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Arbeiter-Turn und Sportzeitung von 1931 (Hausarbeit)

Inhaltsverzeichnis

Arbeiter- Turn und Sportzeitung
Zentralorgan des Arbeiter- Turn- und Sportbundes
1931

 

  Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung. 3

2. Historischer Überblick. 3

2.1  Politik und Gesellschaft 4

2.2 Wirtschaft 5

2.3  Sport 6

3. Die Zeitung. 7

4.1 Ausgewählte Artikel 7

Bundesmitteilungen. 8

"Ernstes aus dem Spalterlager". 9

Rekordwahnsinn. 10

4. Zusammenfassung. 10

5. Literaturverzeichnis. 11

5.1 Primärliteratur 11

5.2 Sekundärliteratur 11

6. Anhang. 11

6.1 Bild. 11

6.2 Vereine. 12

 

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit werden wir das Jahr 1931 sporthistorisch anhand einzelner Ausgaben und Artikel der Arbeiter- Turn und Sportzeitung erfassen, sowie die grundsätzlichen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen und Begebenheiten dieser ereignisreichen Zeit skizzieren.

Nach einer kurzen Hinführung  in das historische Jahr 1931 anhand eines Überblicks, werden insbesondere die politische, die gesellschaftliche und die wirtschaftliche Situation in Deutschland genauer betrachtet. Ebenso werden sporthistorische Ereignisse und Entwicklungen im Fokus der Betrachtung stehen. Schließlich wird die Zeitung als Ganzes vorgestellt und im Einzelnen ausgewählte Artikel gesondert dargestellt. Dabei werden auch die Einflüsse der gesellschaftlichen und besonders politischen Entwicklungen aufgezeigt. Abschließend sind  nach einer Zusammenfassung auch die in den jeweiligen Ausgaben angeführten Vereine im Anhang aufgelistet zu finden.

Auf dem historischen Fachgebiet des Arbeitersports und seiner Entwicklung ist Professor H.J. Teichler mit seiner veröffentlichten Literatur eine Koryphäe, weshalb wir uns an seinem Werk „Illustrierte Geschichte des Arbeitersports“ unter Verwendung alternativer Literatur größtenteils orientiert haben. Die entsprechende Auflistung ist im Literaturverzeichnis einsehbar.

2. Historischer Überblick

Seit Beginn der Weimarer Republik war die Gesellschaft von politischer Spaltung, mangelnder Akzeptanz des Systems und wirtschaftlichem Müßiggang geprägt. Die offen ausgetragenen Konflikte zwischen links und rechts, die Umbruchversuche radikaler Kräfte (z.B. Kapp-Lüttwitz-Putsch 1920) und nicht zuletzt die verheerende Weltwirtschaftskrise zerrütteten das Vertrauen großer Teile der Gesellschaft in die junge, parlamentarische Demokratie.

Dieser Zeitgeist der (politischen) Instabilität und des fortwährenden Umbruchs wirkte sich entsprechend auf die Bevölkerung aus – der „Wind der Revolution“ war allgegenwärtig spürbar. Ständig versuchten reaktionäre Kräfte das „alte System“ wiederherzustellen, während das extreme rechte und linke Lager ihre eigenen Vorstellungen von Gesellschaft verwirklichen wollten.

Diese politische Spaltung schlug sich letztlich auch im Arbeitersport nieder. Es entstehen separate Vereine, die sich bewusst vom „bürgerlichen Sport“ abgrenzen. Jedoch erschwert der Staat vor allem das Bestehen linksorientierter Vereine mit Auflagen und Verboten. Als größtes sporthistorisches Ereignis findet im Jahr 1931 die zweite Arbeiterolympiade in Wien statt.

Folgend werden die oben skizzierten Entwicklungen detaillierter dargestellt und aufgezeigt, welche gesellschaftlichen Auswirkungen dabei zu verzeichnen sind.

