” in Köln ?  1849 emigriert er nach London, wo er historische und ökonomische Studien betreibt
-  starb schließlich 14. März 1883 eines natürl. Todes

-gilt als bedeutendster Vordenker der frühen Arbeiterbewegung zusammen mit Friedrich Engels,
- In seinem Hauptwerk Das Kapital analysiert Marx die allgemeine kapitalistische Produktionsweise
- Entwickelte Ideen des Kommunismus und legte Grundstein für  Marxismus
- zentrale These in Bezug auf  Kapitalismus: dass er  „…die Springquellen allen Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter"
-
spätere Marxisten interpretieren seine Ansätze alle anders -> viele marx. Grupp. (SPD,..)
- Marx bekannteste Werke: das Kapital und das Kommunistische Manifest (zusammen mit Friedrich Engels; auch „Die Deutsche Ideologie")

Planwirtschaft (Zentralverwaltungswirtschaft)

Allgemein:

- Wirtschaftssystem
- Gegenstück zu Marktwirtschaft
- Ziele werden schon im voraus festgelegt --> auf Nachfrage Organisation und Produktionskosten angepasst

Wo:

- Sippen und Dorfgemeinschaften
- Firmen intern --> Planung erhöht Effizienz
- Deutschland zur Zeit der NS
- Großbritannien zue Zeit des 2. Weltkriegs

Propagiert:

- von Platon "Staatsentwürfe"
- Thomas More "Utopia"
- Karl Marx in mehreren Werken

Probleme und Kritik:

- Wie werden unterschiedliche Produktionszweige aufeinander abgestimmt?
- Wie wird die zukünftige Produktion auf die Bedürfnidde abgestimmt?
- Wie sollen die Arbeiter motiviert werden?

- Wie wird durch übermäßige Planung entstehende Bürokratie verhindert?

Diskussion:

- um Marx Ideen zu verwirklichen ist als Notwendigkeit und Grundlage eine ganzmenschliche Solidarität erforderlich
- Wie kann Sozialismus nicht scheitern (wie DDR,…)

- Wieso soll die Arbeiterklasse Lohn von Kapitalisten erhalten wenn doch sie die Arbeit macht?
- Warum kann Sozialismus nicht durch Reformen erreicht werden?

-  Warum ist Kapitalismus zum Scheitern verurteilt?

- Wo seht ihr Schwierigkeiten für den Kommunismus?

Karl Marx - Zitate und Auszüge

"... Diese Forderung das Bewusstsein zu verändern läuft auf die Forderung hinaus, das Bestehende anders zu interpretieren, d.h. es vermittels der Interpretation anzuerkennen." (20)

"...Man kann die Menschen durch das Bewusstsein, durch die Religion, durch was man sonst will, von den Tieren unterscheiden. Sie selbst fangen an sich von den Tieren zu unterscheiden, sobald sie anfangen, ihre Lebensmittel zu produzieren, ein Schritt, der durch ihre körperliche Organisation bedingt ist. Indem die Menschen ihre Lebensmittel produzieren, produzieren sie indirekt ihr materielles Leben selbst." (21)

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"Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben [wird]. Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt. Die Bedingungen dieser Bewegung ergeben sich aus der jetzt bestehenden Voraussetzung." (35)

"Die Produktion der Ideen, Vorstellungen, des Bewusstseins ist zunächst unmittelbar verflochten in die materielle Tätigkeit und den materiellen Verkehr der Menschen, Sprache des wirklichen Lebens. Das Vorstellen, Denken, der geistige Verkehr der Menschen erscheinen hier noch als direkter Ausfluss ihres materiellen Verhaltens. Von der geistigen Produktion, wie sie in der Sprache der Politik, der Gesetze, der Moral, der Religion, Metaphysik usw. eines Volkes sich darstellt, gilt dasselbe. Die Menschen sind die Produzenten ihrer Vorstellungen, Ideen pp., aber die wirklichen, wirkenden Menschen, wie sie bedingt sind durch eine bestimmte Entwicklung ihrer Produktivkräfte und des denselben entsprechenden Verkehrs bis zu seinen weitesten Formationen hinauf. Das Bewusstsein kann nie etwas anderes sein als das bewusste Sein, und das Sein der Menschen ist ihr wirklicher Lebensprozess. Wenn in der ganze Ideologie die Menschen und ihre Verhältnisse wie eine Camera obscura auf den Kopf gestellt erscheinen, so geht dies Phänomen ebenso sehr aus ihrem historischen Lebensprozess hervor, wie die Umdrehung der Gegenstände auf der Netzhaut aus ihrem unmittelbar physischen." (26)

“Die Moral, Religion, Metaphysik und sonstige Ideologie und die ihnen entsprechenden Bewusstseinsformen behalten hiermit nicht länger den Schein der Selbstständigkeit. Sie haben keine Geschichte, sie haben keine Entwicklung, sondern die ihre materielle Produktion und ihren materiellen Verkehr entwickelnden Menschen ändern mit dieser ihrer Wirklichkeit auch ihr Denken und die Produkte ihres Denkens. Nicht das Bewusstsein bestimmt das Leben, sondern das Leben bestimmt das Bewusstsein. In der ersten Betrachtungsweise geht man von dem Bewusstein als dem lebendigen Individuum aus, in der zweiten, dem wirklichen Leben entsprechenden, von den wirklichen lebendigen Individuen selbst und betrachtet das Bewusstsein nur als ihr Bewusstsein." (26f)

Mehr zum Thema und etwas gegenteiliger Meinung bietet bspw. dieses Kapitalismus Referat.

Andere Thesen/Zitate:

"Die Arbeitskraft ist also eine Ware, die ihr Besitzer, der Lohnarbeiter, an das Kapital verkauft."
"Der Tauschwert einer Ware, in Geld abgeschätzt, heißt eben ihr Preis."
"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern."

 

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4.2 / 5 Sternen (21 Bewertungen)
  • Autor: T.Z.
  • Fach: Politik
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2006
  • Note: 2+
  • Aktualisiert: 07.09.16

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  • nirupa schrieb am 03.11.2014:

    suoer dankeschön

  • sassa schrieb am 07.12.2013:

    BombE

  • Louis schrieb am 08.05.2012:

    Ich bin dir ja so unendlich dankbar das du es ins internet gestellt hast :D

  • Tierschutz schrieb am 17.11.2011:

    Was bedeutet eigentlich dieser Spruch:

    "Die Geschichte ist die Geschichte von Klassenkämpfen".
    ?

    SCHULZEUX-ANTWORT:
    Das heißt bzgl des Marxismus Referats, dass die gesamte Menschheitsgeschichte dadurch bestimmt ist, dass eine Klasse ("arm", die Beherrschten) gegen die andere ("reich", die Herrschenden) kämpft - bis heute. Dieser Kampf kann auch indirekt vonstatten gehen ohne das sich die Teilnehmer als Kämpfer bewusst sind. Der Klassenkampf dauert solange, bis sich beide Klassen aufheben, bis sie synthetisieren zur klassenlosen Gesellschaft im "Kommunismus". DAs sagt Marx, und laut dessen Definition kann Sozialismus (und danach Kommunismus) erst entstehen, wenn der Kapitalismus global überwunden wurde; wurde er aber noch nicht, daher hat es bisher auch nirgends "richtigen" Sozialismus geben können, da er ja die nachfolgende Epoche des Kapitalismus darstellt, welche eben erst nach dem Ende des Gegenwartssystems Kapitalismus in weltgeschichtliche Erscheinung treten kann.

  • Tiefflieger schrieb am 22.03.2011:

    Deutsch?

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