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Vergleich von Keynesianismus und Monetarismus (Referat)

Inhaltsverzeichnis

Aufsatz (Essay) zum Vergleich von Keynesianismus und Monetarismus -mithilfe des Spiegel-Interviews „Strategien gegen die Arbeitslosigkeit“ von Hans-Werner Sinn und Peter Bofinger. Auch als Referatsbasis brauchbar!

1.) Inhaltsangabe und Herausarbeitung der Positionen vom Keynesianismus und Monetarismus

 [Anmerkung: Da es sich im Text um zwei verschiedene Autoren handelt, verzichte ich bei Aufgabe 1 auf einen konjunktiven Sprachgebrauch, um deren Position besser zu veranschaulichen]

In dem Interview „Strategien gegen die Arbeitslosigkeit“ aus „Der Spiegel (Ausgabe 50/2004 Seite 94 ff.“ diskutieren die Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn und Peter Bofinger konträre Wirtschaftskonzepte um die Ursachen der stagnierenden deutschen Wirtschaft zu analysieren und liefern dabei teilweise Lösungsansätze.

Die Hauptaussagen des Textes gliedere ich unter dem Aspekt des chronologischen Gesprächverlaufs beider Autoren.

Herr Bofinger ist zuallererst der Meinung, dass die fehlende Kaufkraft, bedingt durch niedrige Lohnerhöhungen, zu einer schwachen inländischen Nachfrage führt (Vgl. Z. 4 ff.), wodurch fortlaufend gespart wird und das Wirtschaftswachstum stagniert (Vgl. Z. 29 ff.). Aufgrund dessen ist es wichtig, die Nachfrage genügend anzuregen (Vgl. Z. 55 f.) und dem Spar-Trend der Arbeiter, welche aus Angst vor Jobverlust und dem Abbau der Sozialleistungen sparen, entgegen zu wirken (Vgl. Z. 62 ff.). Weiterhin ist er der Ansicht, dass die man dem deutschen Binnenmarkt mehr Aufmerksamkeit widmen sollte, da die Exportwirtschaft nur einen Teil der Gesamtwirtschaft darstellt.(Vgl. Z. 89 ff.). Außerdem behauptet Bofinger, dass sowohl die Arbeitnehmer als auch der Staat  kein Profit aus dem Gewinn deutscher Unternehmen  schlägt, da diese ihren Gewinn mit den Aktionären teilen und diese wiederum lediglich aufgenommene Kredite zurückzahlen und somit nicht dem allgemeinem Wohl frönen. (Vgl. Z. 116 ff.).

 

Herr Sinn steht Herrn Bofinger konträr gegenüber und gibt zunächst an, dass die deutschen Arbeitnehmer, bedingt durch Entlassungsangst, keine teueren Konsumgüter erwerben und dadurch dem Wettbewerb nicht standhalten können (Vgl. Z. 16 ff.). Als Lösungsansatz gibt er zu verstehen, dass eine Lohnerhöhung dieses Problem nicht beseitigen kann (Vgl. Z. 24 f.).
Desweiteren meint er, Deutschland hat die notwendigen Folgen der Globalisierung zu spät erkannt und sieht es als realistisch, das Problem mithilfe der Schaffung von längeren Arbeitszeiten und niedrigeren Löhnen zu beseitigen (Vgl. Z. 41 ff.). Außerdem stellt er fest, dass zwar der Export beachtlich wächst, aber der restliche Teil der Wirtschaft hinterher hinkt (Vgl. Z. 78 ff.) und gibt als Beispiel General Motors an (Vgl. Z. 82 ff.). Als weiteres Problem sieht er die Niedriglohnkonkurrenz unserer östlichen Nachbarn, da ja die Globalisierung den Druck auf niedrige Löhne extrem ansteigen lässt (Vgl. Z. 102 ff). Abschließend teilt er dem Leser mit, dass deutsche Unternehmen im Aus- und nicht im Inland profitieren (VGL. Z. 114 f.) und somit auch das Geld nicht mehr in-, sondern ausländisch investiert wird (Vgl. Z. 136 ff.).

2.) Vergleich und Gegenüberstellung beider Wirtschaftskonzepte

Beide Personen stellen konträre Wirtschaftskonzepte vor und vergleicht man nun deren Aussagen, so ist festzustellen, dass Herr Bofinger den nachfrageorientierten Ansatz als die beste Lösung für Deutschlands wirtschaftliche Probleme sieht (Vgl. Z. 7ff.).

Diese Wirtschaftstheorie bezeichnet man als Keynesianismus, bei dem die Löhne der Arbeiter angehoben werden und somit eine erhöhte Kaufkraft/Nachfrage entsteht, wodurch die Unternehmer neue Arbeitnehmer einstellen können und damit der Arbeitslosigkeit entgegen wirken. Weiterhin veranschaulicht er dies, indem er Frankreich als gutes Beispiel nennt (Z. 33 ff.), da dort die Binnenkonjunktur durch die Lohnerhöhung ersichtlich gestiegen ist.
Die Folgen einer Missachtung der Lohnerhöhung erläutert er zwischen Zeile 41 und 60, indem er beschreibt, dass Lohnsenkungen zu niedriger Nachfrage führen und dadurch die Zahl der Erwerbslosen stetig steigt. Somit kann Bofingers Ansatz eindeutig dem keynesianischem zugeordnet werden, da dessen o.g. Aussagen die o.g. Merkmale des Keynesianismus umfasssen.