2.1  Politik und Gesellschaft

Seit dem Tod Gustav Stresemanns im Oktober 1929 geriet das demokratische Gleichgewicht der jungen Republik zunehmend ins Wanken. So  zerbrach im März 1930 die von dem Sozialdemokraten Hermann Müller geführte Große Koalition bereits über der Frage einer geringfügigen Beitragserhöhung für die Arbeitslosenversicherung.[1] Die darauffolgenden Kabinette unter Brüning, von Papen und von Schleicher konnten die Demokratie nicht festigen und trugen somit wesentlich zur Destabilisierung des politischen Systems bei.

Während des Kabinetts Brüning II bildet sich im Oktober 1931 die sogenannte „Harzburger Front“ – ein Bündnis antidemokratischer Nationalisten (NSDAP, DNVP, Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, Reichslandbund und der Alldeutsche Verband) mit dem erklärten Ziel, das Präsidialkabinett von Reichskanzler Heinrich Brüning zu stürzen und Neuwahlen zu veranlassen.[2]

Als Reaktion auf diese Zusammenkunft konservativer und rechter Kräfte, konstituierte sich zwei Monate später auf Initiative des Reichsbanners die sogenannte „Eiserne Front“ – ein linksgerichteter Zusammenschluss des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB), des Allgemeinen freien Angestelltenbundes (Afa-Bund), der SPD und des Arbeiter Turn- und Sportbundes (ATSB) im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.[3]

Diese beiden Gruppieren stehen symbolhaft für die Spaltung der Gesellschaft und den zunehmenden Verfall der Republik. Die steigende Gewaltbereitschaft beider Seiten beschleunigt diesen Prozess, ebenso macht sich der Zulauf der radikalen Parteien auch im Wahlergebnis vom Juli 1932 bemerkbar – die NSDAP kommt hierbei auf beeindruckende 37,2%, die KPD auf immerhin 14,2%.[4]

2.2 Wirtschaft

Neben der fehlenden Stabilität im politischen Tagesgeschehen ist es vor allem die Weltwirtschaftskrise, die 1931 auf ihrem Höhepunkt angekommen, der Bevölkerung entscheidend zusetzte und letztlich wohl auch maßgeblich in die Arme der „Nationalsozialisten“ trieb.[5]

Bereits im September 1930, als sich bei der Reichstagswahl die Stimmen der Nationalsozialisten verzehnfacht hatten, begannen Investoren, beunruhigt über eine mögliche politische Instabilität, Kapital aus Deutschland abzuziehen. Die Lage verschlimmerte sich, als renommierte deutsche Konzerne in Turbulenzen gerieten. Die krisenhafte politische Entwicklung verschreckte die Geldgeber noch weiter. Eine Erklärung von Reichskanzler Brüning, der, in den Verhandlungen über die Reparationszahlungen, die Möglichkeit eines Staatsbankrotts des Reiches andeutete, heizte Anfang Juni 1931 die gefährlichen Kapitalabflüsse ins Ausland weiter an.[6]

Für den großen Krach fehlte nur noch der Anlass. Den lieferte eine windige Bremer Firma namens Nordwolle – und ihr Partner, die Darmstädter und Nationalbank, die ihr im großen Stil geliehen hatte. Beide Unternehmen hatten sich mit fragwürdigen, hochrisikobehafteten Investments verspekuliert. In der Öffentlichkeit machten erste Gerüchte die Runde, dass nun auch eine deutsche Bank in Schwierigkeiten sei. Binnen weniger Tage mussten mehrere Banken kapitulieren und schlossen ihre Schalter – Reichspräsident Hindenburg verhängte die sogenannten Bankfeiertage.[7]

Für den Großteil der Bevölkerung machte sich die Weltwirtschaftskrise vor allem in der hohen Arbeitslosigkeit bemerkbar – im September 1931 stieg sie im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Millionen Arbeitslose auf über 4,3 Millionen an.[8]

Diese wirtschaftlichen Missstände untergruben natürlich das Vertrauen in die Regierung, und insbesondere das politische System, weiterhin und lieferten enormen sozialen Sprengstoff, den die NSDAP mittels Propaganda zu nutzen wusste und so ihr bislang höchstes Wahlergebnis erreichen konnte - das Scheitern der Weimarer Republik.

2.3  Sport

Die zunehmende Spaltung der Arbeiter im linken Lager schlägt sich auch im Sport nieder und führt zu separaten Gründungen von Arbeitersportvereinen.

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Ein besonders wichtiges sporthistorisches Ereignis stellt natürlich die zweite Arbeiterolympiade in Wien dar, deren Eröffnung mit der Einweihung des Praterstadions in Wien (heute Ernst-Happel-Stadion) eingeläutet wurde und vom 19. bis 26. Juli 1931 stattfanden. Organisiert von der Confédération Sportive Internationale du Travail, sollte die Arbeiterolympiade die geistig-körperliche Erneuerung der Arbeiterschaft demonstrieren, während die neu belebten Olympischen Spiele („Bürgerliche Olympiade“) vorwiegend dem Wettkampf der Nationen zu dienen schienen. Die dazugehörigen Winterspiele wurden bereits im Februar ausgetragen.

An den Wiener Spielen von 1931, die stark von einer klassenkämpferischer Atmosphäre und Masseninszenierungen geprägte war, nahmen 25.000 Sportler bei bis zu 60000 Zuschauern teil. Wettkämpfe gab es in 117 Disziplinen, wobei stets eine finnische Dominanz spürbar war.

Beim Vergleich mit der „Bürgerlichen Olympiade“ von 1932 in Los Angeles ist die fehlende Professionalität anhand der Ergebnisse deutlich sichtbar. Im Folgenden macht dies eine Tabelle an drei ausgewählten Disziplinen deutlich:[9]

Disziplin

Wien

Los Angeles

100m

10,8s

10,3s

Weitsprung

6,68m

7,64m

Kugelstoßen

14,03m

16,00m

 

Die nächsten Arbeiter-Spiele 1937 waren nicht zuletzt wegen der Zerschlagung der deutschen und österreichischen Arbeiterbewegung nur halb so groß, wie die vorangegangenen Veranstaltungen.

3. Die Zeitung

Im Jahr 1931 erscheint der 39. Jahrgang der Arbeiter- Turn und Sportzeitung. Ein Exemplar kostet 15 Pfennig, für Vereinsmitglieder 12 und  in Verbindung mit einem regelmäßigen Bezug 10 Pfennig. Der Preis für eine Zeitung ist gegenüber der vorigen Ausgabe gleich geblieben, steigt aber de facto durch eine sinkende Kaufkraft während der Weltwirtschaftskrise. Als Aufhänger dient bei der Arbeiterzeitung ein Bild, das bei jeder Ausgabe über die Hälfte der Titelseite ausmacht.[10]  Die Aufmerksamkeit der Artikel gilt in diesem Jahr ganz besonders der zweiten Arbeiterolympiade, die vom 19. bis 26. in Wien stattfindet. Neben dem sportlichen  Großereignis, dessen Vorbereitung, Durchführung und nachträgliche Einschätzung in der Zeitung beleuchtet werden, konzentriert sich der politische Teil vor allem auf die zunehmende Spaltung der Arbeiterklasse in das sozialdemokratische und das kommunistische Lager. Die Weltwirtschaftskrise erreicht in diesem Jahr ihren Höhepunkt und steigert die Armut und das Leiden der arbeitenden Bevölkerung weiter. Auch dies schadet den Arbeitersportvereinen und schlägt sich in kritischen Artikeln über das kapitalistische System und dessen Sportphilosophie nieder. Im Folgenden werden einzelne Artikel genauer betrachtet.