 

Bofingers Kontrahent, der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn, ist dagegen von der angebotsorientierten Theorie überzeugt, welche unter dem Namen Monetarismus bekannt ist.

Dieser charakterisiert sich durch eine Lohnsenkung , wodurch die Wiedererlangung der Wettbewerbsfähigkeit gewährleistet wird (Vgl. Z. 14 ff.) und gibt als passenden Vergleich Norwegen an, welches als Einziges Land vor uns bezüglich der höchsten Lohnkosten steht (Vgl Z. 15). Desweiteren gibt er an (siehe auch 1.), Deutschlands großes Problem sind die zu hohen Löhne und das damit verbundene Wegfallen der internationalen Konkurrenzfähigkeit , weshalb seine Anschauung als monet. Ansatz bezeichnet werden kann. Außerdem gehen nach dem Monetarismus die Hauptinstabilitäten und Unsicherheiten des ökonomischen Prozesses auf das Verhalten des staatlichen Sektors zurück, was Sinn versucht darzustellen und dadurch als Befürworter des Monetarismus deklariert werden kann.

3.)  Ansätze zur Lösung der Beschäftigungsprobleme in Deutschland nach persönlicher Auffassung

Die aktuelle Konjunkturflaute und die damit vorhandenen wirtschaftlichen Stagnationen machen sich als erstes stets in der Arbeiterklasse bemerkbar, nämlich dann wenn der Konzern die Profite nicht mehr durch einen erhöhten Absatz seiner Waren steigern kann, sondern seine Profite durch Stellenabbau und Lohnkürzungen realisieren muss.
Die Frage nach den Ursachen der aktuellen Situation in Deutschland ist hierbei entscheidend für eine Auseinandersetzung mit den entsprechenden Lösungsversuchen. Hierbei muss klar gestellt werden, dass das Problem nicht Absatzschwierigkeiten oder Konjunkturflauten sind, sondern dass der Kapitalismus in sich selbst das Problem und Hindernis für eine funktionierende Wirtschaft ist. Ziel eines kapitalistischen Konzerns ist nicht die Bedürfnisbefriedigung, sondern die Profitmaximierung, also die stetige Akkumulation des Mehrwertes. Die Aneignung von unbezahlter Arbeit ist der Mehrwert, und die Grundlage des Kapitalismus. Das heißt, dass es der Konzern im wesentlichem nur die stetige Vermehrung des durch den Arbeiter erschaffenen Mehrwertes abgesehen hat. Marx und Engels erkannten schon im 19. Jahrhundert, dass der Kern einer jeden Wirtschaftskrise nicht der Mangel sondern die Überproduktion an Waren ist.

Durch ständigen Konkurrenzdruck im Kapitalismus, bedingt durch unproportional verteiltem Privateigentum und Kapital bei Konzernen und Banken, sind diese zu immer höherer Produktivität gezwungen, die wie bereits erwähnt in jenen Zeiten des Imperialismus nur durch die Reduzierung der menschlichen Arbeitskraft erreicht werden können. Diese Tatsache spiegelt die grundlegenden Fehler und Gegensätze des Kapitalismus in sich wider, denn der Anteil von konstantem Kapitals (in Maschinen, Produktionsmitteln usw.) innerhalb der Produktion nimmt zu, der Anteil lebendiger Arbeit nimmt ab. Dadurch verschlechtert sich die Profitsituation relativ im Verhältnis zum vorgeschossenen Gesamtkapital. Die Profitrate sinkt damit tendenziell. Mit einer Verschlechterung der Profitbedingungen findet das angehäufte Kapital immer weniger profitable Anlagemöglichkeiten und gerät in eine Überakkumulationskrise. Der Widerspruch ist demnach: auf der einen Seite gesellschaftliche Produktion und auf der anderen Seite private Aneignung. Demzufolge kann weder Keynesianismus noch Monetarismus Lösung dieser wirtschaftlichen Probleme sein. Das heißt also, dass der Kampf um Profitmaximierung bedingt durch den Konkurrenzdruck zur Folge hat, dass mehr menschliche Arbeitskraft eingespart werden muss, was sich im Kapitalismus (auch historisch nachweisbar) nicht lösen lässt, und auf lange Sicht die Lage immer weiter verschlechtern wird.

Die Lösung ist demnach nur eine Alternative zum Kapitalismus, einzig bekannt ist hier der Sozialismus/Kommunismus. Denn hier wird aus Sicht der Bedürfnisse produziert, nicht aus denen der Profitmaximierung, was eine Gleichverteilung aller Waren zur Folge hat, sowie eine stetig konstante Produktion und Verteilung der Waren (und/oder Kapital), wodurch keine konjunkturellen Krisen mehr entstehen können und das Allgemeinwohl den höchstmöglichen Entwicklungszustand anstrebt…

Siehe auch diese Marxismus Zusammenfassung.

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5 / 5 Sternen (1 Bewertung)
  • Autor: Tom Zeddies
  • Fach: Politik
  • Stufe: 13. Klasse
  • Erstellt: 2007
  • Note: 1
  • Aktualisiert: 04.07.16

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