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3.1 Ausgewählte Artikel

Die 39. Ausgabe erscheint im Jahr 1931. In der Arbeiter- Turn und Sportzeitung Nummer 2, die am 28. Januar 1931 erscheint, gibt es einen ersten Artikel mit der Überschrift "An den Pranger", der sich mit den ausladenden Kosten für die bürgerliche Olympiade im kommenden Jahr in Los Angeles  befasst. Der Artikel spricht von "Millionenkosten", die für die Aufmachung der Spiele gezahlt werden. Der einstige olympische Gedanke wäre verkommen, da über Erfolg und Niederlage oftmals das Geld entscheidet, welches für die Athleten ausgegeben wird. Beispielsweise nennt der Artikel einen Betrag von 1,5 Millionen Mark, der in den nordischen Ländern in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele gezahlt wird. Tatsächlich erzielen die nordischen Länder bei olympischen Spielen sehr gute Ergebnisse. Die Ausgaben für Deutschland betragen 450000 Mark. Im zweiten Teil des Artikels wird ein Vergleich zu den Ausgaben des Arbeitersports gezogen. "Geringfügige Zuschüsse" von 40000 Mark bekommt der Arbeitersport. Die Unterstützung muss vor allem für organisatorische Zwecke wie Anreise und Versorgung der Sportler ausgegeben werden.                                                                                                               Der Artikel kritisiert zum einen, dass es ungerecht sei, dem in der Wirtschaftskrise ohnehin leidenden Arbeitersport weniger Geld zukommen zu lassen als dem bürgerlichen Sport, zum anderen zieht er eine parallele vom verkommenen kapitalistischen System zum bürgerlichen Sport. In einem System, wo die Maximierung des Geldes an erster Stelle steht, zählen auch im Sport nur die Maximalleistungen einiger Spitzensportler. Der Arbeitersport hingegen verkörpert die Olympia- Idee, indem er möglichst allen die Teilnahme an den olympischen Spielen ermöglicht und die Massenspiele in den Mittelpunkt stellt.

Bundesmitteilungen

In der Rubrik "Bundesmitteilungen" derselben Zeitung wird etwas detaillierter auf die Vorbereitung der "roten Arbeiterolympiade in Wien" eingegangen.[11] In Form eines "leichtathletischen Olympiaprogramms" sollen die Sportler sich bereits zu Beginn des Jahres 1931 organisiert vorbereiten. Im Gegensatz zu der Arbeiterolympiade von 1925 in Frankfurt am Main werden die Teilnehmer der Einzeldisziplinen gezielter und professioneller vorbereitet. Betont wird der Unterschied zwischen dem bürgerlichen Sport, der die Individualsportarten und Rekordleistungen als Einziges im Blick hat. Die Wettkämpfe werden in den Formen Einzelkampf, Dreikampf, Fünfkampf, Zehnkampf und den Mannschaftskämpfen stattfinden. Die Bundesmitteilung kommentiert die Vorbereitung mit folgenden Worten: "Wer den deutschen Arbeitersport in Wien vertreten will, wird nicht erst auf den grünen Rasen warten, sondern die Natur nehmen, wie sie ist. Körperschule kennt keine Sommer- oder Winterruhe. Die Körperschule kennt nur ein Ziel: das ist die Vorbereitung und Erhaltung eines leistungsfähigen Körpers."[12] Die Erhaltung eines leistungsfähigen Körpers sollte demnach ein lebenslanger Prozess sein, der sich nicht alleinig nach den Wettkämpfen richtet. In Abgrenzung zu den bürgerlichen Spielen geht es darum, gemeinsam Höchstleistungen zu erbringen und das Klassenbewusstsein der gesamten Arbeiter zu stärken. Diese erzieherische Komponente wird in der Mitteilung besonders betont.

In der Aussage "Massendisziplinen statt Einzeldisziplinen"[13] wird die Haltung des Arbeitersports noch einmal deutlich gemacht. Großartige Einzelleistungen werden honoriert, jedoch sollen weder der  Heldenstatus noch die Verehrung einzelner Sportler gefördert werden. Der oder die Verfasser belehren die Arbeitersportler mit dieser Mitteilung und warnen vor dem Einfluss der bürgerlichen Leistungsphilosophie.

Die Spiele sollen im Dienste der Solidarität der Nationen stehen, ein Hasten nach Siegen und Neid innerhalb der Sportlerschaft werden kritisiert. 

"Ernstes aus dem Spalterlager"

Unter der Überschrift "Ernstes aus dem Spalterlager" wird die Verschärfung der zunehmenden Lagerbildung der Arbeiterklasse dargestellt und kritisiert. Die Spaltung der Arbeiterschaft in die kommunistische und die sozialdemokratische Richtung hat immer härtere Auseinandersetzungen zur Folge. Die SPD wehrt sich gegen die Sozialfaschismustheorie der KPD, die vor allem nach den Todesschüssen am 1. Mai 1929 populär wurde, als der Polizeipräsident Demonstranten erschießen ließ, die trotz eines Verbotes auf die Straße gingen. Die Arbeitersport- und Turnzeitungen beschuldigt in diesem Artikel die Kommunisten der Hetze gegenüber den Brandlerianern.

Die Forderungen der Turner, vor allem des Vereins Fichte, kommen in mehreren Artikeln des Jahres 1931 zum Ausdruck. Es geht ihnen um die Nutzung der städtischen Turnanlagen, von denen die kommunistischen Arbeitersportler ausgeschlossen sind. Die sozialdemokratischen Arbeitersportvereine haben eine gemäßigtere Haltung gegenüber dem Parlament und sehen die Möglichkeit von Reformen innerhalb der Gesellschaft. Turner, die gleichzeitig Anhänger der KPD sind, werden als gesellschaftsfeindlich eingestuft, da ihre Forderungen in Opposition zum Parlament stehen. Die Auseinandersetzung der beiden Parteien nimmt in der 39. Ausgabe der ATSZ eine bedeutsame Rolle ein. In Hinblick auf die Folge der ausbleibenden Versöhnung der beiden Arbeiterparteien, dem Sieg der Faschisten bei den Wahlen 1933, zeigt sich die Bedeutung der gegenseitigen Anfeindungen.   

Darüber hinaus machen dieser und weitere Artikel deutlich, wie sehr die Wirtschaftskrise Einfluss nimmt auf den Alltag des Arbeitersports. Die Mitgliederzahlen schrumpfen, weil die Sportler mit den Auswirkungen der Krise kämpfen müssen. Es gibt Millionen Arbeitslose, denen es nicht mehr möglich ist, den Mitgliedsbeitrag für die Instandhaltung des Vereins zu zahlen. Dadurch würden viele Vereine in dieser Zeit Bankrott gehen.

Die Forderungen der Verfasser gehen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bis hin zu der Forderung einer einzuführenden 40 Stunden Woche. Jugendliche sollen darüber hinaus weniger arbeiten müssen und einen Anspruch auf gesetzlichen Urlaub haben. Diese Forderungen kommen werden beim SPD-Parteitag vorgetragen.[14]

Rekordwahnsinn

Die Zeitung Nummer Sieben der Ausgabe 39 stellt auf lustige Art und Weise den Wettlauf um Rekorde in der Amerikanischen Gesellschaft dar. Amerika wäre das Vorbild und der Prototyp einer nach Höchstleistungen strebenden bürgerlichen Weltauffassung. Bereits Kinder sollen diese Philosophie eingetrichtert bekommen, indem sie lernen, in den unterschiedlichsten Disziplinen "Dauerrekorde" aufzustellen.[15] Darunter Rekorde beim Fahrrad fahren über eine lange Zeit, beim Fällen von möglichst vielen Bäumen in kurzer Zeit oder im Dauerwippen und Schaukeln. Beim Schaukeln liegt der Rekord bei 10 Stunden.

Ein besonders grotesker Rekordversuch wird initiiert von einer Firma, die dem Sieger ein Fahrrad verspricht. Es geht darum, mehr als 100 Stunden auf einem Baum zu verbringen. Speziell bei einem 14 Jahre alten Jungen, der auf dieses Angebot eingeht, sägt die Mutter den Baum ab, um den Jungen wieder nach Hause zu holen.

Als Grund wird eine verelendete Gesellschaft angesehen, deren Rekordjagt Ausdruck eines generellen Größenwahnsinns ist.

Die folgenden Ausgaben 10-14 haben die Olympiade in Wien im Blick.

4. Zusammenfassung

Das Jahr 1931 fällt in die späte und durch Auflösungserscheinungen gekennzeichnete Phase der Weimarer Republik – nur zwei Jahre später sollte die durch den Versailler Vertrag 1918 hervorgerufene parlamentarische Demokratie in eine Diktatur unter Herrschaft der „Nationalsozialisten“ münden. Während die Zeit der Präsidialkabinette den politischen Untergang der Republik repräsentiert, so ist die Weltwirtschaftskrise mit ihren brachialen Auswirkungen ebenso Sinnbild für eine Zeit des Niedergangs. Die zunehmende Spaltung der Gesellschaft und insbesondere der Arbeiterschaft, macht sich letztlich auch im Sport und den Gründungen der unterschiedlichen Vereine bemerkbar. Gleichzeitig steht die Arbeiterolympiade symbolhaft für eine sich konstituierende, internationale Arbeiterbewegung auf dem Weg Richtung Sozialismus – durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges jedoch siegt am Ende das stalinistische System und  eine breite, heute kaum mehr wahrnehmbare Arbeiterbewegung versiegt im Zwist der bipolaren Welt.

5. Literaturverzeichnis

5.1 Primärliteratur

Molthau, Karl: Arbeiter-Turn & Sportzeitung, 39. Jahrgang, Leipzig 1931.

5.2 Sekundärliteratur

Bauer, Kurt, Nationalsozialismus. Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall, Wien 2008.

http://www.olympic.org/olympic-games

Kolb, Eberhard, Die Weimarer Republik, München 2002.

Lambsdorff, Hans Georg, Die Weimarer Republik, Lang 1990.

Pyta, Wolfram, Die Weimarer Republik, Opladen 2004.

Teichler, Joachim / Hauk, Gerhard (Hrsg.): Illustrierte Geschichte des  Arbeitersports, Dietz, Berlin, Bonn 1987.

Winkler, Heinrich August, Weimar. 1918-1933. Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie, München 1998. 

6. Anhang

6.1 Bild

  

6.2 Vereine

- Berlin, VfL Ostring

- Berlin- Spandau

- Tv. Eintracht 1930

- Tv. Fichte

- Berlin-Wedding, Volkssport E.v.

- Berlin- Cöpenick, Fr. Sptvg. Schweifsterne

- Berlin- Weißensee Artistenverein

 

 


[1] Pyta, Wolfram, Die Weimarer Republik, Opladen 2004, S. 100f.

[2] Lambsdorff, Hans Georg, Die Weimarer Republik, Lang 1990, S. 313f.

[3] Ebd., S. 316.

[4] Winkler, Heinrich August, Weimar. 1918-1933. Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie, München 1998, S. 535f.

[5] Bauer, Kurt, Nationalsozialismus. Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall, Wien 2008, S. 174f.

[6] Winkler, Weimar, S. 88f.

[7] Pyta, Die Weimarer Republik, S. 115.

[8] Kolb, Eberhard, Die Weimarer Republik, München 2002, S. 125.

[9] http://www.olympic.org/olympic-games

[10] Siehe Anhang 6.1

[11]

[12]

[13]

[14]

[15]

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4.1 / 5 Sternen (14 Bewertungen)
  • Autor: Tom Zeddies
  • Fach: Sport
  • Stufe: 4. Semester (Uni)
  • Erstellt: 2010
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 06.08.16

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